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Warum Rohöl auf unter 10 US-Dollar fallen wird?!

Sebastian Hell I QTrade - Commodities - 12.02.2016

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

beobachten Sie den Ölpreis genauso aufmerksam wie ich in den letzten Wochen?

Dann haben Sie sicher gesehen, dass Rohöl bei teilweise unter 27 US-Dollar pro Barrel stand. Was wurde 2008 und in den Jahren 2011 bis 2014 nicht alles prophezeit, dass die Ölnotierungen auf 200, 300 vielleicht sogar 500 US-Dollar pro Barrel steigen würden.

Dass wir alle sofort auf Stromautos umsteigen müssten, dass die Zukunft den alternativen Energien und vielem mehr gehöre. Diese Stimmen sind in den letzten Monaten seit dem Ölpreiseinbruch allesamt verstummt. Jetzt häufen sich die Meinungen derer, die einen Boden bei Öl erkennen wollen und schon auf steigende Notierungen setzen.

Never catch a falling knife …

Fange nie ein fallendes Messer, besagt ein altes Händlersprichwort aus den USA. Rohöl mag optisch billig erscheinen, doch muss hier noch lange kein Boden vorhanden sein. Betrachtet man die aktuelle Situation am Ölmarkt genauer, erkennt man, dass sich extrem hohe Lagerbestände gebildet haben. In den USA und überall auf der Welt werden die vorhandenen Lagerstätten gefüllt.

Es ist davon auszugehen, dass im zweiten Halbjahr 2016 alle verfügbaren Lagerstätten komplett gefüllt sein werden. Dies sagte vor Kurzem Robert Dudley, CEO von British Petroleum (BP). Er geht davon aus, dass sich dann der Markt beruhigen wird und die Produzenten zwangsläufig ihre Produktion kürzen werden. Dies sollte zu einer Bodenbildung und anziehenden Preisen ab 2017 führen.

Ich denke, Öl wird auf 10 US-Dollar und tiefer fallen!

Ich gehe mit der Annahme von Dudley konform, dass alle verfügbaren Lagerstätten in wenigen Monaten gefüllt sein werden. Allerdings glaube ich nicht, dass die Produzentenländer dann ihren Ausstoß kürzen werden sondern ihr Öl weiterhin in den Markt pumpen, was einem kompletten Preiskollaps gleichen wird. Der Iran wird aufgrund der aufgehobenen Sanktionen viel mehr Öl produzieren. Saudi-Arabien wird ebenfalls nicht kürzen, da die Saudis nach wie vor versuchen alle alternativen Energieunternehmen sowie die Ölsand- und Ölschieferbranche aus dem Markt zu drängen.

Genaugenommen gleichen die Saudis die gefallenen Preise durch höhere Liefermengen aus, um dadurch den Cash Flow halbwegs stabil zu halten. Gleichzeitig gewinnen sie dadurch enorm an Marktanteilen, was sich extrem auszahlen wird, wenn die Preise wieder anziehen. Daher rechne ich nicht mit einer Bodenbildung im zweiten Halbjahr sondern Preisextremen, die bis auf unter 10 US-Dollar pro Barrel gehen können. Dann sollte man massiv in große Ölaktien einsteigen, denn Rohöl wird definitiv in den kommenden 5 bis 10 Jahren wieder dreistellig werden.

Ihr Sebastian Hell
CFD-Experte & Börsenjournalist

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)!
Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter https://qtrade.de/tradingblog

Über den Autor & Qtrade
Sebastian Hell hat Internationale Finance in Deutschland und den USA studiert. Er berät Vermögensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien und veröffentlich regelmäßig im Auftrag von QTrade (www.qtrade.de) Kolumnen über die Finanzmärkte. QTrade mit Sitz in München bietet seinen Kunden neben Top-Handelskonditionen umfangreiche Zusatzsoftware für den MetaTrader 4 und 5 wie Actionlines, Sekunden-Trader, QCentral, QSnap und vieles mehr! Mehr Infos unter www.qtrade.de

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