Research I Bonds

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Baader Bond Markets: Bitte kein abrupter Zinsschock!

K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 13.04.2017

In vielerlei Hinsicht ist die Welt nicht mehr so wie sie noch vor wenigen Jahren war. Dies trifft auch auf die Notenbanken zu. Auf der einen Seite wird in den USA permanent √ľber die angemessene Anzahl der Zinserh√∂hungen in Kombination mit einer Reduzierung der Bilanzsumme diskutiert. Auf der anderen Seite setzt man in Euroland auch zuk√ľnftig auf eine unterst√ľtzende Geldpolitik, da die Kerninflation noch nicht hoch genug ist und die L√∂hne nicht schnell genug steigen. Somit wird uns die Europ√§ische Notenbank (EZB) auch in den kommenden Wochen und Monaten als Ank√§ufer von Anleihen erhalten bleiben.

Welche Dimensionen dabei inzwischen erreicht wurden, konnte man dem w√∂chentlichen Bericht der EZB entnehmen. So ist in der Woche zum 7. April - trotz der monatlichen Reduzierung um 20 Mrd. ‚ā¨ - die Nachfrage nach Bonds kr√§ftig gestiegen. In Erwartung der verk√ľrzten Handelswochen √ľber Ostern wurden in diesen f√ľnf Handelstagen Bonds f√ľr insgesamt 19,492 Mrd. ‚ā¨ (Vw.: 8,901 Mrd. ‚ā¨) angekauft. In Summe soll so dem Kapitalmarkt bis zum Jahresende Material im Gesamtwert von nominal 2,28 Bill. ‚ā¨ entzogen werden. Besonders bedenklich erscheint hierbei, dass neben den Staatsanleihen auch Titel von 894 Unternehmen im Gegenwert von 77,87 Mrd. ‚ā¨ im Bestand der EZB gef√ľhrt werden, was ca. 12,39% der ausstehenden Volumina entspricht. Die Tatsache, dass es sich bei den Emittenten teilweise um ausl√§ndische Gesellschaften handelt, die lediglich einen Sitz in Euroland vorweisen k√∂nnen, ist schon f√ľr sich alleine betrachtet, schlimm genug. Aber dass von diesen 894 Bonds sogar √ľber 16% eine negative Rendite abwerfen, kann sogar als grob fahrl√§ssig bezeichnet werden. Im Gesamtbestand rentieren sogar √ľber 70% der Bonds im negativen Bereich. Bei steigenden Zinsen entstehen somit automatisch Abschreibungen auf die Best√§nde der Notenbanken, was deren nationale Steuerzahler zu tragen haben. Dieses Problem haben aber nicht nur die Notenbanken, sondern auch alle Kapitalsammelstellen, Banken und Versicherer infolge ihrer Anlagerichtlinien. Nur in diesen F√§llen sind die Verluste von den Anteilseignern zu tragen.

Noch versuchen die Notenbanken mit allen Mitteln die niedrigen Zinsen ‚Äěeinzufrieren‚Äú und dadurch das wackelige Konstrukt zu stabilisieren. Doch fr√ľher oder sp√§ter werden die Zinsen wieder steigen m√ľssen. Nur wei√ü noch niemand in welchem Ma√üe und wann. Unter Ber√ľcksichtigung der faulen Kredite bei den europ√§ischen Banken sowie den angeh√§uften Best√§nden bei den Notenbanken tickt eine Zeitbombe in der Eurozone, die viel Fingerspitzengef√ľhl bei der Entsch√§rfung erfordert. Leider hat man bisher nicht den Eindruck gewinnen k√∂nnen, dass es hierf√ľr geeignete ‚ÄěEntsch√§rfer‚Äú gibt, sondern eher Sprengmeister.

Schicksalswahl f√ľr Europa

Die wohl bedeutendste Wahl 2017 f√ľr die Zukunft der Europ√§ischen Union (EU) r√ľckt n√§her. W√§hrend in Deutschland mit Merkel und Schulz zwei europafreundliche Kandidaten um den Einzug ins Bundeskanzleramt k√§mpfen, bewirbt sich mit Marine Le Pen eine bekennende Gegnerin der EU um die franz√∂sische Pr√§sidentschaft. Am 23. April sind die Franzosen zum Urnengang aufgerufen, um ihren n√§chsten Pr√§sidenten der f√ľnften Republik in den √Člys√©e-Palast zu w√§hlen. Nachdem sich die Niederlande zuletzt √ľberraschend klar gegen den Rechtspopulisten Geert Wilders ausgesprochen hatten, haben sich die Kapitalm√§rkte mit Blick auf die Frankreich-Wahl zwar etwas beruhigt, aber franz√∂sische Staatsanleihen notieren immer noch mit einem Aufschlag von ca. 70 Basispunkten √ľber Bundesanleihen. Doch die Angst der B√∂rsianer schwingt immer noch mit. Denn ein Terroranschlag in Frankreich k√∂nnte die Stimmung kippen lassen und dem Populismus als Wegbereiter dienen.

Sorgen bereitet allerdings auch die franz√∂sische Volkswirtschaft, weshalb das Land bereits als ‚Äěder kranke Mann Europas‚Äú bezeichnet wird. Daf√ľr sprechen wirtschaftlicher Stillstand und eine Arbeitslosenquote von ca. 10% sowie eine Staatsverschuldung von ca. 96% des Bruttoinlandprodukts. Vor diesem Hintergrund fordert der Aufsteiger unter den franz√∂sischen Kandidaten, der fr√ľhere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, einen ‚Äěradikalen Umbau‚Äú, der unter anderem Steuersenkungen bei Unternehmen und B√ľrgern vorsieht. Gleichzeitig will der parteiunabh√§ngige Macron die hohe franz√∂sische Staatsquote senken und so in 5 Jahren 60 Mrd. ‚ā¨ sparen. Dies sind die Worte, welche die M√§rkte gerne h√∂ren, weshalb viele Analysten bei einem Wahlsieg Macrons von einem Anstieg des Pariser Aktienmarkts ausgehen.

Daf√ľr muss es der 39-j√§hrige fr√ľhere Investmentbanker allerdings in die Stichwahl am 7. Mai schaffen und dort seine voraussichtliche Gegnerin Le Pen schlagen. Fest steht schon jetzt, dass das alte Duopol der republikanischen Rechten und der Sozialisten Frankreich abgewirtschaftet hat. So d√ľrften der Sozialist Beno√ģt Hamon unter anderem wegen seiner utopischen Ideen und sein b√ľrgerlich-konservativer Gegner Fran√ßois Fillon wegen Nepotismus sowie mutma√ülicher Bestechlichkeit sich nur noch um Rang drei streiten. Sollte Macron die Ultranationalistin Le Pen schlagen, w√§re es ein gro√üer Sieg f√ľr die EU, deren Zukunft mit der franz√∂sischen Pr√§sidentschaftswahl auf dem Spiel steht. Kein Wunder, dass Finanzminister Wolfgang Sch√§uble neulich geraunt hatte, als Franzose w√ľrde er wohl Macron w√§hlen.

Großbritannien wegen Brexit unter Druck

Mit harten Bandagen d√ľrfte gerungen werden, wenn Br√ľssel mit den Briten um deren Ausstieg aus der Europ√§ischen Union (EU) verhandeln wird, das ist klar. Doch sollte London dabei einen Brexit ohne Vereinbarung √ľber einen geregelten Austritt in Kauf nehmen, wie es Au√üenminister Boris Johnson schon einmal so dahingesagt hatte, bef√ľrchtet die EU-Kommission Versorgungsengp√§sse in Gro√übritannien. EU-Chefunterh√§ndler Michel Barnier soll intern davor gewarnt haben, dass im Falle eines harten Brexits ‚ÄěChaos an den Grenzen, Versorgungsprobleme f√ľr Gro√übritannien, besonders bei frischen Produkten, und eine ernsthafte St√∂rung des Flugverkehrs‚Äú die Folge sein werden.

Tats√§chlich k√∂nnte der Brexit einschneidende Folgen f√ľr die Luftverkehrsbranche haben. Denn die Flugrechte m√ľssen innerhalb kurzer Zeit neu geregelt werden. Deshalb dr√§ngt die Luftverkehrsindustrie auf schnelle Verhandlungen mit Br√ľssel wie keine zweite Branche in Gro√übritannien. Denn den britischen Fluggesellschaften droht mit dem EU-Austritt nicht nur ein allgemeiner R√ľckgang der Passagierzahlen durch die Schw√§che des britischen Pfunds, sondern auch der Verlust wichtiger Verkehrsrechte. So stehen die Airlines m√∂glicherweise vor gewaltigen Umw√§lzungen, sofern sie weiterhin in ganz Europa Fl√ľge anbieten wollen. Schon unmittelbar nach dem Referendum im Juni 2016 hatten die B√∂rsen die gro√üen Billigflieger Easyjet und Ryanair mit heftigen Kursabschl√§gen abgestraft, weil mit dem Brexit deren pan-europ√§isches Gesch√§ftsmodell mit dem gr√∂√üten Einzelmarkt Gro√übritannien gef√§hrdet ist.

Mit der Finanzindustrie, die f√ľr rund 11% des britischen Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist, steht eine weitere Branche in Gro√übritannien unter Druck. Nicht von ungef√§hr mahnt die bei der EZB angesiedelte Bankenaufsicht die britischen Finanzinstitute zur Eile. Schlie√ülich ben√∂tigen die Banken in der Londoner City mit dem Brexit einen Sitz und eine Banklizenz in der EU ‚Äď sofern sie noch Gesch√§fte in der EU machen wollen. Sie sollten entsprechend planen, um ihre Lizenz fristgerecht zu erhalten, hei√üt es in einem Schreiben der Bankenaufsicht. Da es zwischen sechs und zw√∂lf Monaten dauert, bis √ľber eine Banklizenz entschieden wird, ist klar, dass die britischen Banken nicht zun√§chst einmal die Brexit-Verhandlungen abwarten k√∂nnen. Vielmehr m√ľssen sie sich bereits im Vorfeld nach einem EU-Sitz umschauen und dorthin Gesch√§ft verlagern. Denn Briefkastenfirmen wird die EU nicht dulden. Dies hat die Bankenaufsicht wiederholt klargemacht.

Indessen haben sich die EU-L√§nder weitgehend √ľber ihre Position f√ľr die Brexit-Verhandlungen verst√§ndigt. Breiten R√ľckhalt gebe es auch f√ľr den Plan, in zwei Phasen zu verhandeln, hie√ü es aus dem EU-Rat. Demnach ist vorgesehen, zuerst die Bedingungen des britischen EU-Austritts zu kl√§ren, bevor dann √ľber die k√ľnftigen Beziehungen verhandelt werden soll. Diese Vorgehensweise setzt die Briten unter Druck und entspricht nicht den W√ľnschen der britischen Premierministerin Theresa May, die am liebsten beides zusammen kl√§ren w√ľrde.

Dominator der Währungsreserven

Wir hatten es bereits in der vergangenen Woche angedeutet: Die St√§rke des US-Dollars r√ľhrt nicht von der eigenen St√§rke, sondern der Schw√§che der anderen. Per Ende 2016 hielten die Zentralbanken ca. 64% oder gut 5 Bill. USD ihrer Reserven in Form des Greenbacks. W√ľrde man die Wirtschaftsleistung der USA als Basis nehmen, w√§ren nur 44% angemessen. Die j√ľngsten Zahlen des Internationalen W√§hrungsfonds (IWF) zeigen, dass es derzeit keiner anderen W√§hrung gelingt, gegen die Dominanz des US Dollars anzukommen. Vielmehr hat der Greenback seine f√ľhrende Position als Weltleitw√§hrung wieder stark ausgebaut. So konnte er nach drei Quartalen mit r√ľckl√§ufigen Anteilen ausgerechnet im 4. Quartal, in dem Donald Trump zum US-Pr√§sidenten gew√§hlt worden ist, wieder zulegen.

Diese Entwicklung hat sich wohlgemerkt in einer Phase vollzogen, in welcher der chinesische Yuan im Oktober 2016 in den IWF-W√§hrungskorb aufgenommen wurde und damit zur f√ľnften Reservew√§hrung avancierte. Doch der neue Konkurrent kann dem US Dollar offenbar nicht das Wasser reichen. Lediglich umgerechnet 84,5 Mrd. USD stecken die Notenbanken in das chinesische Volksgeld. Dies kommt gerade mal 1,1% der globalen Devisenreserven gleich, obwohl China die zweitgr√∂√üte Volkswirtschaft der Welt stellt. Nach Berechnungen der Deutschen Bank m√ľsste der Yuan gemessen an der Wirtschaftsleistung f√ľr rund 18% der Reserven stehen. Gem√§√ü dem Devisenschl√ľssel bei den sogenannten Sonderziehungsrechten (SDR) des IWF nimmt die chinesische W√§hrung immerhin 11% ein. Doch kaum einer will eine Reservew√§hrung halten, die √ľberbewertet ist und m√∂glicherweise weiter abgewertet werden muss.

Aber auch der Euro schw√§chelte und rutschte mit einem Anteil an den Reserven mit 19,74% unter die 20%-Marke und damit den niedrigsten Wert seit 2015. Gemessen an der Wirtschaftsleistung m√ľsste der Euro einen Anteil von rund einem Drittel innehaben. Angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa und der negativen Zinsen der EZB gilt der US-Dollar in dieser Situation aber als alternativlos. Am Ende war es die Staatsschuldenkrise in Europa, die einen weiteren Aufstieg der Gemeinschaftsw√§hrung, wie er nach deren Einf√ľhrung eingesetzt hatte, verhindert hat.

Damit bleibt der Euro und erst recht der Yuan meilenweit hinter dem Anspruch des Status einer Weltleitw√§hrung zur√ľck. Ein St√ľck weit ist dies schon ein Paradoxon, stellt doch mit den USA das Land mit den meisten Schulden zugleich die f√ľhrende Weltleitw√§hrung und den wohl unberechenbarsten Pr√§sidenten seiner Geschichte. Immerhin scheint ein Comeback des Euro nicht g√§nzlich ausgeschlossen. So herrschen vielfach am Markt die Erwartungen vor, dass die Wirtschaft in Euroland wieder an Schubkraft gewinnen wird und die Annahme, dass der EU-feindliche Populismus seinen H√∂hepunkt √ľberschritten haben mag. Sollte das stimmen, so k√∂nnte es eigentlich f√ľr den Euro nur noch nach oben gehen.

Das ewige H√ľ und Hott des Alexis Tsipras

Ob es an den schlechten Umfragewerten lag? Kaum hatten sich n√§mlich die Geldgeber Griechenlands mit Athen √ľber Bedingungen f√ľr neue Hilfsmilliarden geeinigt, da forderte Regierungschef Alexis Tsipras weitere Erleichterungen beim Schuldenabbau und die Gr√ľnde f√ľr die Rolle r√ľckw√§rts sind sicherlich in dem Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts der Universit√§t von Thessaloniki zu sehen. So haben Tsipras und seine linke Partei Syriza deutlich an Unterst√ľtzung verloren und die Zustimmung rutschte von rund 35,5% bei der Parlamentswahl im September 2015 auf jetzt 15,5% ab.

Noch am vergangenen Freitag hatte man sich in Valletta auf eine Grundsatzeinigung f√ľr die von den Geldgebern geforderten Sparma√ünahmen 2019 und 2020 geeinigt. Die neuen Reformzusagen von Tsipras‚Äė Regierung als Bedingungen f√ľr weitere Milliarden aus dem seit 2015 laufenden Hilfsprogramms umfassen zus√§tzliche Sparma√ünahmen im Volumen von 2% des Bruttoinlandsprodukts. Eine H√§lfte davon soll √ľber Rentenk√ľrzungen 2019 erreicht werden, die andere H√§lfte soll die Senkung von Steuerfreibetr√§gen 2020 bringen. Damit galten im monatelangen Streit √ľber Reformen die gr√∂√üten H√ľrden f√ľr die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen als ausger√§umt.

Doch kurz nach Malta hat Tsipras sein ewiges Spiel aus in die L√§nge gezogenen Verhandlungen, Zusagen, neuen Bedingungen und Nachforderungen wiederaufgenommen und die Umsetzung der vereinbarten weiteren Wirtschaftsreformen an Erleichterungen bei der Schuldentilgung des krisengeplagten Landes gekn√ľpft. So bezeichnete er mittelfristige Schuldenentlastung, mit denen Griechenland am Anleihekaufprogramm der EZB teilnehmen k√∂nnte, und eine zumutbare Haushaltspolitik als Voraussetzung f√ľr die Umsetzung der mit den Gl√§ubigern vereinbarten Ma√ünahmen.

Man wird sehen, wie sich die Regierung Tsipras verh√§lt, wenn nun, wie geplant, die Pr√ľf-Institutionen von EU-Kommission, Europ√§ischer Zentralbank (EZB), Euro-Rettungsfonds ESM sowie Internationalem W√§hrungsfonds (IWF), die man einst Troika genannt hat, in den kommenden Tagen nach Athen zur√ľckkehren, um dort das vereinbarte Reformpaket abzuschlie√üen.

Monatelange Verz√∂gerungen hat es auch bei einem anderen Thema in Griechenland gegeben, das mit der Sanierung des Staatshaushalts in Verbindung steht. So hat Fraport am Dienstag offiziell den Betrieb von 14 griechischen Regionalflugh√§fen √ľbernommen. Der Frankfurter Flughafenbetreiber hat daf√ľr 1,234 Mrd. ‚ā¨ Konzessionsgeb√ľhr an den staatlichen griechischen Privatisierungsfonds √ľberwiesen. Die Konzessionsvergabe, die f√ľr 40 Jahre gilt, ist eines der gr√∂√üten Privatisierungsprojekte im √ľberschuldeten Griechenland. Urspr√ľnglich war die √úbergabe der Flugh√§fen f√ľr Herbst 2016 geplant.

Ein kleines Körbchen mit bunten Ostereiern

In dieser Berichtswoche gleicht die Emissionst√§tigkeit der Unternehmen einem nur sp√§rlich gef√ľllten Osternest. Lediglich Suez, RCI Banque SA, FCA Bank und Schmolz + Bickenbach AG refinanzierten sich mit frischem Geld am Kapitalmarkt.

Dabei machte der franz√∂sische Automobilhersteller RCI Banque SA den Anfang und begab eine 750 Mio. ‚ā¨ schwere Anleihe (A19FWD) mit Laufzeit bis zum 12.04.2021. Renault entschied sich bei der Emission f√ľr einen variablen Zinssatz, der viertelj√§hrlich gezahlt wird. Aktuell bel√§uft sich der Kupon auf 0,318% und nach jeder Zinszahlung errechnet sich der neue Kupon anhand des dann aktuellen Euribors +65 bps. Dementsprechend wurde der Floater zu pari begeben.

Der franz√∂sische Konzern Suez sammelte 600 Mio. ‚ā¨ am Kapitalmarkt ein. Die Fix-to-Float-Nachranganleihe (A19GBE) hat zun√§chst bis zum ersten K√ľndigungstermin am 19.04.2024 einen festen j√§hrlichen Kupon von 2,875%. Im Anschluss ist die Anleihe viertelj√§hrlich zu pari k√ľndbar und der Zinssatz √§ndert sich bis zum 19.04.2029 auf den dann aktuellen f√ľnfj√§hrigen Swap +2,504% und am 19.04.2029 auf den aktuellen f√ľnfj√§hrigen Swap +3,504%. Begeben wurde das Papier zu 100%, was einem Emissionsspread von +314 bps √ľber der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Als dritter im Bunde legte die Finanzierungsbank FCA Bank des Automobilkonzern Fiat Chrysler einen 4,5-j√§hrigen Bond (A19F9F) mit einem Emissionsvolumen von 800 Mio. ‚ā¨ auf. Die Bank mit Sitz in Turin zahlt f√ľr die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 1% Zinsen p.a. an die Investoren. Der Emissionspreis belief sich auf 99,565%, was einem Spread von +100 bps √ľber Mid Swap gleichkam.

Last not least reihte sich in dieser Woche Schmolz + Bickenbach AG ein und begabe eine Anleihe (A19FW9) mit einem Volumen von 200 Mio. ‚ā¨. Der Schweizer Stahlkonzern mit Sitz in Emmenbr√ľcke stattete den Bond mit einem Zins von 5,625% aus, welcher bis zur F√§lligkeit am 15.07.2022 halbj√§hrlich gezahlt wird. Emittiert wurde zu pari (+606 bps √ľber Bund). In die Anleihebedingungen wurde eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten aufgenommen.

Schmolz + Bickenbach, FCA Bank und Suez entschieden sich bei Ihren Emissionen f√ľr eine Mindestst√ľckelung von 100.000 ‚ā¨. RCI Banque SA erfreute die Privatanleger hingegen mit einer Mindestst√ľckelung von 1.000 ‚ā¨.

Die Drei-Zinnen-Formation

Die Bergsport-Begeisterten unter den Rentenh√§ndlern f√ľhlen sich beim Anblick der chartm√§√üigen Darstellung der 10-Jahres-Rendite deutscher Staatsanleihen an die Drei Zinnen, einen markanten Gebirgsstock in den Sextner Dolomiten, erinnert. Zum Jahreswechsel rentierte die zugrundeliegende Anleihe nur noch mit 0,168%, um innerhalb des Januars auf 0,478% anzusteigen und nach Durchschreiten eines Renditetals (24.02.) wurde am 10.03. nochmals 0,478% erreicht. Doch seit diesem Tag haben die unz√§hligen geopolitischen Krisen die Rendite wieder auf 0,203% abschmelzen lassen.

Schenkt man dem gro√üen Bill Gross Glauben, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis der Euro-Bund-Future sich gen S√ľden verabschiedet. Bereits vor zwei Jahren hatte der auch als Bondk√∂nig bezeichnete Mitbegr√ľnder der Anlagegesellschaft Pimco auf diese Strategie gesetzt. Damals haben allerdings die Notenbanken mit ihren Anleihekaufprogrammen ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch nun sieht er sich durch die Reduzierung der Ankaufvolumina seitens der EZB und der Bilanzsumme der Fed ermutigt, die Karte nochmals zu spielen. Man darf gespannt sein, ob er dieses Mal Recht bekommen wird.

Charttechnisch ergibt sich kurz vor den Osterfeiertagen folgendes Bild: Eine sehr stark ausgepr√§gte Widerstandslinie verl√§uft aktuell bei ca. 163,80% und eine erste Unterst√ľtzung hat sich im Bereich von 162,64% herausgebildet. Aktuell notiert das Rentenbarometer bei 163,47%.

Fitch glaubt an Trump

Zur Wochenmitte hat die Ratingagentur Fitch den USA ihr Spitzenrating best√§tigt und damit die haushaltspolitischen Probleme der neuen US-Regierung au√üer Acht gelassen. Begr√ľndet wurde die Bonit√§tseinstufung mit der gestiegenen Bedeutung als Reservew√§hrung und die weiteren Argumente k√∂nnten auch aus dem Wahlkampfprogramm von D.T., dem Unberechenbaren, stammen (die Wirtschaft ist gro√ü, reich und vielf√§ltig, usw.). In diesem Zusammenhang wurde auch der Kapitalmarkt als einer der liquidesten bezeichnet und entsprechend stark in Anspruch genommen. Neben den √ľblichen Geldmarktpapieren mit Laufzeiten von 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. USD wurden noch T-Notes mit F√§lligkeiten in 3 bzw. 10 Jahren sowie 30-j√§hrige T-Bonds f√ľr zusammen 56 Mrd. USD aufgelegt.

In Euroland hat in der Karwoche Rom die Hauptrolle f√ľr sich beansprucht. √úber 60% der in dieser Zeit begebenen Titel betreffen die Refinanzierung Italiens und die restlichen ca. 6 Mrd. ‚ā¨ teilen sich die L√§nder Irland (A1HHG1 / 2023 ; A18WS0 / 2026), Niederlande (A1G12E / 2033) Portugal (A1Z6CE / 2022 ; A1ZU1M / 2025) und Deutschland (110241 / 2027). Angestrebt war eine Aufstockung der aktuellen 10-j√§hrigen deutschen Benchmark-Anleihe um 3 Mrd. ‚ā¨ auf inzwischen 17 Mrd. ‚ā¨. Die Zuteilung der √ľberzeichneten Staatsanleihe erfolgte bei einer Durchschnittsrendite von 0,21% und lediglich ca. 565 Mio. ‚ā¨ wurden zur Marktpflege zur√ľckgehalten.

Politische Eiszeit beeindruckt den Rubel nicht

In einer verk√ľrzten Handelswoche und unmittelbar vor den Osterfeiertagen fehlen am Devisenmarkt die entscheidenden Impulse, um f√ľr gr√∂√üere Kursbewegungen zu sorgen.

Nach wie vor scheiden sich bei der europ√§ischen Gemeinschaftsw√§hrung die Geister, denn einerseits ist man in den USA nicht an einem schwachen Euro interessiert und wird versuchen, dies zu unterbinden. Andererseits prognostiziert die Deutschen Bank f√ľr Euro-Dollar im Laufe des Jahres eine Ann√§herung an die Parit√§t. Begr√ľndet wird diese Sichtweise mit einer st√§rkeren US-Konjunktur sowie der Ungewissheit um die politischen Wahlen in Europa, insbesondere richtet sich da die Aufmerksamkeit der Investoren nach Frankreich. Noch handelt der Euro allerdings deutlich oberhalb der Parit√§t und zwar bei ca. 1,0655 USD.

Ein Blick auf die Entwicklung der anderen W√§hrungen offenbart die derzeitige St√§rke und Robustheit des russischen Rubels, und das trotz der politischen Eiszeit sogar gegen√ľber dem US-Dollar. Im Verh√§ltnis zum Euro hat es die W√§hrung Russlands in den vergangenen Handelsmonaten geschafft, sich stetig zu verbessern und aufzuwerten. Anfang April konnte sie sogar kurzzeitig die Marke von 60 RUB unterschreiten und handelte zeitweise bei 59,5536 RUB. Zuletzt gelang ihr dies im Juni 2015. Diese Marke konnte der Rubel aber nicht lange verteidigen und handelt derzeit wieder bei 60,50 RUB.

In der Karwoche haben sich Privatanleger in Ermangelung neuer Erkenntnisse oftmals bedeckt gehalten, aber dennoch waren vereinzelt Aktivit√§ten in Bonds lautend auf US-Dollar, t√ľrkische Lira, norwegische Kronen sowie auch s√ľdafrikanische Rand zu registrieren.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontrof√ľhrung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der f√ľhrenden Investmentbanken f√ľr die DACH-Region (Deutschland, √Ėsterreich, Schweiz) und Marktf√ľhrer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank f√ľr die b√∂rsliche und au√üerb√∂rsliche Preisfindung von √ľber 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungsl√∂sungen f√ľr Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:
Baader Bank AG
Weihenstephaner Str. 4
85716 Unterschleißheim
Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

Über mögliche Interessenkonflikte und rechtliche Hinweise informieren Sie sich bitte im Disclaimer auf http://www.bondboard.de/Newsletter/Disclaimer.

Marktticker

Quotes by TradingView

Research

weitere Kolumnen & Analysen

Anzeigen

Charttechnischer Ausblick - DAX-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 03.04.2018
Der DAX-Future (FDAX) konnte in der letzten Handelswoche die aktuellen Jahrestiefs nur f√ľr kurze Zeit geringf√ľgig ausbauen und tendierte danach, wie angenommen, in Richtung 12.000 und folgend knapp √ľber den Widerstand von 12.100 Punkten. ... mehr

ETFs: Suche nach Alternativen

Börse Frankfurt - Indizes - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (B√∂rse Frankfurt). Der Start in den April ist an der B√∂rse gr√ľndlich misslungen: Vor Ostern war es noch nach oben gegangen, so kletterte der DAX am Gr√ľndonnerstag auf 12.096,73 Punkte. Am heutigen Dienstag sieht es vor dem Hintergrund schwacher US-B√∂rsen aber tiefrot aus, am Mittag notiert der DAX bei nur 11.962 Z√§hlern. Der sich versch√§rfende Handelsstreit zwischen den USA und China belastet: ... mehr

Euwax Trends: Nervosität nach Ostern: Verkaufsdruck bei Chip-Werten - Handelsstreit belastet den Aktienmarkt

Börse Stuttgart - Marktberichte - 03.04.2018
Die Kurse am deutschen Aktienmarkt rutschen nach Ostern erneut ab. So notiert der DAX aktuell bei 12.022 Punkten mit 0,6 Prozent im Minus. Das vorl√§ufige Tagestief wurde am Vormittag bei 11.913 Z√§hlern festgestellt. Nun ist also erneut die Marke von 12.000 Punkten, die der Leitindex erst am vergangenen Donnerstag zur√ľckerobert hatte, zeitweise nach unten durchbrochen worden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - S&P-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Indizes - Analysen - 03.04.2018
Der S&P-Future zeigte in der vergangenen Handelswoche eine eher seitw√§rts tendierende Bewegung, mit der Marke von rund 2.660,00 Punkten als obere und dem Unterst√ľtzungsbereich 2.590,00 als untere Grenze. Geplante Verk√§ufe an Widerst√§nden hielten somit recht gute Trade-Szenarien bereit. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - Bund-Future (Kontrakt 06-18) - 14. KW 2018

LYNX Broker - Bonds - Analysen - 03.04.2018
Ohne nennenswerte Anzeichen schob sich der Bund-Future in den vergangenen Handelstagen weiter nach oben und erreichte am Mittwoch das Wochenziel von knapp 159,75. Widerst√§nde in den aktuellen Kursbereichen stellten nur geringf√ľgige Hindernisse dar und konnten teilweise sauber durchsto√üen werden. ... mehr

Charttechnischer Ausblick - EUR/USD - 14. KW 2018

LYNX Broker - Forex - Analysen - 03.04.2018
Mit merklichem Momentum konnte sich der EUR/USD in der vergangenen Handelswoche √ľber die Hochs der vorletzten Handelswoche schieben, was zu interessanten Kaufchancen f√ľhrte. Mit dem Erreichen des Hochs von 1,2475 war der Aufw√§rtsmove jedoch wieder vorbei und der Wert fiel in die Schiebezone zwischen 1,2400 und 1,2250 zur√ľck. ... mehr

Tagesausblick Aktien: DAX wieder unter Druck

Helaba Floor Research - Indizes - 03.04.2018
Aktienmarkt Am Donnerstag ging der DAX bei 12.096,72 Z√§hlern aus dem Handel. Dies entsprach einem Plus in H√∂he von 1,3 Prozent. Anleger nutzen das zuvor reduzierte Kursniveau zum Einstieg, wenngleich auch das Quartalsende (Stichwort: ‚Äúwindow dressing‚Äú) eine wesentliche Rolle gespielt haben d√ľrfte. ... mehr

Henkel ‚Äď den DAX langfristig geschlagen

LYNX Broker - Indizes - Aktien - 03.04.2018
Fundamentalbetrachtung der Henkel AG Die Die Henkel AG & Co. KGaA verf√ľgt den eigenen Angaben zufolge weltweit √ľber ein diversifiziertes Portfolio mit starken Marken, Innovationen und Technologien in seinen drei Unternehmensbereichen. Im st√§rksten Konzernsegment Adhesive Technologies ‚Äď dem Klebstoffbereich ‚Äď mit einem Umsatzanteil von 47 Prozent gilt Henkel als globaler Marktf√ľhrer. ... mehr

Bund Future - Erwartete Trading Range: 158.57-160.07

Helaba Floor Research - Bonds - 03.04.2018
An den internationalen Finanzmärkten kehrte vorösterliche Ruhe ein. Nach einem von großer Verunsicherung und Nervosität geprägten Handelsverlauf standen im Handelsstreit der USA mit China die Zeichen auf Entspannung. Während der Ausverkauf an den Aktienbörsen zum Stillstand kam, legten auch festverzinsliche Papiere eine Verschnaufpause ein. ... mehr

Tagesausblick Renten/Devisen: Stimmungsindikatoren im Fokus

Helaba Floor Research - Forex - 03.04.2018
statistDie verk√ľrzte Handelswoche startet mit den Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone. Vorabsch√§tzungen in Deutschland und Frankreich lassen auf nachlassende Stimmungsumfragen schlie√üen. Auch der schwelende Handelskonflikt mit den USA k√∂nnte negativen Einfluss auf die Stimmung der Einkaufsmanager aus√ľben. ... mehr

Ripple (XRP): Bärische Ostern belasten den Kurs

DailyFX - Marktberichte - Kryptowährungen - 03.04.2018
Der bankennahe Token ist nicht gut auf Ostern zu sprechen. √úber die Feiertage hatte der Kurs zeitweise rund 14 Prozent ausgehend von Freitag nachgegeben. Dar√ľber hinaus steht die 0,50-US-Dollar-Marke aktuell unter Beschuss. Die Osterfeiertage konnten den Ripple-Kurs nicht befl√ľgeln. ... mehr

DAX: Unsicherheiten bleiben bestehen

IG Markets Research - Marktberichte - 03.04.2018
03.04.2018 ‚Äď 07:15 Uhr (Werbemitteilung): US-Pr√§sident Donald Trump bleibt auch weiterhin ein Risikofaktor f√ľr die Finanzm√§rkte. Der drohende Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China d√ľrfte auch zu Beginn des zweiten Quartals das zentrale Thema sein. Vorb√∂rslich d√ľrfte der DAX mit deutlichen Kursabschl√§gen in die Woche starten. ... mehr

Neue ETFs: Dividendenstarke Aktien aus USA und weltweit

Börse Frankfurt - Trading Business - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Deutsche Asset Management erweitert das Angebot an Exchange Traded Funds auf Xetra und im Frankfurter Parketthandel. Mit den zwei neuen Aktien-ETFs erhalten Anleger die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Unternehmen mit hoher Dividendenrendite und soliden Finanzkennzahlen zu partizipieren. ... mehr

Neuer ETF: Inflationsgesch√ľtzte US TIPS

Börse Frankfurt - Trading Business - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Emittent iShares erweitert das Angebot an Renten-ETFs auf Xetra und an der Börse Frankfurt. Mit dem Rentenindex-ETF können Anleger an der Wertentwicklung von auf US-Dollar lautenden, inflationsindexierte Anleihen des US-Schatzamtes (US TIPS) partizipieren. ... mehr

Charttechnik: Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum

Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - Kryptowährungen - 02.04.2018
Video-Chartanalyse Kryptow√§hrungen Der Bitcoin-Preis l√§uft eine untergeordnete Unterst√ľtzung an. Von hier aus hat Preis Stabilisierungspotential. ... mehr

Anzeigen