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 Kolumne

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Fixed Income Daily - Blick auf Teuerungsentwicklung in Deutschland gerichtet

Helaba Floor Research - Bonds - 20.03.2017

Asiens Aktienmärkte uneinheitlich; Japanische Börsen wegen Feiertag geschlossen.

Ölpreis (WTI-Future) zum Wochenstart wieder unter 48,50 USD/Fass.

In der neuen Woche richten die Marktteilnehmer zunächst den Blick auf weitere Daten zur Teuerungsentwicklung in Deutschland. Das Inflationsthema aber auch die solide erscheinende konjunkturelle Perspektive hatten bereits Spekulationen losgetreten, dass die EZB früher als bisher signalisiert und (weitgehend) erwartet eine Erhöhung der Leitzinsen beschließen könne. EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny befeuerte dies in der letzten Woche mit Äußerungen, wonach nicht unbedingt ein Ende des QEs der EZB abgewartet werden müsste. Dies steht im klaren Gegensatz zu der erst Mitte des Monats von Mario Draghi wiederholten Forward Guidance, die suggeriert, dass die Zinsen auf dem niedrigen oder sogar einem niedrigeren Niveau für eine geraume Zeit nach dem Ende der Anleihekäufe liegen. Die Kommunikationspolitik scheint nun auch bei der EZB unklarer zu werden, wie dies bereits seit längerem bei der US-Notenbank zu beobachten ist. Die heute anstehenden Erzeugerpreise werden vor dem Hintergrund der Ölpreisentwicklung zu bewerten sein. Die Jahresrate des Monats Februar wird deutlich steigen, auch bedingt durch den Basiseffekt. Bereits für den laufenden Monat zeichnet sich aber eine Entspannung ab, denn der Ölpreis ist jüngst um gut 10 % gesunken und zudem hat der Euro sich erholt, was importseitig den Preisdruck dämpft. Im weiteren Verlauf der Woche stehen in der Eurozone sowie in Deutschland und Frankreich die Vorabschätzungen der Einkaufsmanagerindizes des Verarbeitenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors im Kalender. Die Vorgaben vonseiten der Befragungen unter Finanzmarktteilnehmern sind freundlich. Zu nennen sind die ZEW- und die sentix-Indizes. Sowohl die Lageeinschätzungen als auch die Erwartungen fielen besser aus. Allerdings gilt für den PMI des Verarbeitenden Gewerbes zu beachten, dass dieser eine Serie von fünf Anstiegen in Folge aufzuweisen hat und auch der deutsche PMI in den letzten sechs Monaten nur einmal sank. Insofern sollten Konsolidierungen auf hohem Niveau nicht überraschen und nicht als grundsätzliche Eintrübung der Wachstumsperspektiven missverstanden werden. Das politische Damoklesschwert hängt zwar weiterhin über den Stimmungsindikatoren. Da bisher eine nachhaltige Belastung ausgeblieben ist, käme ein deutlicher Einfluss nun unerwartet. Mittelfristig kann das jedoch nicht ausgeschlossen werden.

In den USA sind die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im Kalender. Boeing-Bestellungen fielen schwächer aus und liefern negative Indikationen. Mit der Erwartung einer Stagnation positionieren wir uns leicht unterhalb des Konsens. Zudem dürften die Eigenheimverkäufe sinken, sodass Zinserwartungen per saldo wohl nicht forciert werden.

Bund-Future Der Rentenmarkt hat sich am Freitag trotz negativer Vorgaben erholt – zeitweise gestützt von neuen Umfragen in Frankreich, wonach die Rechtspopulistin Le Pen ihren Vorsprung gegenüber Macron im ersten Wahlgang ausgebaut hat. Das technische Bild des Bund-Futures bleibt aber getrübt. Erst Kurse oberhalb von 160,41/45 würden für eine Aufhellung sorgen. Intakte Verkaufssignale könnten dies allerdings zunächst erschweren. Wichtige Unterstützungen sind bei 158,73 und am zyklischen Tief von Ende Januar bei 158,26 zu finden. Trading-Range: 158,50 – 160,40.

Primärmarkt Die neue Emissionswoche beginnt mit zwei kleinvolumigen Aufstockungen in der Slowakei. Außerdem führt die belgische Schuldenagentur die ersten regulären OLO-Auktionen dieses Jahres durch, nachdem sie im Januar und Februar jeweils über ein Konsortium an den Kapitalmarkt getreten war. Auf besonderes Interesse stößt die dritte Aufstockung der 10-jährigen Bundesanleihe am Mittwoch. Das Volumen liegt inklusive Marktpflegequote bei nur 3 Mrd. EUR, sodass Hoffnungen auf einen reibungslosen Auktionsverlauf berechtigt sind. Insgesamt ist das Emissionsvolumen in dieser Woche mit unter 10 Mrd. EUR gering. In der kommenden Woche wird es mehr Aktivitäten geben, unter anderem von Deutschland und Italien.

Vor knapp zwei Wochen haben wir auf die unterschiedlichen Ausrichtungen der Geldpolitiken dies- und jenseits des Atlantiks abgestellt und in diesem Zusammenhang darüber spekuliert, ob die Renditedifferenz zwischen 5-jährigen Bundesanleihen und vergleichbaren US-Anleihen das Ende 2016 markierte Allzeithoch bei 260 Bp. überwinden wird. Dazu ist es nicht gekommen. Während in den USA die Zinserhöhungsspekulationen bereits weit vorangeschritten sind und es vor diesem Hintergrund wohl nicht zu einer weiteren Forcierung kommen dürfte, hat sich bei der Europäischen Zentralbank das Wording graduell verschoben, sodass der konjunkturelle Ausblick etwas weniger risikobehaftet dargestellt wird. Zuletzt war es Ratsmitglied Ewald Nowotny, der davon sprach, dass es bereits vor Beendigung des Anleihekaufprogramms zu einer Leitzinserhöhung kommen könnte, wobei er speziell den negativen Einlagensatz gemeint haben dürfte. Die 5-jährige Renditedifferenz zwischen den USA und Deutschland hat sich zuletzt auf etwa 235 Bp. reduziert. Am 9. März lag der Spread noch bei 252 Bp.

Ihr Helaba Floor Research
www.helaba.de

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