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High Frequency Trading (HFT) Teil 8: Mehr Schaden als Nutzen für den Anleger!

Sebastian Hell I QTrade - Trading Business - 24.12.2013

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

Mit Kritik wird heutzutage nicht gespart, da HFT-Firmen und Fonds in Verruf geraten sind. Während der Anteil dieser Firmen am Handelsvolumen an den US-Börsen zu Beginn des Jahrtausend bei fünf Prozent gelegen haben dürfte und damit sehr gering war, ist der Anteil inzwischen auf 70 Prozent gestiegen. Dadurch haben wenige Firmen eine sehr große Macht und können die Märkte drastisch beeinflussen. Politiker haben sich mittlerweile in die Diskussion eingeschaltet und die Börsenaufsicht ermittelt. Allerdings werden die Arbeiten deutlich erschwert, da sich die HFT-Firmen mittlerweile einer neuen Technik bedienen, die auch als „regulatory capture“ bezeichnet wird. Dabei werden ranghohe Beamte der amerikanischen Börsenaufsicht, die mit den Untersuchungen gegen die HFT-Firmen vertraut sind, gegen hohe Gehaltszahlungen abgeworben. Dadurch verzögern sich nicht nur die Untersuchungen, sondern die HFT-Firmen haben dadurch enorme Informationsvorteile, da sie wissen wie die Behörden arbeiten und welche Punkte gegen sie ins Feld geführt werden. Neben diesem gibt es jedoch noch weitere Kritikpunkte, die wie folgt aussehen:

Flash Orders werden für manipulative Zwecke verwendet:

Flash Orders werden wie bereits erwähnt von HFT-Fonds ausgenutzt um dadurch die anderen Marktteilnehmer zu übervorteilen. Diese Technik dürfte bald offiziell verboten werden und ist ohnehin nur noch an sehr wenigen Börsen verfügbar. Obwohl dieser Kritikpunkt gerne in den Medien angeführt wird, hat er sich schon fast selbst entkräftet, da Flash Orders kaum noch angeboten werden.

Quote Stuffing gefährdert das Finanzsystem:

Obwohl Quote Stuffing kaum bekannt ist, dürfte sich hieraus die nächste große Welle der Empörung entwickeln. Politiker und Börsenaufsicht dürften bald Ermittlungen einleiten. Erste Vorschläge von Insidern bestehen darin, dass man ein Gesetz einführt, dass Orders für eine bestimmte Anzahl an Millisekunden aufrecht erhalten werden müssen. Dadurch wird ein Überladen der Börsen mit Fake-Orders verhindert, da jede Order für eine bestimmte Zeit im Markt bleiben muss. HFT-Firmen würden Gefahr laufen, dass die ganzen Orders wirklich ausgeführt werden, was nicht deren Ziel ist. Primär sollen nur andere Algorithmen verwirrt werden, was nicht im Sinne der Liquiditätssteigerung an den Börsen ist.

Verbot bestimmter Algorithmen:

Während Quote-Stuffing andere HFT-Algorithmen verwirren soll, greifen andere wie beispielsweise der Sniffer gezielt VWAP- oder Iceberg-Ordersysteme an. Dadurch entsteht in der Regel ein Schaden bei Marktteilnehmern die diese Ordervarianten verwenden müssen. Oftmals sind dies Pensionskassen oder Versicherungen.

Abschaffung von Co-Location:

Selbst wenn die Börsen die Flash Orders komplett abschaffen, können sich High Frequency Trader immer noch Vorteile durch Co-Location schaffen. Hierunter wird verstanden, dass eine HFT-Firma direkt innerhalb der Börse eigene Server anmietet. Dadurch entstehen keinerlei Verzögerungen und jede Order und jeder Kurs kommt einige Millisekunden früher an als bei allen anderen Marktteilnehmern die ihre Server weiter weg stehen haben. Für die Börsen ist dies ein sehr lukratives Geschäft, jedoch entsteht auch hier ein Informationsvorteil für sehr zahlungskräftige Anleger.

Zusammenfassend lässt sich an dieser Stelle festhalten, dass High Frequency Trading deutlich mehr Kritikpunkte unter sich vereint als positive Aspekte. Während Iceberg-Order und VWAP-Systeme sehr gut funktionieren und mit den Grundstein für HFT gelegt haben, wurde diese Technik inzwischen pervertiert. Der eigentliche Zweck von HFT besteht nur darin Geld und Rendite für die Investoren zu generieren. Hierbei wird jedoch kaum richtiger Handel durchgeführt sondern man setzt gezielt auf das Täuschen von anderen schwächeren Algorithmen. Zudem wird die Allgemeinheit geschädigt, da gezielt Pensionskassen und Versicherungsfirmen angegriffen werden, die anschließend ihre Orders deutlich schlechter ausführen müssen als normal üblich.

Obwohl durch die HFT-Firmen das Volumen an den Börsen sicherlich deutlich gesteigert wurde, so ist dies nur ein optischer Trugschluss. Denn das hohe Volumen wird von wenigen Firmen gesteuert, die binnen kurzer Zeit dieses auch wieder komplett aus dem Markt nehmen können, wenn der Rest nicht nach ihren Regeln spielt. Zudem ist ein großer Teil der Orders an den Börsen nicht wirklich für den Handel gedacht. Wie bereits in dem Artikel über Quote Stuffing erläutert, sollen größtenteils nur andere Systeme getäuscht werden. Wenn nun also bei einer Aktie im Laufe eines Tages sehr viele Kurse gestellt werden, dann muss dies keineswegs bedeuten, dass die Liquidität tief ist und man hier schnell kaufen und verkaufen kann. Das Gegenteil ist der Fall und die Algorithmen versuchen sich nur gegenseitig zu besiegen.

Es ist daher davon auszugehen, dass High Frequency Trading zumindest in den USA und der EU in den kommenden Jahren stark reguliert werden wird. Da jedoch Wirtschaftsräume wie Asien hier sicherlich laxere Bestimmungen gelten lassen, dürfte ein großer Teil dieser Firmen in Richtung Singapur abwandern, wie ein jüngstes Interview mit Paul Rotter ebenfalls beweist.

Ihr Sebastian Hell
CFD-Experte & Börsenjournalist
https://qtrade.de/tradingblog

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Über den Autor & Qtrade
Sebastian Hell hat Internationale Finance in Deutschland und den USA studiert. Er berät Vermögensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien und veröffentlich regelmäßig im Auftrag von QTrade (www.qtrade.de) Kolumnen über die Finanzmärkte. QTrade mit Sitz in München bietet seinen Kunden neben Top-Handelskonditionen umfangreiche Zusatzsoftware für den MetaTrader 4 und 5 wie Actionlines, Sekunden-Trader, QCentral, QSnap und vieles mehr! Mehr Infos unter www.qtrade.de.

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