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SOCIAL TRADING - Gemeinsam mehr erreichen

Grundlagen Trading

[Derivate Magazin I Oguz Calli] - Soziale Netzwerke sind ein wichtiger Teil unserer Informationsgesellschaft und haben unsere Kommunikationsgewohnheiten verĂ€ndert. Die Idee von Netzgemeinschaften hat auch die FinanzmĂ€rkte erreicht. Bereits in der Euphorie der Internethausse haben sich zahlreiche Anleger in Foren lebhaft ĂŒber Aktien ausgetauscht. Mittlerweile bietet das Web 2.0 viel mehr Anwendungsmöglichkeiten, um wirkungsvoller mit anderen zu interagieren.

Nach dem Motto „Gemeinsam mehr erreichen“ hat sich das Social Trading etabliert, wobei die Mitglieder auf den Plattformen nicht nur diskutieren, sondern auch die Gelegenheiten des Online Trading gemeinsam nutzen können. Die soziale Art des Tradens ist nicht nur salonfĂ€hig geworden, sondern birgt auch das Potenzial in sich, die Tradinglandschaft einschneidend zu verĂ€ndern.

Social Networking und Online Trading



“Soziales Netzwerken” plus “Online Trading” macht gleich “Social Trading“; in dieser Formel ließe sich der Begriff vereinfacht zusammenfassen. Die rasante Verbreitung von Anbietern sozialer Netzwerke in den letzten Jahren hat vor den Börsianer-Communitys im Internet keinen Halt gemacht. Insbesondere bei den Privatanlegern erfreuen sich derartige Internet-Plattformen wachsender Beliebtheit. Der Trend zum Social Trading hat vor mehreren Jahren angesetzt, wobei diese Bezeichnung in den verschiedensten ZusammenhĂ€ngen verwendet wird. Von Finanzforen, in denen die neuesten Aktientipps ausgetauscht werden, ĂŒber anonyme SignalverkĂ€ufe bis hin zu Plattformen, die Trades fĂŒr die anderen Mitglieder detailliert sichtbar machen. An dieser Stelle sind unter Social Trading vor allem derartige Portale gemeint, bei denen es möglich ist, an den Gewinnen erfolgreicher Trader teilzuhaben. Dabei agieren die Trader öffentlich, sodass die Performance und die Details der KĂ€ufe und VerkĂ€ufe von den anderen Usern einsehbar sind. Wer an der Handelsstrategie eines bestimmten HĂ€ndlers interessiert ist, hat die Möglichkeit, ihm zu folgen bzw. den Trade zu kopieren. Der Vorgang kann entweder manuell vorgenommen oder durch entsprechende Einstellungen auch automatisiert werden. Der Trader, dem der Anleger quasi sein Geld zur VerfĂŒgung stellt, erhĂ€lt im Fall eines Gewinns eine ErfolgsprĂ€mie. Wenn der Trader einen Gewinn macht, profitiert der Anleger, der ihm gefolgt ist, und der Betreiber der Plattform verdient ebenfalls. Eine Win-Win-Situation fĂŒr alle beteiligten Parteien.

Expertise sucht Kapital



Das Geschehen auf den KapitalmĂ€rkten zu verfolgen, ist eine zeitaufwĂ€ndige Angelegenheit. Zudem sind gewisse Fachkenntnisse erforderlich, um MĂ€rkte angemessen analysieren und daraus eine Handelsstrategie entwickeln zu können. Der Anleger, der eine bestimmte Investitionssumme beim ausgesuchten HĂ€ndler investiert, ĂŒbertrĂ€gt dann auch den damit verbundenen Arbeitsaufwand auf ihn. Dieser Aspekt des bequem verdienten Geldes mag fĂŒr einige Anleger wichtig sein, doch steht er nicht im Vordergrund des Social Trading. Ganz im Gegenteil: Der Austausch von Informationen, Investmentideen und Strategien spielt fĂŒr die meisten eine zentrale Rolle. Die Mitglieder werden mit unterschiedlichen Ansichten und Blickwinkeln konfrontiert, was den Blick auf das Gesamtbild schĂ€rfen kann.

Auswahlstrategien



Bevor sich ein Anleger bei einem Social-Trading-Anbieter anmeldet, sollte er zuerst darauf achten, dass gewisse QualitĂ€tsanforderungen erfĂŒllt werden. In erster Linie gehört dazu, dass sich die Trader, denen gefolgt werden kann, im Vorfeld qualifizieren oder ihr Kenntnis-, Performance- oder Erfahrungsstand in jeweilige Kategorien eingeteilt wird. Dieses Prozedere wird in der Regel von allen Betreibern der renommierten Social-Trading-Plattformen durchgefĂŒhrt. Bei ayondo beispielshalber starten alle neuen Trader in Level 1 (Street Trader) und können sich unter ErfĂŒllung steigender Anforderungen an Performance und Risiko bis ganz nach oben arbeiten. Die zu erfĂŒllenden Anforderungen richten sich etwa nach maximalem Verlust, Mindestrendite, Mindestanzahl an Trades in vorgegebenen Zeitintervallen etc. Nachweise fĂŒr Track-Records (Erfolgsbilanz), die vor einigen Jahren noch von WirtschaftsprĂŒfern in komplizierten und kostspieligen Verfahren erstellt werden mussten, gehören durch diese Verfahren auch weitgehend der Vergangenheit an. Viele kleine, aber auch große Assetmanager nutzen diese Möglichkeiten, um die EffektivitĂ€t ihrer Strategie bei Interessenten vorzustellen.

NaturgemĂ€ĂŸ besteht das Ziel beim Social Trading fĂŒr den Anleger darin, Trader auszusuchen, die bestĂ€ndig hohe Renditen erwirtschaften. Um dem Teilnehmer die Orientierung zu erleichtern, werden Ranglisten erstellt und publiziert. Am naheliegendsten erscheint es zunĂ€chst, dem Trader zu folgen, der auf dem ersten Platz steht. In einem bestimmten Zeitraum hat er immerhin die höchsten Renditen erzielt. Seine guten Leistungen sprechen sich in der virtuellen Profitgemeinschaft meist schnell herum, und die Gefolgschaft wĂ€chst. Wenn er sich unter Beweis gestellt hat und ihm viele Leute ihr Vertrauen schenken, sind das scheinbar sehr gute GrĂŒnde, sich nicht nur an seine Fersen zu heften, sondern ihm ĂŒberdies Anlagegelder zur VerfĂŒgung zu stellen.

Dass die Performance der honorierten Top-Trader fĂŒr sich spricht und sich so viele Follower doch nicht irren können, erscheint auf den ersten Blick, wie bereits erwĂ€hnt, als erfolgversprechender Ansatz. Doch womöglich geht die Strategie des Traders nicht mehr auf, wenn die VolatilitĂ€t zunimmt oder die Kurse schlagartig einbrechen. Beispielsweise könnte das Trendfolge-Modell sehr gut in einem AufwĂ€rtstrend funktionieren, jedoch in einem SeitwĂ€rtsmarkt ĂŒberwiegend Verluste einfahren. Oder ein Trader könnte seine außerordentliche Rendite unter sehr hohen Risiken erzielt haben. In diesem Falle wĂŒrde der Investor ebenfalls an hochriskanten GeschĂ€ften teilnehmen, die normalerweise nicht seinem Anlegerprofil entsprechen. Die Exempel zeigen, dass die AussagefĂ€higkeit derartiger Ranglisten mit dem nötigen Maß an Skepsis zu betrachten bleibt.

Kennzahlen

FĂŒr eine effiziente Entwicklung und Umsetzung von Handelsstrategien ist es maßgeblich, dass das Risiko im Blick behalten und gemanagt wird. Neben den Renditekennzahlen werden auch diverse Risikokennziffern veröffentlicht. Anhand der Analyse des Zahlenwerks kann der Anleger nach Tradern suchen, die seine eigene Anlagephilosophie widerspiegeln sowie seinen individuellen AnsprĂŒchen und BedĂŒrfnissen gerecht werden. Beispielsweise kann das Mitglied die erzielte Performance in einem bestimmten Zeitraum oder die Anzahl der Follower abfragen. Weiterhin können auch bestimmte Trader, die man als interessant betrachtet, zunĂ€chst auf einer Watchlist beobachtet werden. Es besteht in der Regel die Möglichkeit, die Kennzahlen und Informationen je nach persönlichen WĂŒnschen in einer Suchabfrage zu kombinieren.


Quelle: www.wikifolio.com.

Wikifolio bietet einfache und ĂŒbersichtliche Suchfunktionen an. Die Suchanfragen sind nutzerfreundlich und schnell kombinierbar bzw. abrufbar.

Eine der wichtigsten und meist beachteten Kennzahlen stammt aus dem Risiko-Management und ist der sogenannte Drawdown. Der maximale Drawdown zeigt den prozentualen Verlust zwischen dem höchsten Punkt und dem niedrigsten Punkt eines Performanceverlaufes in einer bestimmten Periode an. An dem Risikomaß lĂ€sst sich neben dem maximalen Verlust zudem ablesen, wie lange die RĂŒckgangphase dauerte und in welchem Zeitraum das Defizit wieder aufgeholt werden konnte.


Quelle: www.ayondo.com.

Bei diesem Profil auf ayondo sind wichtige Kennzahlen wie Performance, Maximum Drawdown und VolatilitÀt sowie der prozentuale Anteil an Gewinntrades auf einen Blick ersichtlich.

Auf den jeweiligen Plattformen werden teils Handelsstrategien als Musterdepots veröffentlicht, ohne dass wirkliche Investitionen dahinterstehen. Aus der Behavioral Finance, der verhaltensorientierten Kapitalmarktforschung, ist bekannt, dass sich die Wahrnehmung bzw. das Verhalten des Anlegers Ă€ndert, sobald er mit realem Geld investiert ist. Beispielsweise nimmt unter solchen Bedingungen der Stressfaktor zu oder bestimmte Ereignisse werden selektiv(er) wahrgenommen. Dadurch steigt der Einfluss auf die Informationsverarbeitung dahingehend, dass er eher zu psychologisch bedingten Anlagefehlern neigt. In diesem Zusammenhang bietet wikifolio die sogenannte „Real Money“-Kennzahl an, wenn der Trader mit mindestens 5000 Euro in sein eigenes Portfolio investiert ist. Damit gibt er gleichermaßen zu verstehen, dass er in seine eigene Handelsstrategie vertraut.

Die Suche nach Tradern, die den persönlich bevorzugten Vorstellungen bezĂŒglich Rendite und Risikobereitschaft entsprechen, ist mit Rechercheleistung verbunden. Nachdem Trader mit einer durchdachten Strategie, die auf lĂ€ngere Sicht solide Gewinne einfĂ€hrt und Risiken auf gewĂŒnschte Weise minimiert, ausfindig gemacht wurden, sollte seine Strategie und Performance kontinuierlich kritisch ĂŒberprĂŒft werden. Wenn sich seine Vorgehensweise Ă€ndern oder die angestrebten Renditen nicht einstellen sollten, ist FlexibilitĂ€t gefragt. Sich als Follower von ihm zu trennen und nach einem passenderen umzusehen, ist dann gegebenenfalls ein angebrachter Schritt. Die auf Devisen spezialisierte Plattform Tradency geht auf die Strategien systematisch ein. Dabei analysieren Programme mit dem sogenannten „Strategie-Filter“ gemĂ€ĂŸ der Trading-Kriterien geeignete Strategien. Das Feature „Strategie-Effizienz“ unterstĂŒtzt den Anleger dabei, eine auf detaillierten Informationen aufbauende fundierte Auswahl zu treffen. Unter diesen Gesichtspunkten sind die Kennzahlenanalyse und intelligente Filterprogramme zweckdienliche Instrumente zur Beurteilung des Chance/Risiko-VerhĂ€ltnisses und der darauf beruhenden RĂŒckschlĂŒsse auf die eigene Anlagestrategie.

Herdentrieb versus Schwarmintelligenz

Im Jahre 1906 besuchte der britische Naturforscher Francis Galton eine Ausstellung fĂŒr Schlachtvieh und GeflĂŒgel im Westen Englands. Dort fand jĂ€hrlich ein Wettbewerb statt, bei dem das Gewicht eines Ochsen geschĂ€tzt wurde. Galton ging wie die meisten davon aus, dass Sachkundige, also Metzger, ViehhĂ€ndler etc., eine genauere SchĂ€tzung abgeben wĂŒrden als die teilnehmenden Laien. Als er alle 787 getĂ€tigten SchĂ€tzungen analysierte, wurde Galton, der ĂŒbrigens ein Cousin des Evolutionstheoretikers Charles Darwin war, mit etwas Unerwartetem konfrontiert: Der Durchschnitt lag bei 1197 Pfund, wĂ€hrend das tatsĂ€chliche Gewicht des Ochsen mit 1198 Pfund gemessen wurde. Dieser Wert war damit nĂ€her an dem wirklichen Gewicht als die beste EinzelschĂ€tzung des Gewinners, die bei 1207 Pfund lag. Er wollte an sich mit dem Experiment beweisen, dass die Masse, die zum Großteil aus Unkundigen besteht, schlechter abschneiden bzw. „dĂŒmmer“ sein mĂŒsse als die Fachleute. Nach diesem Versuch revidierte der vielseitige Forscher jedoch seine Meinung; nun ging er von einer „kollektiven Weisheit bzw. Intelligenz“ der Massen aus.

Soziale Netzwerke werden oft mit einer „Weisheit der Vielen“ oder der Schwarmintelligenz aus dem Tierreich in Verbindung gebracht. Es werden Vergleiche mit Ă€ußerst effizient vorgehenden BienenschwĂ€rmen oder Ameisenkolonien hergestellt. Andererseits ist als massen- bzw. sozialpsychologischer Aspekt das Thema Herdenverhalten an den BörsenmĂ€rkten gemeinhin ein wohlbekanntes. Die emotionalen Ansteckungseffekte der Massen, die zu KursĂŒbertreibungen nach oben oder zu dynamisierenden Beschleunigungen der AbwĂ€rtsbewegungen in Crashs fĂŒhren, gehören zu den potenziellen Risiken des allgemeinen Börsengeschehens. Dass es stets gelingt, irrationalem Herdenverhalten durch die postulierte Schwarmintelligenz der sozialen Netzwerke zwangslĂ€ufig entgegenwirken zu können, sollte der Anleger nicht partout voraussetzen. Die Erhebungen von allgemeinen, reprĂ€sentativ erhobenen Stimmungsindikatoren zeigen in der Regel eine große Korrelation zu den Ergebnissen, die durch Abstimmungen in sozialen Börsianer-Netzwerken ermittelt werden. Die Mechanismen eines irrationalen Herdenverhaltens schlagen nicht selten auch auf die vermeintliche Schwarmintelligenz durch.

Geteilt – aber verzerrt

GrundsĂ€tzlich nehmen wir wegen der beschrĂ€nkten AufnahmekapazitĂ€t des Gehirns aussondernd wahr. Unsere Erwartungshaltung beeinflusst unsere tatsĂ€chliche Wahrnehmung. Diese selektive Wahrnehmung beruht aber sehr hĂ€ufig auch darauf, dass manche Informationen gar nicht wahrgenommen werden wollen. Gegenargumente werden hierbei vernachlĂ€ssigt oder verdrĂ€ngt. Die Neigung, die vereinfacht gesagt dazu fĂŒhrt, dass wir nur das sehen, was wir sehen wollen, spielt eine zentrale Rolle bei der menschlichen Informationsverarbeitung. Beim Wissens- und Informationsaustausch in sozialen Netzwerken verbreiten sich aufgrund dessen auch derartig wahrnehmungsverzerrte Informationen. In diesem Kontext ist in der Psychologie der Effekt des „Shared Information Bias“ (geteilte Informationsverzerrung) bekannt. Darunter wird die Tendenz von Gruppenmitgliedern – im vorliegenden Fall Mitgliedern einer Masse – verstanden, mehr Zeit und Energie dafĂŒr zu verwenden, um ĂŒber Informationen zu diskutieren, die allgemein bekannt sind, wobei die Informationen, deren sich nur wenige bewusst sind, kaum oder gar nicht berĂŒcksichtigt werden. Ungeteilte oder rudimentĂ€r geteilte Informationen, die im Grunde aufschlussreich sind, gehen unter, weil das Netzwerk darauf bedacht ist, einen Konsens zu erreichen. Der Austausch von Anlagestrategien, Sichtweisen, MarkteinschĂ€tzungen oder Investitionsmöglichkeiten ist durch die Mainstream-Meinung stark beeinflusst und kommt der menschlichen Neigung, selektiv wahrzunehmen, entgegen.

Um von der kollektiven Erfahrung des sozialen Netzwerks zu profitieren, können die darin fließenden Informationen fĂŒr eine ganzheitliche Betrachtung genutzt werden. Dazu sollte der Trader bzw. der Anleger bewusst und aktiv mehr Zeit darauf verwenden, insbesondere nonkonforme Meinungen, die nur vereinzelt oder gar nicht erörtert werden, mehr zu beachten. Er sollte gezielt nach Tradern bzw. Foren suchen, die Meinungen aufgreifen, die dem gemeinhin herrschenden Mainstream-Denken entgegenstehen. FĂŒr denjenigen Trader, der eine antizyklische Strategie anwenden möchte, bietet der Broker XTB den sogenannten „Contra-Copy“ an. Dabei wird das Gegenteil eines bereits platzierten Trades ausgefĂŒhrt. Ein Trade, der die Mehrheitsmeinung widerspiegelt, kann hier als Kontraindikator bzw. „Contra-Trade“ platziert werden. UnabhĂ€ngig davon, ob es sich um klassische Recherche in den Medien oder in einem sozialen Netzwerk handelt, ist es letztendlich vom Einzelnen abhĂ€ngig, ob die jeweiligen Informationen umfĂ€nglich genutzt werden können.

TagebĂŒcher anderer

Informationsstrategisch gesehen, kann das soziale Netzwerk, das im Vergleich zu dem weltweiten Börsenhandel geradezu einen Mikrokosmos abbildet, ein wahrer Fundus an frischen und unorthodoxen Sichtweisen jenseits der klassischen Börsenmedien sein. Vor allem dass die Trader ihre Strategien und Motive öffentlich erlĂ€utern, ist eine Besonderheit beim Social Trading. Sie fĂŒhren quasi eine Art Börsentagebuch – was fĂŒr Börsianer im Allgemeinen ĂŒbrigens sehr empfehlenswert ist –, das jedes Mitglied einsehen kann. Die zahlreichen Trader beschreiben ihre unterschiedlichen Interpretationen der Marktlage und geben ihre Prognosen ab. Von den publizierten Gedanken können alle Mitglieder profitieren. Sie können dadurch ihre eigene Sichtweise hinterfragen, Diskussionen anstoßen oder schlicht von erfahrenen Tradern lernen.

Die Transparenz und der ungezwungene Umgang mit Informationen ist ein hervorstechender Vorteil des Social Trading. Ob die Strategien in den Handelsergebnissen aufgehen, lĂ€sst sich unmittelbar ĂŒberprĂŒfen. Transparenz und AktualitĂ€t ergĂ€nzen sich in einer bisher noch nie dagewesenen Form. Daytrader oder Newstrader können in besonderem Maße davon profitieren, weil die Verfolgung von NachrichteneinflĂŒssen auf das Börsengeschehen und die jeweiligen HandelsaktivitĂ€ten in Echtzeit stattfinden. Kooperationen der Social-Trading-Plattformen mit Brokern ermöglichen zudem den Service von aktuellen Kursen und stark marktbeeinflussenden (Eil-) Meldungen.

Informatives GeschÀftsmodell

Besonders diejenigen Trader, die viele AnhĂ€nger haben und fĂŒr die das Social Trading eine wichtige Einnahmequelle darstellt, sollten den Investoren und Interessenten kontinuierlich Informationen zum aktuellen Stand liefern – gewissermaßen als unternehmerischen Marketingservice. Auch wenn der Trader aus handelsstrategischen GrĂŒnden eine Zeitlang nicht oder sehr viel weniger handelt, sollte er seine BeweggrĂŒnde dafĂŒr ebenfalls mitteilen. Seine Anleger fĂŒhlen sich dann nicht alleingelassen, sondern wissen die konstanten AusfĂŒhrungen vielmehr zu schĂ€tzen.

Diversifikation

„Nicht alle Eier in einen Korb legen“ lautet eine fundamentale Investmentstrategie. Die Diversifikation bzw. die Streuung des Vermögens in verschiedene Anlageklassen ist in der Branche ein Gemeinplatz. Beim Social Trading sollte die Diversifikationsstrategie in zwei Schritte unterteilt werden. Im ersten Schritt steht herkömmlicherweise die Überlegung, wieviel Prozent des Gesamtvermögens die Social-Trading-Investitionen ausmachen sollen. Zu den wichtigsten Faktoren bei solchen Entscheidungen gehören auch die Fragen, welcher Betrag eingesetzt wird und ob diese Anlagemöglichkeit im spekulativen oder konservativen Teil des Depots anzusiedeln ist. Ein Investor, der 100 000 Euro sicherheitsbewusst anlegen möchte, hat andere PrĂ€missen als einer, der gedenkt, 1000 Euro hochspekulativ anzulegen.

Beim Einstieg in eine Position sollte der Anleger zudem beachten, dass die Höhe der eigenen Investition sowie das Handelsvolumen der Portfolios weitere Auswirkungen mit sich bringen, die eine differenzierte Betrachtung notwendig machen. Beispielsweise gibt es Trader, die mehrere Portfolios eröffnen; wenn etwa von zehn eröffneten Portfolios nur zwei gut laufen, wird der Trader diese in den Vordergrund stellen, obwohl er keine klare Strategie verfolgt, sondern einfach nur alle Möglichkeiten quasi ausprobiert hat. Wenn auch nur zwei Portfolios angelegt werden, bei der eines auf steigende und das andere auf fallende Kurse setzt, kommt der gleiche Effekt zustande. Die Vorgehensweise ist an die sogenannte Straddle-Strategie angelehnt, die im Grunde aus der Optionsscheinstrategie stammt. Es werden Call- und Put-Optionsscheine, die jeweils von steigenden bzw. fallenden Kursen profitieren, (zum selben Basiswert) gleichzeitig gekauft. Dabei gleichen sich die Verluste des einen durch die Gewinne des anderen Scheins aus, wobei erhoffte große Kursschwankungen in die eine oder andere Richtung mit entsprechenden Profiten einhergehen, da sie die GebĂŒhren fĂŒr den Erwerb beider Scheine ĂŒbersteigen. Der Anleger muss also genau analysieren, ob der Trader eine handfeste Strategie anwendet oder ob er einfach nur alle möglichen Optionen ausprobiert und die erfolgreichen zur Schau stellt.

Ebenfalls zu beachten ist, dass die Höhe der Investitionssumme sich auf die AusfĂŒhrung von Orders auswirkt. Je höher der Betrag ist, desto schwerfĂ€lliger wird die Abwicklung der Order. Bei einer Platzierung einer Order mit z. B. 10 000 Euro ist der Trader flexibler als mit einer Order ĂŒber 200 000 Euro. Zudem ist dabei die Problematik der sogenannten Slippage gegeben. Dabei wird das gesetzte Limit zu einem ungĂŒnstigeren Preis ausgefĂŒhrt. Der erwartete Kurs weicht vom tatsĂ€chlich abgerechneten Kurs ab. Die AusfĂŒhrungsprinzipien im Börsenhandel können also die Festsetzung eines gewĂŒnschten bzw. eingegebenen Betrags nachteilig beeinflussen, je höher der Investitionsbetrag ist.


Quelle: www.wikifolio.com.

In der Graphik „Krisensichere Investments“ ist ein Beispiel abgebildet, das fĂŒr den sicherheitsbewussten Anleger interessant ist. Der User erhĂ€lt unter anderem Informationen ĂŒber die Strategie, Zusammenstellung und Performance des wikifolios.

Im zweiten Schritt gilt fĂŒr die ausgewĂ€hlten Trader das Gleiche, was fĂŒr die Anlagen ebenfalls gilt: Das Risiko muss gestreut werden. Die Handelsstrategien sind von Trader zu Trader sehr unterschiedlich. Aufgrund der individuell angewandten Methoden haben die einzelnen HĂ€ndler in den jeweiligen Marktphasen oft ihre StĂ€rken und SchwĂ€chen. In diesem Sinne ist es wichtig zu beobachten, wie sich die verschiedenen Trader in den jeweiligen Börsenphasen eines AufwĂ€rts- oder AbwĂ€rtstrends und in SeitwĂ€rtsbewegungen verhalten. Welcher Trader bewahrt in nervösen Marktphasen bzw. wĂ€hrend eines Crashs einen kĂŒhlen Kopf und setzt wĂ€hrenddessen ein erfolgreiches Risikomanagement um? Welcher Trader hat ein gutes GespĂŒr dafĂŒr, Übertreibungsphasen zu erkennen? Aus der Beantwortung dieser und Ă€hnlicher Fragen lĂ€sst sich ableiten, wer in welcher Marktlage zu bevorzugen ist. Tradency beispielsweise bietet mit „Tading-Portfolio“ ein Tool an, welches ausgewĂ€hlte Trading-Strategien mit automatischem Spiegeln von Trades verbindet, um zu einer ausgeglichenen Diversifikation beizusteuern. Im Rahmen der Anlagestrategie ist mit derartigen Schritten eine umfangreiche Ausgangslage geschaffen, bei Bedarf gezielter und flexibler umzuschichten.

Die 10 Regeln des Social Trading

1. Machen Sie zu Beginn einen Anbieter-Check.
Machen Sie sich mit Bedienfunktionen vertraut; kommen Sie damit zurecht? Lesen Sie sich die AGBs grĂŒndlich durch. Sagen Ihnen bspw. die Kostenstrukturen zu? Nutzen Sie Angebote von Testphasen bzw. Demokonten. Setzen Sie sich mit den Serviceangeboten sowie ihren Vor- und Nachteilen aus Ihrer Sicht auseinander. Wer z. B. Devisen handeln möchte, die von Montag bis Freitag 24 Stunden am Tag gehandelt werden können, sollte gegebenenfalls darauf achten, dass die Hotline wie bei dem Broker GKFX rund um die Uhr besetzt ist. Der Broker XTB etwa bietet individuelle Betreuung durch persönliche Tradingexperten.

2. Achten Sie auf „Erfahrungs“-Werte.
Auf den Plattformen gibt es viele Anbieter von Strategien. Achten Sie darauf, dass der Trader, dem Sie folgen, neben einer guten Performance auch Erfahrung mitbringt. Ayondo beispielsweise gliedert die Trader in fĂŒnf Karrierestufen ein.

3. Finden Sie den Trader mit passendem Chance/Risiko-VerhÀltnis.
Machen Sie sich bewusst, welche Rendite sie anstreben, welches Risiko Sie bereit sind einzugehen und wie es um Ihren Zeithorizont beschaffen ist. Suchen Sie nach denjenigen Tradern, die Ihren diesbezĂŒglichen Anforderungen am ehesten gerecht werden.

4. Analysieren Sie Kennzahlen, um die Trader-Leistung zu beurteilen.
Analysieren Sie die Leistung der Trader mithilfe von Risikokennziffern. Das Problem der meisten Trader, warum sie scheitern, liegt in einem mangelnden Risiko-Management. Daher ist vor allem der maximale Drawdown von großer Signifikanz bei der Beurteilung.

5. Bevorzugen Sie Real-Money-Trader.
Trader, die ihr eigenes Geld einsetzen, signalisieren ihr Vertrauen in ihre Strategie. Wenn Real-Money-Trader fortwĂ€hrend robuste Gewinne erzielen, spricht das fĂŒr einen Typus von HĂ€ndler, der es versteht, sein Money- und Risikomanagement unter Realbedingungen diszipliniert umzusetzen – so, wie es von richtigen Profis erwartet wird.

6. ÜberprĂŒfen Sie die Leistungen der Trader permanent und kritisch.
Ein Trader, der ĂŒber viel Wissen und Erfahrung verfĂŒgt, ist noch keine Garantie fĂŒr stetige und ununterbrochene Gewinne. Seien Sie gegebenenfalls dazu bereit, sich (vorlĂ€ufig) von ihm zu trennen, auch wenn er Ihnen in Vergangenheit gute Gewinne gebracht hat. Arbeiten Sie mit Watchlists, auf denen Sie die verschiedenen Trader – denen Sie frĂŒher gefolgt sind oder deren Strategie Sie interessant finden – fortlaufend beobachten.

7. Seien Sie flexibel – schichten Sie marktphasenabhĂ€ngig um.
Ein Trader, der im Boom genauso erfolgreich ist wie im Crash oder in SeitwĂ€rtsphasen, ist ein wahrer GlĂŒcksgriff. Doch hĂ€ufig neigen Trader dazu, in den verschiedenen Börsenphasen ihre StĂ€rken und SchwĂ€chen zu entwickeln. Beziehen Sie die IndividualitĂ€t der Trader in ihre Diversifikationsstrategie mit ein.

8. Managen Sie Ihr Risiko aktiv.
Ein ausgewÀhlter Trader mag sorgfÀltig auf die Umsetzung eines konsequenten Risiko-Managements achten. Dennoch sollte nach Möglichkeit nicht auf zusÀtzlich angebotene Sicherheitsmechanismen verzichtet werden. Ayondo beispielsweise bietet die sogenannte "Loss-Protection" (eine Art automatisch greifende Verlustbegrenzungsmarke zum Schutz der Kontosubstanz) an. Oder XTB bietet garantierte Stops wÀhrend der Handelszeiten.

9. Lernen Sie kontinuierlich hinzu.
Das Trading bzw. das gesamte Börsenwesen ist ein komplexes Gebilde, das ein gewisses VerstĂ€ndnis fĂŒr die ZusammenhĂ€nge erfordert. Um eine planvolle Handelsstrategie entwickeln zu können, sind Fachkenntnisse von großer Bedeutung. Weniger erfahrene Anleger benötigen einen bestimmten Wissensstand, um die passenden Trader heraussuchen zu können. Beispielsweise bieten die Broker GKFX oder XTB eine Reihe von Webinar-Angeboten, in denen spezielle Themen behandelt werden. XTB veranstaltet auch Live-Trading-Seminare, wo der Teilnehmer vor Ort und unmittelbar an dem Geschehen teilnehmen und sich die BeweggrĂŒnde erlĂ€utern lassen kann.

10. Setzen Sie sich mit abweichenden Meinungen auseinander.
Picken Sie nicht nur diejenigen Meinungen aus den Foren und Kommentaren sowie aus den Medien heraus, die Ihre Meinung bestĂ€tigen und Ihren Erwartungen entsprechen. Das GemeinschaftsgefĂŒhl eines sozialen Netzwerks verleitet hĂ€ufig dazu. Den "advocatus diaboli" zu spielen, um die eigene Meinung kritisch zu hinterfragen, ist börsenpsychologisch betrachtet eine adĂ€quate Strategie, um der selektiven Wahrnehmung entgegenzuwirken.

Banken und Finanzprodukte

Die Finanzkrise hat ihre Spuren hinterlassen und beschĂ€ftigt die Weltwirtschaft immer noch. Ein Faktor, der dafĂŒr sorgte, dass es ĂŒberhaupt zu den Verwerfungen kommen konnte, bestand in komplex strukturierten Zertifikaten, die die US-amerikanische Immobilienbranche betrafen. Sie waren so kompliziert zusammengesetzt, dass sogar viele Fachleute – geschweige denn Branchenfremde – ihre Funktionsweise nicht verstehen oder nachvollziehen konnten. Eine Konsequenz dessen war, dass zahlreiche Anleger, die ihren Banken oder Fondsanbietern vorher vertraut hatten, enttĂ€uscht wurden. Seitdem werden strukturierte Zertifikate oder undurchsichtige Hedgefonds vermehrt mit einer Skepsis hervorrufenden Aversion betrachtet. Die Intransparenz der komplexen Anlageprodukte, die den Kunden auch teils mit sehr fragwĂŒrdigen Methoden verkauft wurden, hat die GlaubwĂŒrdigkeit der Finanzinstitute erschĂŒttert und zu einem Imageschaden gefĂŒhrt.

Dass Social Trading verstĂ€rkt auf Resonanz stĂ¶ĂŸt und an Beliebtheit gewinnt, liegt vor allem auch daran, dass die allgemeine Funktionsweise des Produkts leicht verstĂ€ndlich ist und dass große Transparenz geboten wird. Im Unterschied zu klassischen Anlageprodukten können Investoren sogar genaue Transaktionsdetails ĂŒber Kauf- und Verkaufszeitpunkte, aktuell laufende Investitionen oder das Zustandekommen der Preise einsehen. Zudem ist das Investieren, anders als bei Banken und Fondsgesellschaften, die oft wegen ĂŒbergezogener GebĂŒhrenpolitik kritisiert werden, sehr kostengĂŒnstig. Das Missbehagen bezĂŒglich kompliziert strukturierter Zertifikate oder bedenklicher Kundenpraktiken großer Finanzunternehmen macht das Social Trading zu einer pragmatischen Alternative. Dabei bietet die netzwerkorientierte Finanzinnovation dem Anleger noch weitere Vorteile. Einer dieser positiven Aspekte ist, dass der Anleger bereits mit relativen kleinen BetrĂ€gen einsteigen kann. Bei wikifolio oder ayondo beispielsweise sind Investitionen ab 100 Euro möglich. Außerdem kommt hinzu, dass viele Kunden mit der Beratungsleistung ihrer Bank bzw. ihres Finanzdienstleisters unzufrieden sind. Praktisch gesagt, vertraut der Anleger gegebenenfalls der MeinungsauthentizitĂ€t eines Real Money Traders mehr als der des Beraters bei der Hausbank, der im Zweifelsfall eher seine Provision im Blick hat. Die verschiedenen Blickwinkel in den Foren bzw. Kommentaren der Social-Trading-Plattformen bieten umfangreiche MarkteinschĂ€tzungen, die einer professionellen Finanzberatung in Nichts nachstehen mĂŒssen. Fragen, die an den Berater gestellt werden, können ebenso in der Gemeinschaft ausfĂŒhrlich und meinungsvielfĂ€ltig diskutiert werden.

Jeder kann Fondsmanager werden

Aus Sicht des Traders tun sich beim Social Trading ebenfalls eine Reihe von zweckmĂ€ĂŸigen Möglichkeiten auf. ZunĂ€chst kann er damit natĂŒrlich Geld verdienen und seinen Handel bequem und unkompliziert durchfĂŒhren. DarĂŒber hinaus ist mit dem Social Trading weiterer Ideenreichtum verbunden, aus dem sich verwertbare Neuerungen entfalten. Zu den herausstechendsten Innovationen gehört die Gelegenheit fĂŒr jeden, sein eigenes Wertpapier zu emittieren. Das Handelskonto des Traders wird mit einer eigenen ISIN (Internationale Identifikationsnummer fĂŒr Wertpapiere) ausgestattet. Bei wikifolio kann der Anleger das Papier direkt ĂŒber die Börse Stuttgart oder ĂŒber den DĂŒsseldorfer Broker Lang & Schwarz erwerben. Die ISIN ist, wie jeder andere börsengelistete Anteilsschein ebenfalls, auf herkömmliche Weise ĂŒber alle Banken und Broker handelbar. So kann jeder kostengĂŒnstig und komfortabel sein eigenes Finanzprodukt ĂŒber die KapitalmĂ€rkte anbieten. Das stellt vor allem eine bahnbrechende Entwicklung fĂŒr private erfahrene Börsenakteure dar, die von ihrem Trading-Wissen auf relativ einfache Art und Weise profitieren wollen. Heiko MĂŒller vom Broker Alpari, der mit TraderConnect dieses Jahr dessen eigene Social-Trading-Plattform eingefĂŒhrt hat, die den Community-Charakter, und nicht die VergĂŒtung des Traders ganz klar in den Vordergrund stellt, bringt es auf den Punkt: „Privatanleger werden mit Hilfe von Social Trading zunehmend in die Lage versetzt, wie Profis zu agieren.“

Fazit

Social Trading gehört zu den innovativsten Konzepten auf dem Finanzmarkt seit dem Aufkommen des Online Trading. Die Expertise und die Erfahrung der Trader bieten eine gute Basis, um in fundierte Anlagen zu investieren. Zudem kann sich der Investor im Austausch mit den anderen im Börsendschungel besser orientieren sowie frische Anlageideen und Anregungen sammeln. FĂŒr manch einen Investor mag es bequem und verlockend erscheinen, das GefĂŒhl der Verantwortung ein StĂŒck weit abgeben und gleichzeitig Geld verdienen zu können. Doch auch wenn andere fĂŒr den Anleger handeln, ist es notwendig, sich auszukennen. Letztendlich bleibt die Verantwortung fĂŒr seine Investments bei ihm selbst. Daher sollte er bestrebt sein, sich in der Branche auszukennen, die Informationen in den sozialen Netzwerken ausgiebig zu nutzen und fortwĂ€hrend dazuzulernen.

Bei den verschiedenen Social-Trading-Anbietern ist es wichtig, denjenigen zu finden, der den individuellen Vorstellungen und Anforderungen am besten entspricht. Eine differenzierte Betrachtung könnte von der bevorzugten Anlageklasse abhĂ€ngig gemacht werden. Wer auf dem Gebiet der Devisen investieren möchte, könnte sich beispielsweise Alpari als einen der global fĂŒhrenden Devisenbroker anschauen. Auf wikifolio kommen Aktien- und ETF-Fans auf ihre Kosten, da hier eine große Plattform dafĂŒr gegeben ist. Außerdem unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter in ihren Kostenstrukturen und GeschĂ€ftsbedingungen. Eine grĂŒndliche Analyse der Angebote ist ein erster wichtiger Schritt. Testphasen sollten genutzt werden, um den persönlichen Favoriten ausfindig machen zu können.


Quelle: www.traderconnect.com.

WĂ€hrungsinvestoren kommen bei TraderConnect auf ihre Kosten. Bei dem Devisenspezialisten werden zahlreiche WĂ€hrungspaare gehandelt und von den Mitgliedern ausfĂŒhrlich besprochen.

Die Social-Trading-Branche entwickelt sich rasant und ist dabei, einen Strukturwandel in der Finanzwelt auszulösen. Social Trading ist ein „Game Changer“ in der Branche; die Spielregeln Ă€ndern sich. Die Privatanleger emanzipieren sich von den klassischen Finanzunternehmen, was einen Demokratisierungsprozess weiter fördert. Der Paradigmenwechsel wird auch weiterhin fĂŒr neue Innovationen sorgen, die vor allem dem aktiven privaten Investor entgegenkommen. Die Angebote werden in Zukunft sukzessive um weitere Anlageklassen ergĂ€nzt. Die Integration in Finanz- und Wirtschaftsportale, wie die Kooperation zwischen Wikifolio und OnVista oder das Zusammenwirken mit Brokern, wird neue Voraussetzungen schaffen. Die AbhĂ€ngigkeit von traditionellen Finanzinstitutionen wird sich verringern. Social Trading bedeutet, das Trading tatkrĂ€ftig und unabhĂ€ngig selbst, besser gesagt gemeinsam, in die Hand zu nehmen – der Anleger und der Trader.


Tabelle: Verschiedene Social-Trading-Anbieter im direkten Vergleich.

Darin enthalten ist auch das Unternehmen eToro, das seit 2007 einer der weltweiten Protagonisten war.

Über den Autor Oguz Calli

Zur Person: Oguz Calli ist Behavioral-Finance-Experte und GrĂŒnder von SCIEPORT. Das Unternehmen wendet Analyse-Systeme auf Basis von Computerprogrammen an, die hochinnovative AnsĂ€tze wie die semantische Analyse integrieren. Die Schwerpunkte von SCIEPORT liegen auf börsenpsychologischen Handelsstrategien sowie der interdisziplinĂ€ren Analyse zukunftstechnologischer Branchen und Aktien. SCIEPORT analysiert ebenfalls Stimmungen in sozialen Netzwerken. Im Laufe des Jahres wird das Unternehmen ein eigenes Wertpapier auf Social-Trading-Basis anbieten. Weitere Informationen finden Sie unter www.scieport.com.

Dieser Artikel ist erschienen im Derivate Magazin. | Ausgabe 2 | 2013

Dieser Artikel stammt aus dem !DERIVATE MAGAZIN. Das ! DERIVATE MAGAZIN erhalten Sie quartalsweise an ausgewĂ€hlten Zeitungskiosken fĂŒr 10 Euro / Ausgabe . Bequemer ist der Bezug per Abonnement. Gehen Sie hierfĂŒr auf unsere Webseite: www.derivate-online.de

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