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 Kolumne

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Wochenbarometer Devisenmärkte - 20. KW 2017

HSH Nordbank Research - Forex - 19.05.2017

Ein gefeuerter FBI-Chef, Gerüchte um Geheimnisverrat und das Einsetzen eines Sonderermittlers – die Märkte sind verunsichert. Der USDollar verliert gegenüber dem Euro und die sicheren Häfen Yen und Schweizer Franken können zulegen.

Der Euro notiert aktuell bei 1,113 EUR/USD und kann um 2,3 % zur vorigen Berichtswoche aufwerten. Damit kann sich die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten im November letzten Jahres wieder signifikant über der Marke von 1,10 EUR/USD halten. Dieser ist es auch, der maßgeblich zur Abwertung des Dollars in der vergangenen Woche beitrug. Die Entlassung von FBI-Chef James Comey, Gerüchte um einen möglichen Geheimnisverrat und das Einsetzten des ehemaligen FBI-Chefs Robert Mueller als Sonderermittler in der Causa Russland verunsicherten die Märkte. Konjunkturdaten zählten in dieser Woche nicht zu den wesentlichen Treibern des Wechselkurses. Schwache Einzelhandelsumsätze in den USA im April (0,4 % MoM, Konsens: 0,6 %) sorgten am vergangen Freitag kurzzeitig für Ernüchterung, konnten am Montag jedoch durch stärkere Daten zur US-Industrieproduktion im vergangenen Monat ausgeglichen werden (1,0 %, Konsens: 0,4 %). In der Eurozone ist die Stimmung weiterhin gut. Eine erste Schätzung des BIPs zeigt ein annualisiertes Wachstum von 2 % im ersten Quartal 2017. Ob dieser Aufwärtstrend weitergeht, wird sich in der kommenden Woche zeigen, wenn die PMI-Daten für Mai veröffentlicht werden (24.05).

USD/JPY handelt gegenwärtig bei 111,3 JPY und wertete ggü. der vorigen Berichtswoche um 2,5 % ab. Der Yen profitierte von Verwirrungen rund um US-Präsident Trump, dem die Medien u.a. Geheimnisverrat an Russland vorwerfen. Auch die Entlassung von FBIChef James Comey gegen Ende der letzten Berichtswoche sorgte für Gerüchte, dass Trump seine Beziehungen zu Russland vertuschen wolle. Darüber hinaus zeigte ein Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Economist, die Planlosigkeit in Trumps Herangehensweise, seine politischen Pläne umzusetzen. All das macht große wirtschaftliche Reformen in den USA nicht wahrscheinlicher. Als Folge dürften Investoren vermehrt Carry-Trade-Positionen aufgelöst haben. Angesichts des Einsatzes eines Sonderermittlers in der Causa Russland könnte diese Dynamik sich zunächst noch fortsetzen.

Das Devisenpaar Euro/Schweizer Franken wird gegenwärtig bei 1,092 EUR/CHF gehandelt, was einer leichten Aufwertung des Franken von 0,5 % entspricht. Diese liegt vor allem in der Unsicherheit begründet, die von US-Präsident Trump ausgeht. In einem Interview mit einer schweizer Zeitung am Donnerstag (18.05) betonte SNB-Präsident Thomas Jordan indes, dass er den Franken weiterhin für überwertet halte. Negativzinsen und mögliche Interventionen am Devisenmarkt bleiben somit weiterhin notwendig. EUR/GBP notiert gegenwärtig bei 0,86 und stieg im Vergleich zur Vorwoche um 2,2 %. Auf dem Pfund lastete vor allem die geldpolitische Sitzung der BoE. Im Vorfeld war erwartet worden, dass sich mehrere Ratsmitglieder für eine Zinsanhebung aussprechen könnten. Letztlich gab es nur eine Stimme für eine Straffung der Geldpolitik und dies schwächte das Pfund. Der Euro profitierte darüber hinaus von positiven Konjunkturdaten aus der Eurozone. Selbst stabile Inflationsraten aus Großbritannien (2,7 % YoY) konnten den Aufwärtstrend des Euros nicht stoppen. Die zweite Schätzung der BIPDaten für UK könnte die Sorge unterstreichen, dass sich die Unsicherheit über den Brexit doch noch realwirtschaftliche niederschlägt.

Redaktionsschluss: 18.05.2017

Autor: Marius Schad, HSH-Nordbank

Hinweis
Der Marktkommentar ist ein Auszug aus dem wöchenlich erscheinenden Wochenbarometer für die Renten- und Devisenmärkte der HSH Nordbank. Den vollständigen Bericht und weitere Publikationen erhalten Sie auf unternehmerpositionen.de und HSH-Nordbank.de

 

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