Wissen I Grundlagen Forex

weitere Artikel Wissen

Anzeigen

Forex - 4 Strategien

Grundlagen Forex

1. Einfach, aber gut ‚Äď Forex- Trading mit Trendlinien

Klar, traden mit Trendlinien ist so simpel, dass es f√ľr viele erfahrene H√§ndler einen R√ľckschritt in den Sandkasten darstellt. Das liegt aber meist daran, dass sich Aktien und Indizes in den letzten vier Jahren wenig in Trends bewegt haben, im Gegensatz zu W√§hrungen.

Der Handel von oder mit Trendlinien und Trendlinienbr√ľchen geh√∂rt zum kleinen 1 x 1 der Technischen Analyse, das er deswegen zum Alteisen geh√∂rt, ist bislang trotz aller technologischen Fortschritte nicht bewiesen. Man verbindet beispielsweise zwei Hochs mit einer Linie und erh√§lt so die obere Begrenzung eines Trendkanals. Verbindet man zwei Tiefs, erh√§lt man die untere Begrenzung eines Trendkanals.
Long-Einstiege können dann zum Beispiel an der unteren Begrenzung erfolgen und umgekehrt. Gerade bei den trendstarken Devisenmärkten sollte man diese Methodik nicht unterschätzen. Sobald sich die Position in die Profitzone bewegt, wird der Stopp-Loss entlang des Trendkanals angepasst.

Der Handel mit Trendlinien eignet sich besonders im mittelfristigen und langfristigen Bereich. Wie das Bild zeigt, befindet sich der Euro gegen den Dollar seit √ľber zwei Jahren in einem starken Aufw√§rtstrend (gr√ľne Linien).

Aber auch im mittelfristigen Trading bieten Trendlinien immer wieder Chancen auf Profite (rote Linien).
Ein Einstieg erfolgt immer dann, wenn der Kurs auf eine Begrenzungslinie st√∂√üt. Der Stopp-Loss wird ein paar Pips unterhalb der Trendlinie platziert und dann entlang der Trendlinie nach oben nachgezogen (sogenannter Trailing-Stopp). Trendkan√§le k√∂nnen nat√ľrlich auch in Kombination mit Indikatoren verwendet werden. So k√∂nnen manche Fehlsignale gefiltert und die Trefferquote erh√∂ht werden.

2. Kombination aus Trendfolge-Indikator und Oszillator

Oszillatoren liefern bekanntlich gute Signale in trendlosen Phasen.
Genauso versagen sie in starken Trendmärkten. Umgekehrt verhält es sich mit Trendfolge-Indikatoren. Sie funktionieren gut in starken Trendmärkten, versagen aber in Seitwärtsphasen. Folgende Strategie kombiniert beide Varianten.

Als Oszillator verwendet man einen klassischen Slow Stochastik mit einer Einstellung von 14,3,3. Er liefert zum einen Signale, wenn sich die beiden Linien (%K- und %D-Linien) kreuzen, zum anderen, wenn beide Linien in den √ľberkauften bzw. √ľberverkauften Bereich sto√üen.
Als Trendfolge-Indikator dient jeweils das höchste Hoch und das tiefste Tief der letzten 70 Balken. In starken Trendphasen dehnen sich diese Bänder, da ja neue Hochs bzw. Tiefs markiert werden. In Seitwärtsphasen dagegen ziehen sich die Bänder zusammen.
In trendlosen Phasen, also wenn sich die Bänder zusammenziehen, wird nur auf die Signale des Oszillators geachtet. Beginnen sich die Bänder dagegen zu dehnen, finden Signale des Oszillators nur Richtung des Trends Beachtung. Besteht ein Aufwärtstrend (= die Linie
bestehend aus den höchsten Hochs steigt) und der Slow Stochastik
liefert ein Verkaufssignal, wird dieses ignoriert.

Mit diesen Einstellungen richtet sich der Ansatz an Positions-Trader. Daytrader k√∂nnen k√ľrzere Perioden w√§hlen. Die Einstellungen k√∂nnen nat√ľrlich nach pers√∂nlichen Pr√§ferenzen variiert werden, bis man die f√ľr sich optimalen Werte gefunden hat.

3. Big Ben ‚Äď den 24-Stunden-Handel nutzen

‚ÄěBig Ben‚Äú ist eine Daytrading-Strategie, die sich den Wechsel des Devisenhandels innerhalb eines Tages von Fernost nach Westeuropa zu Nutze macht. Sie basiert auf der ersten Bewegung, die einsetzt, wenn der Handel in Frankfurt und daraufhin London beginnt. Am besten funktioniert diese Strategie mit Britischen Pfund und Dollars (GBP/USD), da dieses W√§hrungspaar au√üerhalb Londons kaum gehandelt wird. Setup:

1. Erst mit der Eröffnung in Frankfurt beginnt der Handel des Paares richtig. Innerhalb der ersten paar Minuten markiert das Pfund ein Zwischenhoch. Hier wird ein Buy-Stopp platziert

2. Eine Stunde sp√§ter beginnt der Handel in London. Das Volumen steigt rapide an. Innerhalb der ersten Minuten bildet der Kurs ein Tief. Der Kurs schl√§gt nun wieder seine urspr√ľngliche
Richtung ein und steigt. Wird das alte Hoch unterschritten, wird die Buy-Order ausgef√ľhrt.

3. Ein Initial-Stopp wird nicht tiefer als 40 Pips unter dem Einstiegskurs platziert. Die Logik dieses Ansatzes liegt in der Tatsache, dass große institutionelle Anleger die erste Bewegung sehr genau beobachten, dann aber zunächst die Stopp-Loss-Marken kleinerer Anleger abgrasen, bevor die anfängliche Richtung wirklich eingeschlagen wird.

4. Traden mit Fundamental-Daten

Mehr als anderen Anlageformen spiegeln die Devisenkurse fundamentale Faktoren wider. Sie sind Ausdruck der relativen Wirtschaftslage zweier Länder. Lahmt beispielsweise die Wirtschaft der Eurozone im Vergleich zu Japan, ist prinzipiell von einem steigenden Yen auszugehen.

Wer sich Fundamentaldaten zu Nutze machen möchte, sollte mindestens folgende Indikatoren im Auge behalten:

1. Zinssätze: Allgemein gilt: je höher der Leitzins, desto stärker die jeweilige Währung. Allerdings können hohe Zinsen den Aktienmarkt belasten und ausländische Investoren dazu veranlassen, ihr
Geld abzuziehen. Das wiederum kann die Währung schwächen.

2. Handelsbilanz: Die Handelsbilanz gibt Auskunft dar√ľber, ob eine Volkswirtschaft mehr exportiert oder importiert. Wird mehr importiert als exportiert, flie√üt Geld aus dem Land und das ist
schlecht f√ľr den Kurs.

3. Bruttoinlandsprodukt: Das Bruttoinlandsprodukt ist das umfassendste Ma√ü einer Volkswirtschaft. Es misst den Wert aller G√ľter, die in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres produziert werden.
Je höher das BIP (engl.: GDP), desto stärker die Währung.

4. Einkaufsmanagerindex (PMI): Der Einkaufsmanagerindex gibt Auskunft √ľber den Zustand des herstellenden Gewerbes. Werte √ľber 50 deuten auf eine Ausweitung der Produktion hin, Werte
unter 50 auf eine Kontraktion.

5. Industrieproduktion USA, Europa, Japan: Die Industrieproduktion gibt Auskunft dar√ľber, wie sich die Produktion von Fabriken und Minen im Beobachtungszeitraum ver√§ndert hat. Auch die
Lagerbestände finden Beachtung.

6. Sitzungen der Zentralbanken: Nicht selten geben die Zentralbanken bekannt, dass sie ihre eigene W√§hrung st√ľtzen bzw. abwerten wollen (wie vor einenhalb Jahren in Japan geschehen).
Und in den seltensten F√§llen missgl√ľckt ihr Vorhaben.

7. Politische Stabilit√§t: Nicht zuletzt sollte man sich ‚Äď und das gilt insbesondere f√ľr Exotics ‚Äď etwas mit der politischen Situation des Landes, dessen W√§hrung man handelt, auseinander setzen. Politische Turbulenzen gehen gew√∂hnlich einher mit fallenden Devisenkursen.

Dar√ľber hinaus gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Indikatoren, von denen auch viele l√§nderspezifisch sind. Ein Blick auf den √∂konmischen Kalender ist Pflicht.

(c) 2005 Traders¬ī media GmbH, Beethoven Center, Beethovenstr. 1a, 97080 W√ľrzburg
Homepage: www.traders-mag.com

weitere Artikel des Traders' Mag finden Sie auf eltee.de in der Rubrik Kolumnen

Anzeigen