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Baader Bond Markets: Wachsende Zweifel an D. T.

K. Stopp I Baader Markets - Bonds - 23.03.2017

Dass D. T., der Unberechenbare, die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage, wonach nur noch 37% der Amerikaner seine Arbeit als positiv bewerten, postwendend als ‚ÄěFake News‚Äú abtut, mag nicht verwundern. Offensichtlich aber weht dem US-Pr√§sidenten der Wind doch st√§rker ins Gesicht, als er gemeinhin wahrhaben m√∂chte. Nicht nur dass der Chef des FBI, James Comey, die Abh√∂rvorw√ľrfe gegen Vorg√§nger Barack Obama als ‚ÄěNonsense‚Äú brandmarkte und damit Trump der L√ľge bezichtigte. Nein, auch die magische Kraft des Faktischen scheint sich gegen Trump zu wenden.

Da sorgen wachsende Zweifel an einer raschen Umsetzung seiner Wirtschaftspl√§ne f√ľr R√ľcksetzer an der Wall Street. Investoren zweifeln daran, ob die neue Regierung die von ihr versprochenen Steuererleichterungen tats√§chlich wird durchsetzen k√∂nnen. Manche reden schon von einem Ende der Trump-Rally. So f√ľrchtet man am Markt, dass sich der Kongress in Washington zun√§chst in langwierigen Grabenk√§mpfen um die R√ľckabwicklung der unter Trumps Vorg√§nger Obama verabschiedeten Gesundheitsreform verlieren k√∂nnte.

Denn just dieser Schritt ist auch bei Republikanern umstritten, k√∂nnte die Trump'sche Gesundheitsreform doch daf√ľr sorgen, dass bald viele Amerikaner nicht mehr krankenversichert w√§ren. Entsprechend eisig ist derzeit der Wind, der den republikanischen Abgeordneten auf den aktuellen Town Hall Meetings von ihrer eigenen Klientel entgegenbl√§st. So haben die Haushaltsexperten des Kongresses das geplante Gesundheitsgesetz einmal durchgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Jahresbeitr√§ge f√ľr die Krankenversicherung in den kommenden Jahren im Schnitt um bis zu 15% steigen w√ľrden. Weil aber die Sozialversicherung gleichzeitig drastisch zusammengestrichen werden soll, k√∂nnten bis 2026 rund 24 Millionen US-B√ľrger ihren Versicherungsschutz ganz verlieren.

Sorgen bereitet Trumps Politik auch dem Sachverst√§ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Konkret sprechen die ‚ÄěWirtschaftsweisen‚Äú mit Blick auf die von Trump geforderten protektionistischen Ma√ünahmen als eine Gefahr f√ľr das globale Handelssystem und ein Risiko f√ľr die Weltwirtschaft. Die von den USA formulierte Kritik am deutschen Leistungsbilanz√ľberschuss wiesen die Experten zur√ľck. Die deutschen Exporte in die USA √ľbertrafen 2016 die Importe von dort um 49 Mrd. ‚ā¨. Der √úberschuss sei zwar hoch, doch signalisiere er kein gesamtwirtschaftliches ‚ÄěUngleichgewicht", wie der Vorsitzende des Expertengremiums, Christoph Schmidt, sagte. Parallel dazu forderte er die Bundesregierung aber auf, Investitionen im Inland zu f√∂rdern und so einen Beitrag zu leisten, damit sich der Differenzbetrag zur√ľckbildet.

Umgekehrt ist das Leistungsbilanzdefizit der USA 2016 noch einmal gestiegen ‚Äď und zwar um 3,9% auf 481,2 Mrd. Dollar. Das entspricht bei der gr√∂√üten Volkswirtschaft der Welt 2,6% der Wirtschaftsleistung.

Der Brexit-Marathon kann beginnen

Voraussichtlich im M√§rz 2019 wird die Mitgliedschaft Gro√übritanniens in der Europ√§ischen Union (EU) zu Ende gehen. Daf√ľr wird Premierministerin Theresa May am 29. M√§rz den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Doch bevor der Brexit tats√§chlich umgesetzt wird, steht den Experten auf britischer und EU-Seite eine regelrechte Mammutaufgabe bevor, m√ľssen doch im Rahmen der Austrittsverhandlungen rund 21.000 EU-Regeln und -Gesetze er√∂rtert werden.

Am 29. April wollen nun die Staats- und Regierungschefs der 27 verbleibenden EU-L√§nder bei einem Sondergipfel ihre Verhandlungslinie festlegen. F√ľr EU-Ratspr√§sident Donald Tusk geht es dabei darum, das Scheidungsverfahren f√ľr die EU so wenig schmerzhaft wie m√∂glich zu gestalten. Dazu geh√∂rt auch nach Meinung von Bundesfinanzminister Wolfgang Sch√§uble, dass die Briten ihre finanziellen Pflichten gegen√ľber der EU erf√ľllen m√ľssen und er ist davon √ľberzeugt, dass dies am Ende auch die Regierung in London nicht ernsthaft in Frage stellen wird.

Ob das so sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn die Trennung der Finanzbeziehungen gilt als eine der schwierigsten Fragen bei den auf zwei Jahre angelegten Brexit-Verhandlungen. So fordert die EU von Gro√übritannien Gelder in der Gr√∂√üenordnung von bis zu 60 Mrd. ‚ā¨, weil das Land w√§hrend seiner Mitgliedschaft langfristige Finanzverpflichtungen mitgetragen hat. Ein anderes Thema wird in diesem Zusammenhang auch die Beteiligung an der Europ√§ischen Investitionsbank (EIB) sein. Hierbei k√∂nnten weitere 65 Mrd. ‚ā¨ zu begleichen sein. Von zentraler Bedeutung werden aber auch die k√ľnftigen Rechte der EU-B√ľrger in Gro√übritannien und umgekehrt der Briten in der EU sein.

Schon seit L√§ngerem lassen sich die Probleme erahnen, welche die in London ans√§ssigen Banken haben werden. Denn sie k√∂nnen ihr Gesch√§ft mit Kunden aus der EU voraussichtlich nicht mehr von London aus betreiben, ben√∂tigen sie doch f√ľr Dienstleistungen wie Einlagen- und Kreditgesch√§ft k√ľnftig rechtlich selbstst√§ndige Tochterbanken mit Sitz in einem EU-Staat. Da aber noch keine konkreten Pl√§ne √ľber das ‚ÄěWie‚Äú des Brexits bestehen, ist auch noch nicht klar, welche Gesch√§ftseinheiten in die EU verlagert werden m√ľssen. Dennoch verlegen bereits mit Goldman Sachs und Morgan Stanley die ersten Investmentbanken Arbeitspl√§tze aus der britischen Finanzmetropole an andere Standorte. Auch wenn es sich hierbei zun√§chst einmal nur um mehrere Hundert Stellen handelt, sprechen manche Kommentatoren bereits vom Beginn eines ‚ÄěExodus‚Äú. Und weil keiner wei√ü, wie es genau ausgeht, m√ľssen die Institute alle M√∂glichkeiten in Betracht ziehen.

Viel Licht und immer noch sehr viel Schatten in Euroland

Italien und Frankreich haben sich zu den gro√üen Sorgenkindern der Europ√§ischen Union (EU) entwickelt. Dies offenbart der sogenannte Euro-Monitor, welchen der Versicherungskonzern Allianz j√§hrlich publiziert. Dabei handelt es sich um einen Indikator, der auf Basis von 20 Komponenten misst, wie gut die L√§nder der Euro-Zone wirtschaftlich aufgestellt sind. W√§hrend insbesondere Spanien einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat, stagnieren die beiden anderen L√§nder immer weiter oder fallen gar zur√ľck.

In dieser Auswertung belegen Deutschland mit einem Rating von 8,1 Punkten und die Niederlande mit 7,5 Punkten die Pl√§tze 1 und 2, w√§hrend sich Spanien von Platz 15 auf 12 vorgearbeitet hat. Der Euro-Monitor ber√ľcksichtigt nicht nur das aktuelle Wirtschaftswachstum, sondern bezieht auch weitere Faktoren wie die Arbeitsproduktivit√§t, die Exportst√§rke, den Leistungsbilanzsaldo und die staatliche sowie private Schuldenlast mit ein. Ziel sei es, die Ausgewogenheit und die Stabilit√§t des Wachstums zu messen, sagt Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Viele L√§nder haben laut dem Euro-Monitor in den vergangenen Jahren gute Fortschritte gemacht. Irland beispielsweise, das 2011 noch Rang 18 belegte, steht mittlerweile auf dem 10. Platz. Und selbst Griechenland und Zypern haben inzwischen die rote Laterne abgegeben und belegen aktuell Nummer 15 und 16. Neues vorletztes Land ist Frankreich, das seit 2011 von Platz 11 auf Platz 18 zur√ľckgefallen ist, den es sich nun mit Italien teilt.

Beide Volkswirtschaften kommen beim Rating auf 5,4 Punkte, was f√ľr Italien sogar eine leichte Verbesserung gegen√ľber 4,9 Z√§hlern von 2011 bedeutet. Doch fast alle anderen L√§nder haben sich in den letzten Jahren deutlich st√§rker verbessert, so dass Italien im Vergleich wieder zur√ľckfiel. Der Wert von Frankreich dagegen stagniert, weshalb man schon von einem verlorenen Jahrzehnt sprechen kann. Hauptgrund f√ľr die schlechte Bewertung der beiden Letzten ist der Indikator Wettbewerbsf√§higkeit. Obwohl die Geldpolitik der EZB seit Jahren darauf abzielt, den EU-L√§ndern Raum f√ľr Reformen zu schaffen, wurden diese Chancen nicht genutzt. Allianz-Volkswirt Heise stellte fest, dass die Bem√ľhungen umso mehr nachgelassen h√§tten, je st√§rker die EZB durch Anleihenk√§ufe den Druck aus dem Kessel nahm.

Sollte Europa abgesehen von Italien und Frankreich seine wirtschaftliche Wiederauferstehung erleben, w√§re dies wohl auch auf die Niedrigzinspolitik der Europ√§ischen Zentralbank zur√ľckzuf√ľhren ‚Äď so unbeliebt diese hierzulande auch ist. Doch vor der baldigen Einleitung der Zinswende d√ľrfte die Zentralbank wegen des wirtschaftlichen Zustandes von Italien und Frankreich zur√ľckschrecken. Schlie√ülich handelt es sich dabei um zwei der gr√∂√üten Volkswirtschaften in Euroland.

Ob der Euro-Monitor der Allianz bei den EU-Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unterzeichnung der R√∂mischen Vertr√§ge auf der Agenda steht, ist nicht √ľberliefert. Vielleicht sollte man die Ergebnisse mal der griechischen Delegation zeigen und anerkennend kommentieren. Denn die Regierung in Athen schie√üt mal wieder quer, indem sie die vorgesehene Erkl√§rung, die am Samstag in Rom verabschiedet werden soll, in der jetzigen Form nicht mittragen will. Athen will den Konsens offenbar als Verhandlungsinstrument benutzen.

Die Notenbanken bleiben das Maß aller Dinge an den Finanzmärkten

Die Geldpolitik der Notenbanken wird auch in den kommenden Monaten das Geschehen an den internationalen Finanzm√§rkten bestimmen. In den USA beispielsweise mehren sich nach der erst j√ľngst erfolgten Zinserh√∂hung die Stimmen, dass in diesem Jahr noch weitere zwei Zinserh√∂hungen erfolgen. Nach den Worten des Pr√§sidenten der Fed von Dallas, Robert S. Kaplan, stellen insgesamt drei Zinserh√∂hungen in diesem Jahr ein vern√ľnftiges Basisszenario dar. Die Fed-Pr√§sidentin von Cleveland, Loretta J. Mester, kann sich sogar mit mehr als drei Zinssteigerungen anfreunden. Dies w√ľrde allerdings einen noch etwas steileren Zinsanhebungspfad bedeuten als von den M√§rkten bisher erwartet. Als Endpunkt dieses Pfades gilt weiterhin ein Leitzins-Niveau von 3%, das aber nur in einem konjunkturell intakten Umfeld erreicht werden kann.

Die Bank of England (BoE) hat hingegen in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag den bisherigen Leitzins und das Anleihen-Ankaufprogramm nicht angetastet. Jedoch ist infolge eines √ľberraschenden Anstiegs der Februar- Konsumentenpreise auf 2,3% (Jahresbasis) und eines hohen Lohnwachstums mit einer Leitzinserh√∂hung in absehbarer Zeit zu rechnen. Denn bei einer weiteren Aufw√§rtsbewegung kann in den kommenden Monaten von einem Abgleiten der realen Einkommen in den negativen Bereich ausgegangen werden. Auch vor dem Hintergrund der zu verhandelnden Scheidung von Europa wird man um diesen Schritt seitens der Notenbank nicht umhinkommen. Bereits die jetzige Entscheidung wurde mit einer Gegenstimme gef√§llt, und es bleibt abzuwarten, ob und wann die Falken bei der BoE die Oberhand gewinnen.

Ein Geldpolitik-Wechsel ist zwar bei der Europ√§ischen Zentralbank (EZB) nicht im Sinne ihres Vorsitzenden, Mario Draghi, aber durch seine etwas unbedachte √Ąu√üerung bez√ľglich einer Beibehaltung der massiven Ank√§ufe bei gleichzeitiger √úberpr√ľfung des Leitzinses wurde zumindest ein Denkprozess bei den Marktteilnehmern angesto√üen. Das √∂sterreichische Ratsmitglied Ewald Nowotny hat diese √úberlegung nicht ins Reich der Fabelwesen verwiesen! Diese neue Sichtweise verdeutlicht, dass immer mehr Notenbanker in Europa die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik erkannt haben. Diese Forderung des Bundesbank-Pr√§sidenten Jens Weidmann ist hinl√§nglich bekannt und es scheint wie in der Kindererziehung zu fruchten, wenn man bei jeder Gelegenheit die negativen Aspekte anprangert.

Denn die unerw√ľnschten Nebenwirkungen wie zum Beispiel das Risiko unsolider Staatsfinanzen werden inzwischen immer sichtbarer. Auch werden die niedrigeren Zinsen immer mehr zur Gefahr f√ľr die Finanzstabilit√§t. Deutliche Worte fanden in dieser Woche auch die ‚ÄěWirtschaftsweisen‚Äú f√ľr die expansive Geldpolitik der EZB. Die anziehende Inflation und der Aufschwung in der Eurozone machten eine baldige Abkehr vom EZB-Kurs des billigen Geldes erforderlich, erkl√§rte der Sachverst√§ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die Geldpolitik sei nach wie vor zu expansiv, schreiben die Wirtschaftsweisen in ihrer aktualisierten Konjunkturprognose. Aus diesen Gr√ľnden sollten die W√§hrungsh√ľter rund um EZB-Chef Mario Draghi die Beendigung ihres Ankaufprogramms ‚Äěso bald wie m√∂glich" einleiten.

Es ist also Zeit, die M√§rkte an eine dosierte Versorgung mit der ‚ÄěDroge‚Äú Liquidit√§t zu gew√∂hnen, um die Folgen eines Entzuges abzumildern. Wie stark die Finanzwirtschaft auf die Versorgung mit billigem Geld angewiesen ist, wird am heutigen Donnerstag bei der Zuteilung des voraussichtlich letzten T-LTRO II-Tender mit einer Laufzeit von 4 Jahren deutlich werden. Die aktuelle Zinsdiskussion wird sicherlich die Nachfrage nach ‚Äěbilligem‚Äú Geld nochmals befeuert haben.

FTT vor dem endg√ľltigen Aus?

Die vorerst letzten Wiederbelebungsversuche einer Finanztransaktionssteuer (FTT) gestalten sich schwieriger als von den Bef√ľrwortern gedacht. Bereits seit Jahren verhandeln die Finanzminister von zehn Staaten dar√ľber. Wenn man den Worten des √∂sterreichischen Finanzministers Hans-J√∂rg Schelling Glauben schenken darf, dann ist ein Kompromiss zwar immer noch m√∂glich, aber inzwischen wurde dem Projekt noch eine letzte, zweimonatige Frist gegeben. Sollte also bis Ende Mai keine Zustimmung aller ‚ÄěMitspieler‚Äú vorliegen, so ist das Projekt endg√ľltig gestorben.

Die Probleme in der Eurozone sind zu gravierend, um sich auf Dauer mit einer solchen Problematik zu besch√§ftigen. Insbesondere vor dem Hintergrund des Brexits und einer damit einhergehenden Diskussion um den zuk√ľnftigen Finanzplatz Nr. 1 in Europa w√ľrde die EU-weite Einf√ľhrung einer FTT London eher st√§rken als schw√§chen. Somit ist es der denkbar ung√ľnstigste Zeitpunkt, um eine neue Steuer einzuf√ľhren. Aber auch die Verhandlungen mit Griechenland zur L√∂sung im Schuldenstreit und die Weiterentwicklung des Euro-Rettungsschirms ESM zu einem Europ√§ischen W√§hrungsfonds sind von elementarer Bedeutung.

Auf dem Highway ist die Hölle los

Diesen Kultfilm aus den 80er Jahren mit Burt Reynolds kennen wohl die meisten von uns und so mancher Investor wird sich am Ende der vergangenen Woche die Augen gerieben haben. Denn nach der Verk√ľndung der Notenbanken-Zinsentscheide legten viele Emittenten ihre abwartende Haltung ad acta und dr√ľckten das Gaspedal durch. So refinanzierte sich SCA Hygiene AB gleich mit einer 4-fach Tranche, Engie SA und Veolia Environnement SA mittels einer Dual-Tranche sowie Spie SA mit einer 600 Mio. ‚ā¨ schweren Anleihe am Kapitalmarkt.

SCA Hygiene AB, ein schwedischer Hersteller von Zellulose- und Papierprodukten, konnte insgesamt 2 Mrd. ‚ā¨ einsammeln. Der erste 300 Mio. ‚ā¨ schwere Bond (A19E12) ist am 27.11.2018 f√§llig und hat einen Kupon von 0%. Emittiert wurde zu 100,013%, was einem Spread von +13 bps √ľber Mid Swap gleichkam und somit f√ľr Privatinvestoren uninteressant erscheint. Mit der zweiten Anleihe (A19E13), die am 28.03.2022 f√§llig ist, sammelte das Unternehmen mit Sitz in Stockholm 600 Mio. ‚ā¨ ein. Der Investor erh√§lt j√§hrlich Zinsen in H√∂he von 0,625% und der Emissionspreis belief sich auf 99,608% (+45 bps √ľber Mid Swap). Die dritte Tranche (A19E14) mit einem j√§hrlichen Kupon in H√∂he von 1,125% ist ebenfalls 600 Mio. ‚ā¨ schwer und am 27.03.2024 endf√§llig. Der Ausgabepreis wurde bei 99,786% fixiert, was einem Spread von +65 bps √ľber Mid Swap entsprach. Komplettiert wird das Ganze durch einen 10-j√§hrigen Bond (A19E15). Mit dieser Tranche sammelte das Unternehmen 500 Mio. ‚ā¨ zu einem j√§hrlichen Zins von 1,625% ein. Ausgegeben wurde das Papier zu 99,506% (+83 bps √ľber Mid Swap).

Der franz√∂sische Energieversorger Engie SA legte gleich zwei Bonds √ľber insgesamt 1,5 Mrd. ‚ā¨ auf. Die erste Tranche (A19E10), ein 7-j√§hriger Bond ist am 27.03.2024 f√§llig und mit einem Kupon in H√∂he von 0,875% ausgestattet. Der Emissionspreis lag bei 99,099%, was +108,6 bps √ľber der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach. Eine zweite 11-j√§hrige Anleihe (A19E11) mit F√§lligkeit am 27.03.2028 und einem j√§hrlichen Kupon in H√∂he von 1,50% konnte zu einem Preis von 98,532% ausgegeben werden. Dies entspricht einem Emissionsspread von +123,2 bps √ľber Bund.

Ebenfalls einen Doppelpack mit je 650 Mio. ‚ā¨ emittierte Veolia Environnement SA. Mit F√§lligkeiten am 30.03.2022 und 30.11.2026 refinanziert sich das Unternehmen mit Sitz in Paris mittel- und langfristig am Kapitalmarkt. Dabei ist der 5-j√§hrige Bond (A19E67) mit einem Zins von j√§hrlich 0,672% ausgestattet, was bei einem Spread von + 99,8 bps √ľber Bund einen Emissionspreis von pari ergab. Das zweite Papier im Bunde (A19E68) zahlt den Investoren j√§hrlich Zinsen in H√∂he von 1,496%. Emittiert wurde ebenfalls zu 100%, was einem Spread von + 112,70 bps √ľber der vergleichbaren Bundesanleihe entsprach.

Zu guter Letzt wagte sich das franz√∂sische Unternehmen Spie SA mit einer Anleihe (A19E1Z) an den Kapitalmarkt und konnte erfolgreich 650 Mio. ‚ā¨ einsammeln. Der Bond bietet seinen Anlegern eine j√§hrliche Verzinsung von 3,125%. Der 7-j√§hrige Bond ist am 22.03.2024 f√§llig und wurde zu pari begeben (+322 bps √ľber der vergleichbaren Bundesanleihe).

Alle Anleihen haben eine Mindestst√ľckelung von 100.000 ‚ā¨ und d√ľrften daher eher f√ľr institutionelle Investoren interessant sein. Des Weiteren ist jeder Bond mit Ausnahme der Zero Anleihe von SCA mit einer Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten ausgestattet.

Wie Phönix aus der Asche

Am gestrigen Mittwoch hat der Euro-Bund-Future angesichts des Stimmungsumschwungs an den Aktienb√∂rsen in den USA und Japan den seit Ende Februar ausgebildeten Abw√§rtstrend verlassen und sich wie Ph√∂nix aus der Asche erhoben. Die Angst vor nicht so schnell umzusetzenden Gesundheits-Reform, der Bankenderegulierung und innenpolitischem Gegenwind in den USA veranlassten die Anleger zu Gewinnmitnahmen bei verschiedenen Aktien. Dort macht vor einem solchen Hintergrund und auf dem aktuellen Zinsniveau ein vor√ľbergehender Wechsel der Assetklasse durchaus Sinn. Dies wiederum lie√ü die Bondnotierungen klettern und blieb nicht ohne Folgen f√ľr die deutschen Staatsanleihen. Ob sich allerdings dieses Niveau in Deutschland h√§lt, werden die kommenden Tage zeigen. Zurzeit notiert der Future bei 160,22% und somit noch √ľber der psychologischen Marke von 160%.

Charttechnisch verl√§uft aktuell beim Rentenbarometer eine Unterst√ľtzungslinie bei ca. 159,42% und der erste nennenswerte Widerstand hat sich bei 160,69% herausgebildet. Im ‚Äěschlimmsten‚Äú Fall wird sich in den kommenden Tagen ein Seitw√§rtstrend herausbilden. Zumindest solange bis neue Fakten die M√§rkte beeinflussen.

Brauchen die Eurostaaten kein Geld?

In diesen Handelswochen lie√üen es die Eurostaaten an den Kapitalm√§rkten etwas ruhiger angehen und lediglich die Slowakei, Belgien und Deutschland zeigten sich aktiv. Gleich zu Wochenbeginn stockte die Slowakei zwei (A181DY / 2023 ; A1ZUZV / 2027) und Belgien drei Altemissionen ( A19B7A / 2027 ; A1Z6P2 / 2038 ; A1AWF4 / 2041) auf. Die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland erh√∂hte zur Wochenmitte planm√§√üig das Emissionsvolumen der bestehenden 10-j√§hrigen Benchmark-Anleihe (110241) um 3 Mrd. ‚ā¨ auf nunmehr 14 Mrd. ‚ā¨. Insgesamt wurden Kaufangebote √ľber nominal ca. 3,7 Mrd. ‚ā¨ abgegeben und die Zuteilung erfolgte zu einer Durchschnittsrendite von 0,41%. Der hierbei zu erzielende Preis von 98,47% war in der Geschichte dieser Anleihe, die am 1. M√§rz sogar bei 100,03% zugeteilt wurde, der bisher niedrigste.

In den USA hat man in dieser Woche ebenfalls in ‚ÄěVorfreude‚Äú auf die kommende Woche den Investoren etwas Ruhe geg√∂nnt und lediglich die √ľblichen Geldmarktpapiere (F√§lligkeit in 4 Wochen sowie 3 und 6 Monaten) im Volumen von 127 Mrd. USD sowie eine 10-j√§hrige inflationsindexierte Anleihe im Gegenwert von 11 Mrd. USD angeboten. Schon in wenigen Tagen werden zus√§tzlich 52-Wochen-T-Bills sowie T-Notes mit Laufzeiten von zwei, f√ľnf und sieben Jahren offeriert.

Der Euro und die Formel 1

Nach monatelanger Winterpause warten die Fahrer mit ihren neu entworfenen Boliden darauf, ihre Fahrk√ľnste unter Beweis stellen zu d√ľrfen. Am Wochenende startet das erste Rennen in Australien. Die echten Motorsportfreunde werden sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, trotz Zeitverschiebung und Zeitumstellung.

Am Devisenmarkt konnte die europ√§ische Gemeinschaftsw√§hrung bereits in dieser Woche ihrem Pendant aus den USA zun√§chst leicht davonfahren und stieg bis auf 1,0825 USD. Damit kam er seinem bisherigen Jahreshoch bei 1,0829 USD (02. Februar) ziemlich nahe. Auftrieb erhielt die Einheitsw√§hrung insbesondere aus Frankreich nach der ersten Fernsehdebatte, welche nach einhelliger Meinung zu Gunsten des ‚ÄěPro Europa‚Äú gesinnten Pr√§sidentschaftskandidaten Emmanuel Macron zu werten war. Doch auch die aktuelle Schw√§chephase des US-Dollars tr√§gt zu diesem kleinen H√∂henflug bei. Allerdings handelt der Euro heute Morgen wieder unter der Marke von 1,08 USD, und zwar bei 1,0790 USD.

Nicht nur zum Greenback befindet sich der Euro auf der Überholspur, sondern auch zur norwegischen Krone. So stieg die Gemeinschaftswährung bis auf 9,2040 NOK und erreichte damit einen neuen Bestwert in 2017.

Anders zeigt sich da das Handelsbild zum mexikanischen Peso, denn hier hat der Euro in den vergangenen Handelswochen stetig an Wert verloren und handelte zeitweise bei 20,3747 MXN. Dies ist der tiefste Wert seit der US-Präsidentschaftswahl. Im vielbeachteten Vergleich mit dem US-Dollar konnte die Währung Mexikos ebenfalls glänzen und ist mit 18,9357 MXN so teuer wie zuletzt bei der Trump-Wahl.

In dieser Berichtswoche setzten die Privatanleger auf Altbekanntes. Favorisiert wurden hierbei Fremdw√§hrungsanleihen lautend auf australische Dollar, t√ľrkische Lira, brasilianische Real sowie US-Dollar.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontrof√ľhrung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der f√ľhrenden Investmentbanken f√ľr die DACH-Region (Deutschland, √Ėsterreich, Schweiz) und Marktf√ľhrer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank f√ľr die b√∂rsliche und au√üerb√∂rsliche Preisfindung von √ľber 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungsl√∂sungen f√ľr Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber:
Baader Bank AG
Weihenstephaner Str. 4
85716 Unterschleißheim
Deutschland
www.baaderbank.de

Redaktion:
Robert Halver,
Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG
Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Deutsche Asset Management erweitert das Angebot an Exchange Traded Funds auf Xetra und im Frankfurter Parketthandel. Mit den zwei neuen Aktien-ETFs erhalten Anleger die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von Unternehmen mit hoher Dividendenrendite und soliden Finanzkennzahlen zu partizipieren. ... mehr

Neuer ETF: Inflationsgesch√ľtzte US TIPS

Börse Frankfurt - Trading Business - 03.04.2018
3. April 2018. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Emittent iShares erweitert das Angebot an Renten-ETFs auf Xetra und an der Börse Frankfurt. Mit dem Rentenindex-ETF können Anleger an der Wertentwicklung von auf US-Dollar lautenden, inflationsindexierte Anleihen des US-Schatzamtes (US TIPS) partizipieren. ... mehr

Charttechnik: Bitcoin, Bitcoin Cash, Ethereum

Formationstrader I H. Esnaashari - Forex - Kryptowährungen - 02.04.2018
Video-Chartanalyse Kryptow√§hrungen Der Bitcoin-Preis l√§uft eine untergeordnete Unterst√ľtzung an. Von hier aus hat Preis Stabilisierungspotential. ... mehr

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