Wissen I Grundlagen Trading

weitere Artikel Wissen

Anzeigen

Trading: Der Plan ist das Ziel

Grundlagen Trading

[Derivate-Magazin I Detlef Wormstall I PDF] - Am Anfang fast jeder Tradingkarriere steht der Wunsch, das vorhandene Tradingkapital m├Âglichst schnell zu vermehren. Um dieses Ziel zu erreichen, sucht der Trader nach dem richtigen System und der richtigen Strategie. Neben der Suche im Internet und diversen Foren wird auch die klassische Literatur hinzugezogen. H├Ąufig f├╝hrt jedoch die Entwicklung der richtigen Strategie in eine Sackgasse. Die Entwicklung dreht sich oftmals um die Optimierung des Einstiegs, bedingt durch die technische Analyse, die dem Trader eine rundlegende Kontrolle suggeriert.
Die wenigsten Trader machen sich jedoch Gedanken ├╝ber die tats├Ąchlichen Schl├╝sselfaktoren, die einen kontinuierlichen Erfolg
begr├╝nden.

Die Ern├╝chterung kommt vielfach sehr schnell, wenn sich nach ersten Erfolgen keine weitere Verbesserung mehr ergeben will oder nach dem Umstieg vom oft zu wenig praktizierten "Papertrading" ├╝berhaupt kein Erfolg einstellt. So wird der Mehrzahl der Trader durch erlittene Verluste sehr schnell klar, dass es noch andere, wichtige Punkte bei der Umsetzung einer Handelsstrategie geben muss. Punkte, um die sich der Trader im Vorfeld seiner eigenen Recherche- und Entwicklungsarbeit nicht ausreichend gek├╝mmert hat. Diesen Punkten l├Ąsst sich am besten mit Hilfe eines "Trading-plans" auf die Schliche kommen. Hier lohnt es sich, eine Anleihe im Industriecontrolling zu machen. Um beispielsweise ein Unternehmen zum Erfolg zu f├╝hren, ben├Âtigt der Unternehmer verschiedene Dinge. Der Markt muss zun├Ąchst auf die Umsetzung der Unternehmensidee untersucht werden, die Idee oder das Produkt m├╝ssen auf ein g├╝nstiges Marktumfeld treffen, die Kapitaldecke des neu zu gr├╝ndenden Unternehmens sollte ausreichend sein und es muss ein pr├Ąziser Plan vorliegen. Dabei handelt es sich um den oft zitierten Business Plan, der bei jeder unternehmerischen T├Ątigkeit zwingend notwendig ist. Und einen solchen Business Plan sollte sich auch jeder Trader erstellen. Mitunter wird dieser erste Schritt der Vorbereitung jedoch str├Ąfl ich vernachl├Ąssigt. Die wenigsten Trader haben am Anfang Ihrer Karriere auch nur die grunds├Ątzlichsten ├╝berlegungen zu einem Plan formuliert. In den meisten F├Ąllen wurden lediglich die vom Gesetzgeber oder den Brokern auferlegten Minimalanforderungen erf├╝llt, um dann gleich mit dem aktiven Handel zu beginnen. Erfolge stellen sich mit dieser Vorgehensweise selten ein, aber die Gr├╝nde f├╝r Misserfolge werden nicht erkannt und so steigt der Trader letztlich demotiviert und um einige tausend Euro ├Ąrmer wieder aus oder handelt solange weiter, bis kein Kapital mehr vorhanden ist. Ein vern├╝nftiger Plan - vor Aufnahme des aktiven Handels erstellt - h├Ątte in dieser Situation sicher geholfen.

Aber ein Plan ist immer nur so gut wie seine Ausf├╝hrung. Deshalb sollte der Tradingplan nicht nur am Anfang der Tradingkarriere unbedingt erstellt, sondern bei der sp├Ąteren Ausf├╝hrung auch unbedingt von einem Tradingjournal sowie durchdachten Risiko- und Moneymanagementsystemen begleitet werden. Um zwei dieser drei Punkte, den Plan und das Journal, dreht sich dieser Artikel. Exemplarisch soll hier ein einfacher Plan f├╝r den US-Aktienhandel aufgestellt werden, der grunds├Ątzliche ├╝berlegungen umsetzt, aber aus Platzgr├╝nden nicht bis in letzte Details ausgef├╝hrt werden kann. Nat├╝rlich gibt es sehr komplexe Pl├Ąne und auch Portfoliomanagementmethoden, die mit komplexen Details aufwarten k├Ânnen.

Aber nicht jeder wird gleich hauptberufl ich B├Ârsenh├Ąndler. Und ein einfacher, sauber durchdachter Plan hilft mehr als ein komplexer Plan, der vom Trader nicht richtig verstanden wird. Aber wie wird denn nun ein solcher Plan erstellt, und was geh├Ârt hinein?

Der Plan
Am Anfang einer jeden planerischen ├╝berlegung steht die Bestandsaufnahme der Punkte Zeit, Kapital, Wissen und Anzahl der Trader.

Der Punkt Zeit
Hier stellt sich die Frage, wieviel Zeit der jeweilige Trader davon f├╝r den Handel er├╝brigen kann. Famili├Ąre und andere Gr├╝nde k├Ânnen den Trader gerade am Anfang der Tradingkarriere einschr├Ąnken, die gesamte B├Ârsen├Âffnungsphase hindurch t├Ątig zu sein. Die m├Âgliche t├Ągliche Zeitspanne des Tradens kann somit die anzuwendende Strategie bestimmen. Ist es beispielsweise nur m├Âglich, die Er├Âffnungsphase zu handeln, so l├Ąsst sich eine Strategie anwenden, die mit dem Momentum der Er├Âffnung arbeitet und die schnelle Bewegung und das hohe Volumen nutzt. Kann der Trader hingegen nur w├Ąhrend der Mittagspause der M├Ąrkte pr├Ąsent sein, so wird er sich auf sehr spezielle Verfahrensweisen spezialisieren m├╝ssen. Hier ist es oftmals notwendig, die gro├čen Werte unbeachtet zu lassen und stattdessen Nebenwerte zu handeln, die interessante Nachrichten mitbringen, oder einen anderen Vorteil f├╝r sich verbuchen k├Ânnen. Handelt der Trader hingegen zum Ende der B├Ârsensitzung, lohnt es sich h├Ąufi g, sich an die Fonds anzuh├Ąngen und bekannte Werte zu traden, die einen sch├Ânen Trend entwickelt haben. Es zeigt sich demnach, dass der Faktor Zeit ganz ma├čgeblich die Vorgehensweise des Traders bestimmen kann.

Das Kapital
Mit der ├╝berpr├╝fung des vorhandenen Kapitals werden weitere wichtige Punkte des Planes defi niert. Die Anwendung kurzfristiger Scalpstrategien erfordert beispielsweise eine gen├╝gend hohe Kapitaldecke, da die zu erzielenden kleinen Gewinne, gepaart mit dem n├Âtigen h├Âheren Wissensbedarf das Verlustrisiko erheblich steigen lassen. L├Ąngerfristige Trades k├Ânnen dagegen mit konventionellen Stopp-Loss-Begrenzungen ausreichend gesch├╝tzt werden und vermindern so das Risiko und damit die am Anfang notwendige Kapitalstruktur. Auch m├╝ssen Nebenkosten, beispielsweise f├╝r den laufenden Betrieb einer Hardwareplattform, einkalkuliert werden. Auch die Provisionen f├╝r den Broker spielen eine gro├če Rolle; sind sie bei kleinen Konten relativ gesehen doch sehr hoch, fallen sie mit gr├Â├čer werdenden Konten in der Bedeutung rapide ab. Mit Hilfe des Plans k├Ânnen so schon von Anfang an gezielt bestimmte Strategien und Handlungsmuster des Traders ausgeschlossen werden, ohne sie mit Verlust des eigenen Kapitals ausprobieren zu m├╝ssen. Das vorhandene Kapital ist ohnehin eines der wichtigsten Kriterien f├╝r die Vorgehensweise des Traders, denn hiervon h├Ąngt das gesamte Risiko- und Moneymanagement ab. Bei geringer Kapitaldecke sollte der Trader versuchen, den Faktor Zeit f├╝r sich arbeiten zu lassen und das unmittelbare Risiko sowie eine hohe Volatilit├Ąt m├Âglichst ausschlie├čen, zumindest jedoch erheblich verringern. Das schlie├čt ├╝brigens den Handel mit Derivaten oder Futuresprodukten gerade bei kleinen Konten aus oder verringert deren Einsatz auf das maximal m├Âgliche Risiko, das durch den Kontostand und die eingeschlagene Strategie vorgegeben wird. Bei meiner t├Ąglichen Arbeit mit verschiedenen Tradern f├Ąllt gerade dieser Punkt immer wieder auf. Da versuchen Trader mit kleinen Konten st├Ąndig, den gr├Â├čtm├Âglichen Hebel zu erzielen, um das Kapital in der geringsten zur Verf├╝gung stehenden Zeit zu erh├Âhen. Das Ergebnis ist in der Regel immer das gleiche: Das eingesetzte Konto erh├Âht sich nicht, sondern verringert sich. Hier muss jeder Trader das Risiko herunterfahren, die Erfolgschancen verschlechtern sich sonst rapide.

Das Wissen
Der Wissensstand des Traders ist eine der wichtigsten Komponenten des Tradingplans, da mit ihm die L├Ąnge der Lernphase und somit die H├Âhe der eingesetzten Lernmittel bestimmt werden kann. Beginnt der Trader seine Karriere, so hat er in der Regel einen h├Âheren Wissensbedarf und damit eine l├Ąngere Lernphase zu bestehen. Lernphasen kosten jedoch grunds├Ątzlich Geld, und dieser Kapitalbedarf muss von Beginn an einberechnet werden. Ist der Wissensstand hingegen sehr viel h├Âher, kennt der Trader einen Markt sehr gut oder hat er langj├Ąhrige Erfahrung, dann kann der Bedarf an Lehrgeldern erheblich verringert werden. Es ist dabei v├Âllig unerheblich, ob der Trader autodidaktisch lernt, oder sich einen Coach sucht, der ihm die ersten Schritte systematisch beibringt. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass ein guter Coach immer die billigere Variante darstellt, selbst wenn er am Anfang teuer erscheint. Die Erfahrung hat aber auch gezeigt, dass die Mehrzahl der Trader lieber ein Vielfaches von dem, was ein guter Coach kostet, im Markt verliert. Das ist zwar wenig sinnvoll, wird aber oft so gehandhabt. Die Gr├╝nde hierf├╝r sind sicherlich vielf├Ąltig. Es ist zugegebenerma├čen auch etwas schwierig, zu defi nieren, wann ein Coach gut ist und wann nicht. Es gibt aber ein paar Anhaltspunkte, die hier sehr weiter helfen k├Ânnen. Ein guter Lehrer sollte immer in der Lage sein, das zu vermittelnde Wissen live vorzuf├╝hren; er sollte also mit seinem eigenen Kapital am Markt t├Ątig sein. Es gibt in Deutschland die eine oder andere Veranstaltung, auf der Trader live handeln und sich das Publikum diesen Handel ansehen kann. Hier wird man immer f├╝ndig und kann sich mit dem einen oder anderen Trader unterhalten. Des Weiteren muss ein Coach unbedingt etwas zum Thema Risiko- und Moneymanagement sagen k├Ânnen. Kann er das nicht - arbeitet er also beispielsweise mit reiner Technischer Analyse ohne aufgesetztes Risiko- und Moneymanagement -, dann sollten Sie einen weiten Bogen um diesen Lehrer machen.

Anzahl der Trader
Auch die Anzahl der teilnehmenden Trader ist ein wichtiger Punkt. Auch hier zeigt die Erfahrung, dass ein einzelner Trader, der von seinem eigenen Heim aus operiert, in den wenigsten F├Ąllen in der Lage ist, kontinuierlich Gewinne zu erzielen. Der Markt und das Umfeld sind so komplex, dass autodidaktisches Lernen in diesem Metier nur bedingt ratsam ist. Gerade zu Beginn einer Tradingkarriere bietet es sich an in der Gruppe zu lernen und zu traden. Auch ist es empfehlenswert, die eine oder andere gr├Â├čere Veranstaltung zu besuchen, um Kontakt mit anderen Tradern herzustellen.

Weitere Planungspunkte
Der Plan legt weiterhin fest, ob der Trader sowohl long als auch short gehen, also beide Seiten des Marktes handeln kann. Es wird bestimmt, welcher Markt gehandelt wird und - ganz besonders wichtig - nat├╝rlich die gesamte Risiko- und Moneymanagementplanung. Diese Punkte werden viel zu oft mit ein paar einfachen Regeln abgehandelt. Wer kennt es nicht, da schl├Ągt die klassische Literatur vor, nicht mehr als 0,5 % bis 1 % des verf├╝gbaren Kapitals pro Trade einzusetzen. Eine solche Vorgehensweise ist zwar l├Âblich, weil sie immerhin den Gedanken des Risikomanagements aufgreift, aber nicht sehr sinnvoll, weil sie die restlichen Parameter, die vom Trader kontrolliert werden k├Ânnen, v├Âllig au├čer Acht l├Ąsst. Befi ndet sich der von Ihnen eingesetzte Stopp beispielsweise immer an einem Punkt, der zwar 1 % des gesamt verf├╝gbaren Kapitals begrenzt, der aber innerhalb der Volatilit├Ąt des zu handelnden Wertpapiers liegt, dann werden Sie salopp gesagt bei jedem Trade nur ausgestoppt. Sie verlieren also einfach nur 10mal hintereinander 1 % anstatt einmal 10 %. Es ist leicht ersichtlich, dass eine solche Vorgehensweise nicht erfolgreich sein kann. Risiko- und Moneymanagement machen daher auch den weitaus gr├Â├čten Teil eines aufzustellenden Tradingplanes aus, sie w├╝rden aber auch den Rahmen dieses Artikels sprengen. Weiterhin sollte ein guter Tradingplan alle vom Trader kontrollierbaren Parameter enthalten, sowie eine Vorgehensweise, wie mit den anfallenden Gewinnen umzugehen ist.

Grunds├Ątzliche Berechnungen
Neben den allgemeinen ├╝berlegungen spielen nat├╝rlich auch konkrete Zahlen eine wichtige Rolle. Das hier angef├╝hrte Beispiel geht von einem Trader aus, der anfangs $100.000 als Tradingkapital zur Verf├╝gung hat. Er bestimmt f├╝r sich selbst eine Lernphase von mindestens 6 Monaten, in denen er wenig bis gar keine Gewinne erzielen wird. Die laufenden monatlichen Betriebskosten f├╝r den Datenanbieter, das Internet, Strom, Telefon, Computerperipherie, B├╝cher und Fachmagazine beziffert er dabei auf 500 Euro. F├╝r 6 Monate ergibt dies eine Summe von 3.000 Euro oder umgerechnet etwa $ 2.500, die vom vorhandenen Kapital abgezogen werden m├╝ssen. Es bleiben demnach $ 97.500 Tradingkapital ├╝brig. Des Weiteren legt der Trader fest, dass nach Ablauf der Lernphase noch gen├╝gend Kapital zur Verf├╝gung stehen soll, um mit dem erlernten Wissen weiterhin traden zu k├Ânnen. Er veranschlagt deshalb, einen Betrag in H├Âhe von $ 37.500 f├╝r diesen Zweck ├╝brig zu behalten. Nach diesen ersten Berechnungen bleiben Ihm also $ 60.000 als Kapital f├╝r die von ihm festgelegte sechsmonatige Lernphase. Diese Summe wird nun weiter aufgeschl├╝sselt. Auf 6 Monate verteilt ergeben $ 60.000 ein maximales Verlustpotenzial von $ 10.000 pro Monat. Da der Monat wiederum vier Handelswochen hat, l├Ąsst sich das Kapital weiter auf diese vier Wochen verteilen, woraus sich ein m├Âglicher Verlust von $ 2.500 pro Woche ergibt. Da Swingtradingstrategien, die ├╝ber mehrere Tage hinweg Positionen halten, am Anfang einfach zu erlernen sind, ist dieser Wert f├╝r den Trader sehr wichtig. Alle offenen Positionen zusammengenommen d├╝rfen am Ende der Woche den Maximalverlust von $ 2.500 nicht ├╝berschreiten. Tun sie es doch, so m├╝ssen Positionen geschlossen werden. Die Disziplin, den einmal aufgestellten Plan auch einzuhalten, darf nicht vernachl├Ąssigt werden. Um auch f├╝r den einzelnen Handelstag die n├Âtigen Grenzen zu kennen, werden die $ 2.500 nun noch auf die in der Regel zur Verf├╝gung stehenden f├╝nf Handelstage verteilt, und der Trader kommt zu einem maximalen Verlust von $ 500 pro Tag. Feiertage oder Tage, an denen der Trader nicht handelt sind von dieser Rechnung ausgenommen. Damit hat sich der Trader einen ersten, wichtigen Rahmen gesteckt. Dieses Beispiel ist nat├╝rlich ein worst case scenario. Denn wenn der Trader jeden Tag $ 500 verliert und das f├╝r volle sechs Monate, dann w├Ąren die daf├╝r eingesetzten $ 60.000 vollst├Ąndig aufgebraucht.

Verlustlimits
Der Trader hat durch die gerade gezeigten Berechnungen mehrere f├╝r Ihn wichtige Begrenzungen seines Handels ermittelt. Er kennt nun die maximalen Verlustlimits f├╝r verschiedene Zeitspannen und kann entsprechend handeln. H├Ąlt er beispielsweise eine Position, die im Tagesverlauf den maximal m├Âglichen Verlust von $ 500 ├╝berschreitet, so hat er zwei Handlungsalternativen. Die Position wird bei Erreichen des theoretisch berechneten Verlustmaximums geschlossen oder sie kann als Swingposition ├╝ber Nacht gehalten werden, wobei automatisch die n├Ąchst h├Âhere Grenze greift. Allerdings sollte die zeitliche Begrenzung von einer Woche nicht ├╝berschritten werden. Erreicht die Position beispielsweise am zweiten Haltetag schon die Grenze von $ 2.500 (Wochengrenze), dann muss sie geschlossen werden und darf nicht weiter als offene Position im Depot gef├╝hrt werden. Da in diesem Falle das Verlustmaximum schon erreicht wurde, beraubt sich der Trader der M├Âglichkeit weiteren Handels f├╝r den Rest der zur Verf├╝gung stehenden Woche. Es gilt daher sorgf├Ąltig abzuw├Ągen, ob eine Verlustposition sehr lange gehalten wird. Das hier dargestellte worst case scenario geht davon aus, dass der Trader in der sechsmonatigen Lernphase nicht einen Dollar gewinnt. Realistisch ist ein solches Szenario nur dann, wenn der Trader ohne Wissen und ohne die Motivation zu lernen den Markt zu handeln versucht. In der Regel wird auch ein Anf├Ąnger Trades eingehen, die seine Verluste verringern oder ausgleichen. Dennoch muss der am Anfang aufgestellte Plan die schwierigsten Situationen und maximalen Verlustm├Âglichkeiten beinhalten.

Tradingjournal
Neben dem Plan, der ja vor dem aktiven Handel erstellt wird, fehlt noch eine begleitende Ma├čnahme. Beginnt der Trader erst einmal mit dem Handel, dann hilft ein Tradingjournal nicht nur dabei, die Ausf├╝hrung des Planes einzuhalten, sondern auch, die eigene Performance zu verbessern. Dazu geh├Ârt auch ein Ablaufplan. Damit l├Ąsst sich Disziplin in den Eigenhandel bringen und es wird nichts vergessen. Begleitend kann dann ein Handelsjournal eingesetzt werden, das die einzelnen Trades ├╝berwacht und aufl istet. Die einfachste Variante eines solchen Journals stellt die aktive Depotverwaltung dar, werden hier doch immerhin Daten gesammelt und Gewinne und Verluste ├╝bersichtlich dargestellt. Leider hat diese Form der Verwaltung den Nachteil, dass nur Zahlen erfasst werden, nicht aber Beweggr├╝nde oder Merkmale der einzelnen Trades. Interessant zu erfahren, vor allen Dingen mit einigem zeitlichen Abstand, ist immer auch der Grund warum sich der Trader f├╝r den einen oder anderen Trade entschieden hat. Vielfach sieht man im Nachhinein, dass in dem damals vorhandenen Umfeld der Trade gar nicht h├Ątte funktionieren k├Ânnen. Ein Tradingjournal dient auch als Beweismittel. Jeder an den B├Ârsen durchgef├╝hrte Trade bekommt in der Regel eine Referenznummer, die bei sp├Ąteren Reklamationen zum leichteren Auffi nden des jeweiligen Trades f├╝hren kann. Was aber geh├Ârt denn nun in ein Tradingjournal und in welcher Form soll es gef├╝hrt werden?

Der Trader kann sich zwar verschiedene Formate einfallen lassen, in der Vergangenheit haben sich aber folgende Komponenten als besonders effektiv erwiesen. Zun├Ąchst gilt es, die eigentliche Order zu dokumentieren. Hierbei ist der Zeitpunkt wichtig, das Symbol, die St├╝ckzahl, der Kurs, die ausf├╝hrende B├Ârse und die vorher schon angesprochene Referenznummer. Professionelle Handelsplattformen wie z.B. Tradecision, Tradestation, Esignal oder IB bieten f├╝r diesen Zweck die M├Âglichkeit, das gesamte Orderbuch per Zwischenablage in eine beliebige Textverarbeitung oder ein sonstiges Programm zu ├╝bernehmen, ohne alles abtippen zu m├╝ssen. Damit stehen s├Ąmtliche Orderdaten zur weiteren Bearbeitung zur Verf├╝gung. Sehr wichtig f├╝r die eigene Analyse ist auch das Notieren wichtiger Merkmale eines Trades, also die Veranlassung zu dem Trade, die eigene Analyse, die technische Analyse, der gesetzte Stopp-Loss und das festgelegte Gewinnziel. Es hat sich auch bew├Ąhrt, Notizen zu dem Umfeld zu machen. Wie war die Marktstimmung, stieg der Markt oder fi el er, wie sahen die einzelnen Sektoren aus? Je mehr Informationen notiert werden, desto besser kann hinterher analysiert werden. Einheitlich arbeitende Software f├╝r solche Zwecke gibt es noch wenig, eines dieser Produkte - das Programm "Riskpoint" - findet sich jedoch unter www.ckeppler.de.

Mit Hilfe verschiedener Merkmale werden letztendlich das Tradingverhalten und die Performance des jeweiligen Traders berechnet, aufgeschl├╝sselt und grafi sch dargestellt, so dass erste Verbesserungen des eigenen Tradingstils schnell implementiert werden k├Ânnen.

Fazit
Ein sauber durchdachter Plan, auch wenn er einfach ist, ist zwingend notwendig, um erfolgreich agieren zu k├Ânnen. Der Plan selbst muss letztlich auch in die Tat umgesetzt werden und das l├Ąsst sich am besten mit Hilfe eines Ablaufplans und eines Tradingjournals bewerkstelligen. Jede Form des Tradens sollte als Business angesehen und mit den gleichen ernsthaften Beweggr├╝nden betrieben werden. Durch die Komplexit├Ąt der zur Verf├╝gung stehenden M├Ąrkte und Methoden ist ein nicht ernsthaft betriebener Handel selten gewinnbringend.

├ťber den Autor
Detlef Wormstall hat erste Tradingerfahrungen bei Profi s in den USA gesammelt, lange bevor bei uns in Deutschland das B├Ârsenfieber ausbrach und der Begriff "Trader" im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannt war. Seinen Handelsansatz hat er bereits mehrfach vor Publikum live und mit eigenen Geld erfolgreich auf der allj├Ąhrlichen Live-Trading Veranstaltung TradingHerbst in Aschaffenburg demonstriert. Kontakt: info@tradenetconsulting.com

Dieser Artikel stammt aus dem !DERIVATE MAGAZIN.
Das ! DERIVATE MAGAZIN erhalten Sie quartalsweise an ausgew├Ąhlten Zeitungskiosken f├╝r 10 Euro / Ausgabe . Bequemer ist der Bezug per Abonnement.
Gehen Sie hierf├╝r auf unsere Webseite: www.derivate-online.de
├ťber den Men├╝punkt "Magazin" → "Print" gelangen Sie auf unsere Registrierungsseite (alternativ k├Ânnen Sie auch auf das obige Logo klicken). Hier finden Sie auch Liste der Verkaufsstellen. Ebenefalls auf dieser Webseite, unter "Magazin" > "Archiv", stehen f├╝r Sie eine Reihe weiterer Artikel aus vergangenen Ausgaben kostenlos zum Download bereit.

Das !DERIVATE MAGAZIN ist die erste und einzige unabh├Ąngige Print-Publikation, die sich umfassend dem Thema Derivate widmet. Daneben wird die stark an Bedeutung gewinnende Anlageklasse Hedgefonds in einer st├Ąndigen Rubrik behandelt. Durch ihre kritische Berichterstattung schafft die erfahrene Redaktion, zusammen mit anerkannten Autoren aus Wissenschaft und Praxis, Orientierung ├╝ber die zunehmende Produktvielfalt und die aussichtsreichsten Anlagem├Âglichkeiten. Mit ├╝ber 140 Seiten ist das Derivate Magazin ein unverzichtbares Kompendium f├╝r Professionals, Anlageberater und aktive Privatanleger. Das Magazin erscheint quartalsweise.

Anzeigen