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 Kolumne

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Aktienmärkte: Risikoaversion nimmt zu

Helaba Floor Research - Indizes - 19.05.2017

Kleiner Verfall an den Terminbörsen

Weder das Protokoll der letzten EZB-Ratssitzung noch die Reden diverser EZB-Vertreter waren in der Lage, Spekulationen auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik deutlich zu forcieren. Weitere Anpassungen in der Kommunikation sind aber wahrscheinlich. Sollten sich die Währungshüter bei der nächsten Ratssitzung Anfang Juni darauf einigen, die wirtschaftlichen Risiken als ausgeglichen zu bezeichnen, dürfte auch der Hinweis auf weitere Leitzinssenkungen gestrichen werden. Die EZB unter Mario Draghi ist für eine lockere Geldpolitik bekannt und der Notenbankpräsident hat es mit der Abkehr vom Krisenmodus nicht besonders eilig. Dennoch könnte eine veränderte Wortwahl dazu führen, dass Spekulationen auf ein Ende des Anleihekaufprogramms und auf eine Erhöhung der Leitzinsen im Laufe des nächsten Jahres belebt werden. Während in der Eurozone die geldpolitische Wende langsam näher rückt, nehmen in den USA Spekulationen auf Zinserhöhungen tendenziell ab. Zwar wird ein weiterer Schritt im Juni mehrheitlich erwartet, aber nicht mehr zu 100 % wie noch vor wenigen Tagen. Zudem wird der erwartete Erhöhungspfad tendenziell flacher. Verantwortlich dafür sind Konjunktur- und Preiszahlen, die zum Teil enttäuscht haben. So sind die Verbraucherpreise im April nur moderat gestiegen und auslaufende Basiseffekte (hohe monatliche Anstiege im Vorjahr) sprechen für eine zukünftig nur moderate Entwicklung der Gesamtinflationsrate. Vor diesem Hintergrund steht die US-Notenbank nicht unter erhöhtem Handlungsdruck. Dies gilt auch mit Blick auf die Inflationserwartungen, die mit den politischen Querelen in Washington deutlich rückläufig sind, obwohl die Ölpreise zuletzt sogar gestiegen sind (Grafik). Kommen Zweifel auf, dass Trump lange genug im Amt ist, um seine Wahlversprechen umzusetzen?

Aktienmarkt Der DAX bewegte sich gestern innerhalb einer Range von 145 Punkten. Nachdem es zunächst deutlich bergab ging, konnte sich der deutsche Leitindex mit Hilfe der Wall Street am Nachmittag erholen und damit die Tagesverluste eingrenzen. Letztgenannter Aspekt ist nicht zuletzt von technischer Seite von großer Bedeutung, denn mit einem Tagestief bei 12.489 Zählern ist der DAX temporär unter die für den tertiären Trend relevante 21-Tagelinie (12.537) Punkte abgerutscht. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass diese noch immer eine steigende Tendenz aufweist und ein gültiges Signal erst mit einem Richtungswechsel des Durchschnitts einhergehen würde. Die Vorgaben von den Übersee-Börsen deuten auf leichte Kursgewinne des DAX zur Eröffnung hin. Der weitere Handelsverlauf wird zunächst im Zeichen des heutigen, kleinen Verfalltermins an der Eurex stehen. Von Seiten der anstehenden Konjunkturdatenveröffentlichungen ist hingegen kaum mit Impulsen zu rechnen.

Chartechnik (Chart - hier klicken): Die vom DAX vollzogene, tertiäre Wendeformation habe ich gestern angesprochen. Mit dieser einhergehend wurde auch eine Reihe wichtiger Unterstützungen wie beispielsweise die Strukturmarke bei 12.730 oder das Retracement bei 12.684 Zählern unterschritten. Die anschließende Beschleunigung der Korrekturbewegung sowie der deutliche Anstieg der Vola kann als folgerichtig beschrieben werden. Immer wieder bin ich an dieser Stelle auch auf den Monatschart des DAX eingegangen. Insbesondere nachdem im April ein sogenannter „hanging man“ ausgebildet wurde. Klassisch sollte eine solche Wendeformations-Kerze mittels einer folgenden Negativkerze bestätigt werden. Aktuell stellt sich diese als „shooting star“ dar. Natürlich ist es noch zu früh um eine abschließende Bewertung (vor Ablauf des Monats) vorzunehmen, bemerkenswert ist es in jedem Fall. Zumal das bisherige Monatshoch hauchdünn oberhalb der einfachen Standardabweichung der 144er-Regressionslinie und leicht unterhalb der „Upper Median-Line“ der Andrew’s Pitchfork markiert wurde. Welchen Stellenwert diese Strukturprojektionen haben, verdeutlicht ein Blick auf das längerfristige Chartbild. Insofern wird es spannend zu sehen sein, in welche Richtung sich der Markt in den kommenden zwei bis drei Wochen entwickeln wird. Diese „Tendenz“ sollte einen guten Anhaltspunkt für die mittlere- und längerfristige Bewegungsrichtung liefern. Für den heutigen Handelstag relevante Supports finden sich bei 12.582, 12.537 und 12.475 Zählern. Widerstände lassen sich bei 12.631, 12.684 und 12.694 Punkten definieren.

Hinweis: Für eine größere Darstellung der Grafik öffnen Sie bitte den Link „Charttechnik“.

Helaba Floor Research
www.helaba.de

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