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Die Qual der Wahl - Wie findet man den passenden Broker?

Grundlagen Trading

[Derivate Magazin 01I08 I Sebastian Hell I PDF ] - Wer an der Börse handeln will, kann dies nicht direkt tun, sondern braucht dafĂŒr einen Broker. Dieser nimmt die Order der Kunden entgegen und fĂŒhrt die WertpapiergeschĂ€fte an der Börse aus. Wenn es um Aktien, Fonds, Zertifikate oder dergleichen geht, ĂŒbernimmt diese Funktion meist die Haus- oder Direktbank. Will man jedoch „exotischere“ Finanztitel wie Optionen, Futures oder CFDs handeln, muss man sich nach einem speziellen Broker umsehen, der diese Möglichkeiten bietet. Doch wer die Wahl hat, hat bekanntlich auch die Qual. Die Anzahl der möglichen Kandidaten ist groß und die Leistungsangebote unĂŒbersichtlich. Wir haben in letzter Zeit viele E-Mails erhalten, in denen wir gefragt wurden, wie man bei der Wahl des richtigen Brokers denn am besten vorgeht und welche Adressen wir empfehlen könnten. ZunĂ€chst einmal muss klar gesagt werden: „Den“ richtigen Broker gibt es genauso wenig wie „das“ richtige Auto. Es geht also darum, den Broker zu finden, der am besten zu den eigenen WĂŒnschen und Anforderungen passt. So stellen Anleger, die einen Handelsstil a la Warren Buffett verfolgen und eine Aktie, die sie einmal erworben haben, auch zehn Jahre lang liegen lassen möchten, vollkommen andere Anforderungen an ihren Broker als ein TerminhĂ€ndler, der tĂ€glich hunderte von Ölkontrakten ordern muss.

Wir möchten uns mit diesem Artikel vorwiegend an die Neulinge und Beginner des Terminhandels richten, da hier das InformationsbedĂŒrfnis offenbar sehr groß ist und gerade in Deutschland viele neue HĂ€ndler nicht wissen, an wen sie sich wenden können. Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen die Werkzeuge an die Hand, wie Sie den fĂŒr Sie passenden Broker am besten identifi zieren können. Dabei gehen wir Schritt fĂŒr Schritt vor und erlĂ€utern die wichtigsten Punkte, die wie eine Art Checkliste verwendet werden können.

Neben den angebotenen Instrumenten, die ein Broker zur VerfĂŒgung stellt, ist es zusĂ€tzlich wichtig, in Erfahrung zu bringen, welche MĂ€rkte handelbar sind und vor allem, ob die jeweilige Handelsplattform benutzerfreundlich und verlĂ€sslich erscheint. Heutzutage, in Zeiten von Breitband-Internetverbindungen, stellt es kein Problem mehr dar, mehrere Plattformen auf Herz und Nieren zu prĂŒfen, bis man die richtige gefunden hat. Ein weiteres wichtiges Kriterium sind die Kosten. Eine gute bzw. passende GebĂŒhrenstruktur kann langfristig sehr viel Geld einsparen. Deshalb sollte man von vorneherein Vergleiche mit der Konkurrenz anstellen. Die abschließenden, jedoch nicht minder wichtigen Punkte sind eine gute Ausbildung sowie die Haftung des Brokers im Insolvenzfall. Der Schrecken um die Pleite von REFCO liegt heute noch vielen HĂ€ndlern schwer im Magen. Hierzu gibt es ein paar Punkte, die es vor der Kontoeröffnung zu ĂŒberprĂŒfen gilt.

Futures, Optionen oder CFDs?

Als allererstes sollte man sich Gedanken darĂŒber machen, welche Instrumente man ĂŒberhaupt handeln will. In Deutschland werden in letzter Zeit Contracts for Difference (CFD) immer populĂ€rer. Diese Finanzkontrakte sind vor allem dann sinnvoll, wenn man kleinere Konten handeln möchte oder mit kleinen BetrĂ€gen Erfahrungen im Bereich des Rohstoffhandels sammeln will. CFDs bieten im Gegensatz zu Futures die Möglichkeit, mit sehr geringen BetrĂ€gen im Markt aktiv zu werden und dadurch Schritt fĂŒr Schritt im Spiel der großen HĂ€ndler Fuß zu fassen.

Allerdings sollte beachtet werden, dass es sich bei CFDs um sogenannte Over the Counter-GeschĂ€fte handelt, die nicht ĂŒber eine normale Terminbörse, sondern im außerbörslichen Handel zwischen dem Kunden und seinem Broker abgewickelt werden. Dabei stellt der Broker, der gleichzeitig als „Börse“ und Market Maker fungiert, nicht nur die Instrumente, sondern auch die Kurse fĂŒr seine eigenen Anlageprodukte. Dieser Umstand hat zwar bisher keine große Rolle gespielt, könnte jedoch bei massiven Marktverzerrungen im Falle einer Krise fĂŒr Interessenkonfl ikte sorgen. Aus diesem Grunde streben viele HĂ€ndler an, ĂŒber die regulierten Terminbörsen mit Futures und Optionen zu handeln. Auch hier gibt es mittlerweile fĂŒr kleine Budgets die Möglichkeit - ĂŒber sogenannte Mini Futures (hier besteht nur die NamensĂ€hnlichkeit zu den deutschen Zertifi katen, da sich diese Produkte deutlich von den in Deutschland handelbaren „Mini Futures“ unterscheiden) - auf bestimmte Rohstoffe wie beispielsweise Gold, Silber oder Weizen zu spekulieren. Die Marginanforderungen und KontraktgrĂ¶ĂŸen wurden hier deutlich reduziert. Der Handel mit Optionen ist eine weitere Möglichkeit, um an den weltweiten Terminbörsen zu agieren. Auch wenn die ersten Schritte im OptionsgeschĂ€ft sehr schwierig und selten von Erfolg gekrönt sind, zahlt sich die Einarbeitung in dieses Thema langfristig aus.

Welche MĂ€rkte sollen gehandelt werden?

Sobald sich der angehende HĂ€ndler im Klaren darĂŒber ist, welche Instrumente gehandelt werden sollen, stellt sich eine weitere wichtige Frage: Welche MĂ€rkte sind interessant? Neben den klassischen Aktien stehen mittlerweile auch Rohstoffe, Indizes, Zinsen sowie exotische Produkte wie Immobilien-Futures oder Wetterderivate zur Auswahl. Hier muss darauf geachtet werden, an welchen Börsen der Broker den Handel mit den entsprechenden Derivaten anbietet.

Manche Broker bieten den Goldhandel z.B. nur in New York an der COMEX an und nicht den Kauf oder Verkauf der entsprechenden Futures in Chicago an der CBoT. Des Weiteren ist der Goldhandel auch an anderen Orten wie London, Japan, Australien und Singapur möglich. Wer nur in eine Richtung spekulieren möchte, dem wird es genĂŒgen, die Kontrakte in den USA handeln zu können. Falls jedoch lĂ€nderĂŒbergreifende Strategien umgesetzt werden sollen, die Marktineffi zienzen ausnutzen, sollte dieser Punkt vorher mit dem Broker geklĂ€rt werden.

Wer beabsichtigt, sich in Index-Futures, Index-Optionen sowie Index-CFDs oder Aktien-CFDs zu engagieren, sollte unbedingt die angebotenen LĂ€nder ĂŒberprĂŒfen. Hier kann es zu einem bösen Erwachen kommen, falls beispielsweise der ursprĂŒnglich geplante CFD-Handel auf Hongkong-Aktien von dem gewĂ€hlten Broker gar nicht angeboten wird. Durch rechtzeitiges Einholen der nötigen Informationen kann man an dieser Stelle viel Arbeit und Zeit sparen.

Die Frage nach der geeigneten Plattform

Ob die Plattform eines Brokers geeignet ist, ist eng mit der Frage verbunden, welchen Handelsstil ein Trader verfolgt. Jemand, der vorwiegend den Handel mittels Systemen oder komplexeren Handelsalgorithmen anstrebt, wird einen Broker benötigen, der sich mit diesen Systemen nicht nur auskennt, sondern am besten auch eine Anbindung via Schnittstelle erlaubt, damit die von den Systemen generierten AuftrĂ€ge schnellstmöglich automatisch umgesetzt werden können. Im Gegensatz dazu werden diskretionĂ€re HĂ€ndler ganz andere Anforderungen an eine Plattform stellen. Neben den mittlerweile vollkommen internetbasierten Handelsoberfl Ă€chen gibt es immer noch den Telefonhandel, der gerade in hektischen Marktphasen gerne genutzt wird. Gerade RohstoffoptionshĂ€ndler geben ihre Orders vorzugsweise per Telefon weiter, da die komplexen, aus mehreren Basispreisen und Verfallsterminen bestehenden Strategien meist nicht mehr ĂŒber eine webbasierte Plattform abgesetzt werden können. In solchen FĂ€llen ist es sehr hilfreich, wenn der Broker am anderen Ende der Leitung auf solche GeschĂ€fte spezialisiert ist, die Position sofort versteht und entsprechend an seine HĂ€ndler weitergeben kann.

Ein weiterer Punkt betrifft einzig den Rohstoffhandel. Viele Rohstoffe werden mittlerweile elektronisch gehandelt. Allerdings gibt es immer noch MĂ€rkte wie Magerschwein, Lebendrind oder SchweinebĂ€uche, die vorwiegend ĂŒber die Pits abgewickelt werden. Obwohl die meisten Börsen angekĂŒndigt haben, den Handel auf dem Pit wĂ€hrend der kommenden Monate einzustellen und vollkommen auf das elektronische System zu verlagern, ist der Pit-Handel immer noch RealitĂ€t. Wer die entsprechenden MĂ€rkte handeln will, muss in Erfahrung bringen, ob der gewĂ€hlte Broker den Handel auf dem Pit ĂŒberhaupt noch anbietet.

Das gleiche Problem stellt sich bei Rohstoffoptionen. Laut unserer Ansprechpartner in den USA ist die Lobby, die hinter dieser Derivate- Gattung steht, noch immer sehr stark. So konnte sich der elektronische Handel von Rohstoff-Optionen bisher nicht durchsetzen. Von einigen Tausend gehandelten Rohstoff-Optionen wird nur ein Bruchteil von teilweise nicht einmal zehn StĂŒcken elektronisch geordert. Der Löwenanteil lĂ€uft nach wie vor ĂŒber die Pits und verschafft dieser traditionellen Form der Abwicklung noch eine Daseinsberechtigung. Wer den Handel von Rohstoff-Optionen anstrebt, sollte also vorher sicherstellen, dass die Plattform des Brokers sowohl den elektronischen als auch den Pit-Handel zulĂ€sst.

Wie viel Support darf es sein?

Der Support des Brokers wird leider von vielen AnfĂ€ngern oftmals unterschĂ€tzt und fĂŒr unnötig gehalten. Aussagen wie: „Meine Trades fi nde ich schon selber“ oder „Der angebotene Service kostet doch nur unnötig Geld“ sind immer wieder anzutreffen. Einerseits stimmt das Argument, dass ein Broker mit einem guten und vor allem ausgebildeten Supportdesk höhere GebĂŒhren verlangen muss als jemand, der dies nicht oder nur sehr begrenzt anbietet. Allerdings sind gerade beim Handel mit Rohstoff-Futures und -Optionen - oftmals aufgrund des Pithandels - Fehler bei der AusfĂŒhrung zu fi nden, die anschließend fĂŒr Verwirrung sorgen können. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es teilweise zu „verdrehten“ AusfĂŒhrungskursen kommen kann. Dies bedeutet, dass beispielsweise im Handel von komplexen Options-Spreads manchmal die AusfĂŒhrungskurse der verkauften Option bei der gekauften Option zu fi nden sind und umgekehrt. Broker mit vollelektronischen Handelsplattformen, auf denen nur noch der Computer die Positionen ĂŒberwacht, reagieren in solchen FĂ€llen teilweise mit Margin Calls. Obwohl der HĂ€ndler nichts fĂŒr diesen Fehler konnte, da es der HĂ€ndler im Pit war, der die Kurse vertauscht hatte, bedeutet dies massiven psychischen Stress. In der Regel wird der Fehler zu allererst bei sich selbst gesucht, und erst nach einigen Augenblicken erkennt man anhand der AusfĂŒhrungsbestĂ€tigung, dass der Broker einen Fehler gemacht hat. In solchen FĂ€llen ist es von großer Bedeutung, dass das Supportdesk schnell und unkompliziert erreichbar ist.

Normalerweise werden solche Fehler gleich erkannt und behoben, weswegen sich auch der Margin Call schnell wieder in Luft aufl öst. WĂ€hrend das Helpdesk frĂŒher vorwiegend via Telefon zu erreichen war, ist es seit einiger Zeit Gang und Gebe, per E-Mail oder mittels sogenannter Live-Chats, die in das Konto integriert sind, zu kommunizieren. Gerade wenn man den Handel mit Futures oder Optionen ĂŒber den Pit anstrebt, sollte man angesichts der geschilderten Ausnahmesituationen nicht auf ein gut ausgebildetes Supportteam verzichten.

Wird Research gewĂŒnscht?

Das Thema Research ist gerade fĂŒr fundamental orientierte HĂ€ndler sehr wichtig. WĂ€hrend es in den USA. normal ist, dass man zu seinem Konto auch Research von Drittanbietern erhĂ€lt, muss sich dieser Standard in Deutschland erst noch durchsetzen. Gerade fĂŒr den amerikanischen Rohstoffhandel sind Analysen von namhaften Anbietern wie beispielsweise dem Hightower Report oder Judy Ganes Consulting unverzichtbar. Auch fĂŒr die charttechnisch orientierten HĂ€ndler gibt es eine Reihe von Spezialisten, deren gebĂŒhrenpfl ichtige Analysen von einigen Brokern kostenlos fĂŒr Kunden bereitgestellt werden. Wer seine Trades jedoch selbst sucht und sich Informationen direkt von Regierungsstellen oder kostenlosen Internetseiten holt, kann durch den Verzicht des Researchangebotes teilweise mit dem Broker ĂŒber eine Verringerung seiner GebĂŒhren verhandeln. Dies ist gerade fĂŒr SystemhĂ€ndler sinnvoll, die aufgrund ihrer hohen Transaktionsquote sehr niedrige OrdergebĂŒhren benötigen und ohnehin kein Research verwenden.

Das ewige Thema: die GebĂŒhren

Das Thema GebĂŒhren ist wahrscheinlich das ewige Streitthema zwischen einem Kunden und seinem Broker. Wie bereits in den vorhergehenden Abschnitten erwĂ€hnt, ist es zuallererst einmal wichtig, sich bewusst zu werden, welche Services man in Anspruch nehmen möchte. Außerdem ist von großer Bedeutung, vorher abzustecken, welchen Handelsstil man verfolgt. Ein SystemhĂ€ndler mit mehreren Hundert oder Tausend Transaktionen pro Tag wird deutlich weniger an OrdergebĂŒhren bezahlen als ein diskretionĂ€ren Trader mit einem Horizont von mehreren Wochen oder Monaten. Je mehr gehandelt wird, desto geringer werden in der Regel die GebĂŒhren des Brokers. Hierbei gibt es verschiedene Modelle, weswegen an dieser Stelle nicht pauschal gesagt werden kann, wie viel man bei welchem Volumen an GebĂŒhren abgeben sollte. Der Preisvergleich im Internet sowie das Verhandeln mit dem Broker zahlen sich langfristig auf jeden Fall aus.

Des Weiteren sollte man unbedingt auf versteckte Kosten achten, die gerade bei CFDs entstehen können. Viele Anbieter dieser Handelsinstrumente werben mit extrem gĂŒnstigen GebĂŒhren und verlangen nur einen Bruchteil des Transaktionsvolumens, oftmals nur ein Tausendstel, an Provision. Hier muss man jedoch auch das Kleingedruckte lesen und in Erfahrung bringen, ob sich nicht hohe versteckte Kosten in der Finanzierung der CFDs verbergen. Teilweise werden horrende Jahreszinsen fĂ€llig, die man fĂŒr Long- Positionen bezahlen muss, wĂ€hrend man auf Short-Positionen so gut wie keine Gutschriften bekommt. Beim Handel mit Futures und Optionen entfallen diese „versteckten ZinsgebĂŒhren“, da hier normalerweise in Round Turns abgerechnet wird. Ein Round Turn ist der An- und Verkauf eines Kontraktes und stellt damit eine abgeschlossene Transaktion dar. Nur eine Transaktion, entweder ein Kauf oder ein Verkauf, nennt man bezeichnenderweise Half Turn.

Je nachdem wie viel Service der Kunde in Anspruch nehmen will bzw. der Broker anbietet, differieren auch die GebĂŒhren der Round Turns. Außerdem ist es sehr wichtig zu ĂŒberlegen, ob vorwiegend ĂŒber die Pits oder ĂŒber das elektronische System gehandelt wird. Der Pithandel ist meist deutlich teurer, da hier mehr Personal beschĂ€ftigt werden muss. Wer sich jedoch auf Rohstoffe wie Magerschwein, Lebendrind oder Mastrind spezialisiert bzw. Rohstoffoptionen handeln möchte, kommt um den Pit-Handel nicht herum. Deswegen ist es wichtig, die GebĂŒhren, welche hier oftmals zwischen 15 und 30 US Dollar pro Round Turn liegen, mit in das eigene Risiko- und Moneymanagement einzubeziehen.

Versteckte GebĂŒhren treten in der Regel selten auf, da es bei Futures und Optionen nicht so einfach ist, diese zu verheimlichen. Der Kunde sollte auf jeden Fall von seinem Broker ein detailliertes Statement erhalten, wie viele GebĂŒhren pro Transaktion berechnet wurden und welchen Anteil der Broker fĂŒr sich behalten hat. Normalerweise sollte dies jedoch transparent dargestellt werden. Eine weitere GebĂŒhrenfalle liegt in dem Ändern und Stornieren von Orders. Ein guter Broker sollte hierfĂŒr kein Geld verlangen. Auch die KontofĂŒhrungsgebĂŒhren mĂŒssen im Rahmen bleiben. Wenn man sich ĂŒbervorteilt fĂŒhlt, hilft notfalls ein vergleichender Hinweis auf die Konkurrenz.

Wer sich auf den Handel von Futures spezialisieren will, wird sehr schnell feststellen, dass er fĂŒr jeden Kontrakt eine bestimmte Sicherheitsleistung, die sogenannte Initial Margin, hinterlegen muss. Nehmen wir an, ein HĂ€ndler hat 100.000 US Dollar auf seinem Konto und will Gold-Futures ordern. Er sieht, dass er pro Future 2.000 US Dollar an Margin hinterlegen muss und entschließt sich zum Kauf von zehn Kontrakten. Hiermit sind jedoch nur 20.000 US-Dollar seines Kontos gebunden, wĂ€hrend 80.000 US-Dollar ungenutzt bleiben. FĂŒr solche Situationen ist es positiv, wenn der Broker den Kauf von Anleihen anbietet, die als Marginersatz dienen. In den USA wĂ€re dies der Erwerb von T-Bills, um das freie Kapital zu verzinsen. Auch hier sollten die GebĂŒhren nicht sonderlich hoch ausfallen.

Die Schulbank drĂŒcken

Die HĂ€ndler-Ausbildung ist ein Trend, der aus den USA stammt und noch nicht allzu lange praktiziert wird. Langfristig macht es fĂŒr einen Broker durchaus Sinn, seine Kunden auszubilden und ihnen beim Handeln unter die Arme zu greifen. Der Grund: Bei hohen Verlusten, die auf einen mangelhaften Kenntnisstand zurĂŒckzufĂŒhren sind, verliert der Kunde schnell das Interesse und widmet sich anderen Dingen. Ausgebildete Kunden jedoch, die langfristiger sind, bringen dem Broker auch langfristig Kapital. Es kann demnach von einer Win-Win-Situation gesprochen werden, wenn der Broker mittels kostenloser oder sehr gĂŒnstiger Seminare seinen Kunden einen tieferen Einblick in die MĂ€rkte verleiht.

Außerdem besteht die Möglichkeit, den Kunden durch sogenannte Webinare Wissen zu vermitteln. Solche Modelle stammen ebenfalls aus den USA und werden von den Terminbörsen verstĂ€rkt dazu genutzt, um neue Kunden zu erreichen. Auch die Broker verwenden diese Methode, da sie nicht nur weitreichend ist, sondern beiden Seiten Kosten einspart. Man kann bequem vor seinem heimischen PC einem anderen erfahrenen HĂ€ndler zuhören und dessen PrĂ€sentation live mitverfolgen. Solche Tools können schnell und problemlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Eine weitere Möglichkeit, die eigenen Kunden auszubilden, besteht darin, ein eigenes Magazin mit Tipps und Tricks von erfahrenen HĂ€ndlern herauszugeben. In diesem Bereich kann ABN AMRO Marketindex hervorgehoben werden, die die Vorarbeit der HĂ€ndlerausbildung durch das sehr gelungene hauseigene Kundenmagazin umsetzen.

Wo hört die Haftung auf?

Den letzten Punkt dieser Aufl istung an Kriterien, die Sie bei der Wahl des richtigen Brokers unbedingt beachten mĂŒssen, ist die Haftung im Insolvenzfall. Löchern Sie die Broker ruhig mit Fragen, wie mit den Konten verfahren wird, falls eine Insolvenz drohen sollte. Wichtig ist, dass die Kundengelder im Notfall von der Insolvenzmasse getrennt liegen und nicht in das Insolvenzverfahren eingehen.

Dieser Artikel stammt aus dem !DERIVATE MAGAZIN.
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