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Anleihen: Zinsen im Rückwärtsgang

Börse Frankfurt - Bonds - 07.04.2017

7. April 2017. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vorösterlich ruhig beschreiben Händler das derzeitige Bond-Geschäft. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank spricht von verhaltenen Umsätzen bei tendenziell mehr Verkäufen als Käufen. An den Rentenmärkten machten sich politische Unwägbarkeiten bemerkbar. Neben dem anstehenden Referendum in der Türkei und der nahenden Präsidentschaftswahl in Frankreich, drücke der Terroranschlag in St. Petersburg auf die Anlegerstimmung. Abzulesen ist dies nach Ansicht von Daniel an der Entwicklung des Euro-Bund-Future, der im Wochenverlauf von 161,44 auf 162,59 Prozent zulegte. "Am Morgen kam die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 0,247 Prozent."

Zinsen im Rückwärtsgang



Angesichts rekordhoher Bewertungen von Wertpapieren und Zinstiteln stellt sich Folker Hellmeyer die Frage, in welche Richtung die globale Wirtschaft steuern wird. Nach und nach würden wirtschaftliche Vorschusslorbeeren für die neue US-Regierung wieder einkassiert, Marktteilnehmer zweifelten zunehmend an der Durchsetzungskraft der Federal Reserve. "Das Zinsniveau der 10-Jahres-Treasuries ist inzwischen wieder deutlich auf 2,34 Prozent zurückgefallen", bemerkt der Analyst der Bremer Landesbank.

Früherer Einstieg in den Ausstieg mit Augenmaß

Für gewisse Brisanz sorgten Ankündigungen der US-Notenbank, Mittel von fällig werdenden Anleihen im Portfolio auf absehbare Zeit nicht mehr zu refinanzieren. So beabsichtige Notenbankchefin Janet Yellen, die aufgeblähte Bilanz nach und nach zurückzufahren. Anders als bislang erwartet starte dieser Prozess womöglich bereits in diesem Jahr. Das Ganze werde allerdings einer abgestimmten Strategie folgen, um große Schwankungen am Kapitalmarkt abzufedern. Einfach wird dies nach Meinung von Hellmeyer nicht. "Die Bondmärkte sind durch die jahrelangen Verzerrungen extrem anfällig für Korrekturen."

Verkehrte Welt



Wer sich in Deutschland Geld leiht, kann sich unter Umständen über einen zusätzlichen Bonus freuen. Mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt ist laut Klaus Stopp von der Baader Bank erstmals ein Geldinstitut dazu übergegangen, ihren Kunden einen Zuschuss zu zahlen, wenn sie bei der Bank einen bestimmten Kredit aufnehmen. "Zur Einführung beträgt dieser sogenannte Förderzuschuss 1 Prozent der Darlehenssumme." Die Höhe und Ausgestaltung der Zuwendung wolle die Rentenbank künftig an die Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten anpassen.

Kritik an EZB-Strategie reißt nicht ab

Vor diesem Hintergrund warnten die wissenschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries einmal mehr vor den gravierenden Risiken der anhaltenden Null-Zins-Politik, die insbesondere für das Finanzsystem überaus problematisch seien. Etwa hätten europäische Banken vergangenes Jahr rund vier Milliarden Euro in Form von Negativzinsen an die europäischen Währungshüter überwiesen. Das Geld fehle bei der nötigen Sanierung der Branche. Viele Institutionen wie Versicherungen erzielten keine ausreichenden Gewinne mehr zur Deckung ihrer Kosten. Wenn es schließlich zu einer Zinswende komme, kämen neue Risiken für Unternehmen hinzu.

Mit der Forderung, so schnell wie möglich das Anleihen-Kaufprogramm herunterzufahren, habe sich mit Klaas Knot erstmals ein EZB-Ratsmitglied deutlich für den Beginn des so genannten Taperings im Januar 2018 ausgesprochen. Von da an könnten die Transaktionen um monatlich 10 Milliarden Euro reduziert werden und Mitte kommenden Jahres ganz auslaufen. Einen Zinsanstieg wird es nach Meinung von Stopp vermutlich erst nach Beendigung des Programms geben. "Betrachtet man das niedrige Zinsniveau in kurzen Bund-Laufzeiten, so deutet derzeit ohnehin nichts auf eine baldige Erhöhung." Mit minus 0,80 Prozent und damit 40 Basispunkte unter dem EZB-Einlagenzins verharre die Rendite für zweijährige Bundesanleihen auf extrem niedrigem Niveau.

Anleihen von Banken büßen Kreditwürdigkeit ein

Nach Inkrafttreten des Abwicklungsmechanismusgesetz (AbwMechG) in Deutschland senkte Standard & Poor’s für erstrangige, unbesicherte Anleihen einiger hiesiger Banken den Daumen, wie Stopp registriert. Bonds der Deutschen Bank im Volumen von über 58 Milliarden Euro seien mit einer Bonität von nun "BBB-" gerade noch investitionswürdig. Eine schlechtere Kreditwürdigkeit bescheinige die US-Ratingagentur auch Anleihen der Commerzbank und der UniCredit. "Das Downgrade der erstrangigen Anleihen war in der S&P-Mitteilung zunächst leicht zu übersehen, weil gleichzeitig die Ratings der Emittenten angehoben wurden." Diese hätten durch die Haftung erstrangiger Anleihen im Abwicklungsfall einen höheren Verlustpuffer, während das Risiko dieser Wertpapiere für Anleger naturgemäß steige.

Laut EU-Regeln für die Bankenabwicklung kommen künftig zunächst Eigentümer, Anleihegläubiger und Kundeneinlagen über der gesetzlichen Sicherungsgrenze von 100.000 Euro für 8 Prozent der Bilanzsummenverluste auf, wie Stopp erklärt. "Danach kann der von den Banken gespeiste Abwicklungsfonds herangezogen werden."

Anleger vertrauen auf Innogy

Rund sechs Monate nach dem Börsendebut refinanzierte sich Innogy in dieser Woche erfolgreich über den Kapitalmarkt, wie Daniel berichtet. Die achtjährige Anleihe (WKN A19FW2) im Volumen von 750 Millionen Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro und einem jährlichen Kupon von 1 Prozent sei von Anlegern gern angenommen worden.

Ebenso interessierten sich Investoren für eine 400 Millionen Euro schwere K+S-Anleihe (WKN A2E4U9) mit einer jährlichen Verzinsung von 2,625 Prozent. Für den bis 6. April 20 laufenden Bond habe sich das Bergbauunternehmen mittels einer Make-Whole-Option ein vorzeitiges Kündigungsrecht gesichert.

von: Iris Merker
7. April 2017, © Deutsche Börse AG

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