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So arbeiten die Crashpropheten!

Sebastian Hell I QTrade - Trading Business - 03.02.2015

Die Indizes nahe ihrer Allzeithochs, die Druckmaschinen der Notenbanken fahren auf Hochtouren und verschiedene Indikatoren lassen keinen Zweifel zu, dass Aktien relativ hoch bewertet sind. Mit anderen Worten ‚Äď die Stunde der Crashproheten wird bald wieder schlagen. Warum stellt sich √ľberhaupt jemand in die Mitte eines Marktplatzes, nichts anderes ist die B√∂rse, und malt den Untergang der laufenden Hausse in den d√ľstersten Farben? In aller Regel lautet die Erkl√§rung: Um Geld zu verdienen!

Die Masche der Börsen-Wahrsager

Es gibt viele Arten sein Geld an der B√∂rse zu verdienen. Mit der Angst der Marktteilnehmer, insbesondere der Privatanleger, zu spielen, ist nicht gerade die schwierigste und edelste, um es h√∂flich zu formulieren. Die Marktschreier kommen aus allen Richtungen der Branche. Sie verkaufen B√∂rsenbriefe, Reports, B√ľcher und ein paar Verm√∂gensverwalter sind auch dabei. Die Kernaussage klingt bei allen sehr √§hnlich: Nur mein B√∂rsenbrief, mein Buch, meine Art der Anlage kann das Volk vor gro√üen finanziellen Verlusten sch√ľtzen. Nun muss das Volk nat√ľrlich auch wissen, warum ausgerechnet jetzt eine gro√üe Gefahr droht. Oder nicht?

Die goldene Regel

Was m√ľssen Sie tun, wenn Sie es als Crashprophet oder sogar Verschw√∂rungstheoretiker, die K√∂nigsklasse der Schwarzseher, weit bringen m√∂chten? Beherzigen Sie die eine goldene Regel, quasi das Fundament des Erfolgs: Nennen Sie niemals ein genaues Datum! Bestenfalls bestimmen Sie nicht mal einen groben Zeitraum. Die Angst darf nicht von einem Moment auf den n√§chsten schwinden, Sie ist Ihr wichtigstes Instrument. Erleichterung, weil dieses oder jenes Ereignis nicht eingetreten ist, w√§re da v√∂llig fehl am Platz.

Diesen Fehler hat der gute alte Nostradamus begangen, als er den Weltuntergang zur Jahrtausendwende vorhersah. Fehlalarm. Wenigstens hat er die Schande selber nicht mehr miterleben m√ľssen. Im Gegenteil, nach Ihrer Theorie muss die Wahrscheinlichkeit eines Armageddon mit der Zeit immer h√∂her werden, bis es, zumindest theoretisch, unausweichlich wird. W√§hrend dieser Spanne beschreiben Sie das Szenario in unterschiedlichen Varianten, getreu dem Motto: Es wird jeden erwischen, Flucht ist unm√∂glich. Fast zumindest, denn ein Pfad f√ľhrt nat√ľrlich zum Licht, n√§mlich ihrer.

Der Wert einer Prognose

Scherz beiseite ‚Äď es gibt durchaus kluge K√∂pfe, die einigerma√üen plausibel darlegen k√∂nnen, warum das aktuelle Bewertungsniveau im Aktienmarkt zu hoch ist. Selbst f√ľr den Zusammenbruch unseres Finanzsystems gibt es schl√ľssige Argumente, die nicht komplett von der Hand zu weisen sind. Aus meiner Sicht ist aber eine Prognose ohne zeitlichen Ablaufplan ziemlich wertlos. Langfristig betrachtet hat jede Wirtschafts- oder Gesellschaftsform nur eine begrenzte Halbwertzeit und wenn wir ehrlich sind, ist die aktuelle Notenbankpolitik ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Dennoch, solange Analysen nur das Ergebnis, nicht aber den Verlauf beschreiben, ist damit nichts anzufangen.

Prominente Vertreter

Es liegt mir nichts daran, mich mit √ľbler Nachrede aufzuhalten und mit erhobenem Zeigefinger durch die Welt zu rennen. Also stelle ich Ihnen drei Vertreter dieser Spezies vor, die einen gewissen Unterhaltungswert haben. Marc Faber ist weltweit als Dr. Doom bekannt. Fr√ľhzeitig erkannte er den Crash von 1987 und die Japan-Krise. Allerdings lag er auch ebenso oft daneben. Zum Beispiel, als er zu fr√ľh auf ein Platzen der Dotcom-Blase spekulierte. Trotzdem ist Marc Faber ein wei√ües Schaf in der Branche und ein Interview mit ihm jederzeit lesenswert. Einerseits riskiert er n√§mlich sein eigenes Geld und andererseits gibt er herzerfrischend offen zu, wenn er sich geirrt hat.

Selbst Wikipedia ist sich nicht einig, aber in der Investmentwelt gibt es noch einen weiteren √Ėkonomen, der auf den Namen Dr. Doom h√∂rt. Sein b√ľrgerlicher Name lautet Nouriel Roubini, ein t√ľrkischst√§mmiger Amerikaner. Wenn Sie die Chance haben, einen Artikel von Roubini zu lesen, dann sollten Sie nicht z√∂gern. Der Wirtschaftswissenschaftler hat eine sehr hohe Trefferquote bez√ľglich seiner konkreten Voraussagen, die sich allein schon deshalb von billiger Panikmache unterscheiden, weil er genaue Zeitr√§ume benennt. Sein Timing ist allerdings miserabel.

Gerade den Deutschen d√ľrfte der Anlageexperte Roland Leuschel ein Begriff sein. Leuschel lag praktisch nie richtig in seiner Karriere, tr√§gt seine Thesen aber sehr sympathisch vor und ist ein gern gesehener Gast in Talk-Shows. Sein letzter Versuch Anfang 2013: Sp√§testens Mitte 2014 w√ľrde eine gro√üe W√§hrungsreform kommen, der Euro sei dann Geschichte. Es kam anders. Macht nichts. Die Geschichten sind zumindest am√ľsant vorgetragen und mit einem L√§cheln im Gesicht sollten wir die n√§chste ertragen und genie√üen als das was sie sind: Unterhaltung!

Ihr Sebastian Hell
CFD-Experte & Börsenjournalist

Die obenstehende Kolumne wird Ihnen präsentiert von QTrade (www.qtrade.de)!
Weitere Artikel von Sebastian Hell finden Sie auch unter https://qtrade.de/tradingblog

√úber den Autor & Qtrade
Sebastian Hell hat Internationale Finance in Deutschland und den USA studiert. Er ber√§t Verm√∂gensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handelsstrategien und ver√∂ffentlich regelm√§√üig im Auftrag von QTrade (www.qtrade.de) Kolumnen √ľber die Finanzm√§rkte. QTrade mit Sitz in M√ľnchen bietet seinen Kunden neben Top-Handelskonditionen umfangreiche Zusatzsoftware f√ľr den MetaTrader 4 und 5 wie Actionlines, Sekunden-Trader, QCentral, QSnap und vieles mehr! Mehr Infos unter www.qtrade.de

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