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 Grundlagenwissen

Auf was sollte man bei der Wahl eines Forex-Brokers achten?

Grundlagen Forex

[Traders' Mag] - Forex-Broker gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Das macht die Entscheidung nicht gerade leicht. Als angehender Forex-Trader sollte man auf verschiedene Faktoren achten.

Grundsätzlich muss man unterscheiden zwischen „echten“ Forex-Brokern und sogenannten Introducing Brokern. Letztere bahnen praktisch die Geschäfte für einen anderen, echten Broker, an. So sind viele deutsche Forex-Broker eigentlich Introducing Broker englischer oder amerikanischer Firmen und bieten deren Handelsplattform an.
Introducing Broker können insofern vorteilhaft sein, dass sie einendeutschen Kundenservice anbieten. Klar ist aber auch, dass ein weiteresGlied in der Broker-Kette die Kosten für den Kunden nicht unbedingt verringern. Das muss zwar nicht unbedingt sein, in der Regel aber sind Introducing Brokers etwas teurer als ihre Stammfirmen.
Dafür kann man die Service-Frage von Fall zu Fall vielleicht etwas besser beurteilen, insbesondere dann, wenn Sprachbarrieren bestehen.
Auf mindestens fünf Kategorien sollte man bei der Wahl eines geeigneten Forex-Brokers achten.

Gebühren

Da wären zu ersteinmal natürlich die Gebühren. Im Prinzip gibt es keinen Grund, Transaktionsgebühren zu bezahlen. Die überwiegende Mehrzahl der Broker verdient ihr Geld über die Spanne zwischen An- und Verkauf, dem Spread. Bei sehr liquiden Währungspaaren wie dem Euro/US Dollar liegt dieser gewöhnlich zwischen drei und fünf Pips. Bei exotischen Paarungen kann dieser auch auf bis zu zehn Pips anwachsen. Bei manchen wenigen Brokern wird ein Spread von drei Pips garantiert, dafür fallen aber Transaktionsgebühren an. Freilich hängt es auch von der Kontogröße ab, welche Kombination am meisten Sinn macht. Wer mit großen Beträgen handelt, zahlt im günstigsten Fall weniger, wenn er für einen kleineren Spread prozentuale
Transaktionsgebühren in Kauf nimmt. Allerdings kann ein schlechter Spread auch mehr kosten als eine Gebührenabrechnung. Im Zweifel sollte man den Taschenrechner zur Hand nehmen und typische Szenarien durchrechnen und gegenüberstellen.

Regulierungsbehörden

Da es im Forex-Handel keinen zentralen Börsenplatz gibt, stellt sich die Frage, wie der Handel überhaupt reguliert werden kann. Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Regulierungsbehörden, die zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleisten. Die Regulierungsbehörden prüfen jährlich die Geschäftspraktiken der Broker und dienen als Anlaufstelle für Beschwerden. In Großbritannien übernimmt diese Funktion die FSA (Financial Services Authority –www.fsa.gov.uk). In den USA sind es zum einen die CFTC (Commodity Futures Trading Commission – www.cftc.gov) sowie die NFA (National Futures Association – www.nfa.futures.org). Für in der Schweiz ansässige Broker ist die FDF bzw. EDF (Eidgenössisches Finanzdepartment – www.edf.admin.ch) zuständig. Was Broker aus der Eurozone betrifft, so sind diese gewöhnlich – bzw. sollten – bei einer dieser Behörden registriert sein. In Deutschland ist die BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht www.bafin.de) dafür zuständig. Was die Sicherheit
der Einlagen betrifft, so beträgt diese bei Brokern, die bei der FSA registriert sind 20.000 Pfund. Auf den Webseiten der jeweiligen Behörden lässt sich schnell in Erfahrung bringen, welcher Forex-Broker dort registriert ist.
Vollkommene Sicherheit ist allerdings nirgends gewährleistet.
Sollte ein Broker unerwartet Insolvenz anmelden, kann es ans Eingemachte gehen. „Eine hundertprozentige Sicherheit der geleisteten Einlagen der Anleger ist auch durch die Registrierung und Überwachung durch die Behörden nicht gewährleistet. Das ist nur durch eine Mitgliedschaft in einem Einlagensicherungsfond möglich“, warnt Matthias Hach von E*Trade.

Margin

Ein hoher Hebel ist ein zweischneidiges Schwert. Für manch einen kann es die Abkürzung auf dem Weg zu schnellem Reichtum sein.
Andere, wohl die Mehrheit, hingegen verbrennen sich damit wegen mangelnder Erfahrung und entsprechend unsachgemäßer Anwendung regelmäßig die Finger. Der Forex-Handel bietet den höchsten Hebel überhaupt und übertrifft auch den der Terminmärkte.
Die Nachschusspflichten variieren. Normalerweise droht bei Unterschreiten von 75 Prozent der Mindestgröße der Margin-Call. Anfänger sollten auf jeden Fall nicht in erster Linie dem Sirenengesang des hohen Hebels lauschen, sondern erst mit Mini-Account bzw. geringem Hebel starten und sich genau über die Sicherheitsleistungen informieren.

Angebot

Exotics oder Majors? Wenn man vom Forex-Markt spricht, so meint man in aller Regel die bekannten, klassischen Währungspaare EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY oder EUR/JPY. Auf die gleiche Art wie diese lässt sich aber fast jedes Währungspaar handeln. Allerdings kann es sein, dass man dann auf manchen Vorteil verzichten muss.
„Einer der Vorteile von Exotics ist es, dass sie dazu neigen, sich in ausgeprägteren Trends zu bewegen. Außerdem sind die Fundamental-Daten solcher Märkte meist leichter zu analysieren. Allerdings ist die Liquidität gewöhnlich längst nicht so hoch wie bei den Majors und sie können nicht 24 Stunden gehandelt werden“, meint beispielsweise Tim Gort von GFT.
Jayne Banks von CMC fügt hinzu:
„Um Exotics zu handeln, sollte man sich wirklich gut mit der wirtschaftlichen Situation der beiden
Länder auseinandersetzen. Allerdings sind Informationen darüber schwerer zu bekommen. Die
Liquidität ist geringer, was zu höheren Spreads führt. Außerdem kommt es öfter zu Gaps und man
erhält nicht immer den Kurs, den man möchte.“
Die Spreads liegen gewöhnlich zwischen sechs und zehn Pips. Majors werden von nahezu jedem
Forex-Broker angeboten. Wer Exotics wie die Türkische Lira handeln möchte, sollte sich vorher genau über das Angebot informieren.

Handelsplattform und Service

Eine Handelsplattform sollte über die Möglichkeit von Realtime-Ausführungen verfügen, so dass direkt aus den Geld-/Brief-Kursen gehandelt werden kann. Lange Bestätigungszeiten und Kursrückfragen sind zumindest bei den Majors ein Zeichen dafür, dass man nicht immer die besten Ausführungen erhält. Außerdem sollte eine Handelsplattform robust sein. Zunächst ein Demo-Konto zu eröffnen, um sich mit der Software vertraut zu machen, ist deshalb sinnvoll. Im Falle eines Ausfalls der Plattform oder der Internetverbindung sollte ein 24-Stunden-Telefonservice zur Verfügung stehen.Michael Frank, Geschäftsführer von adblue: „Zu einem guten Service gehört, dass er sich nicht mit der Kontoeröffnung erschöpft. Auch sollte dem Kunden eine Europlattform zur Verfügung stehen. Ein fundierter Devisenbrief, Online-Lehrgänge und ein individuelles Live-Coaching sollten Standard sein.”

Zinsen und andere Faktoren, die man beachten sollte

Zinsen sollte es eine Überlegung wert sein bei der Suche nach dem richtigen Broker. Zum einen stellt sich die Frage, wie hoch die Zinsen auf das ungenutzte Kontoguthaben sind. Manche Broker machen diese Verzinsung aber auch von der Menge der Transaktionen abhängig.
Zum anderen erhält man Zinsen gutgeschrieben, in der Währung, in der man eine Long-Position besitzt und Zinsen abgezogen für die Währung, in der man eine Short-Position hat. Wer also EUR/USD kauft, erhält Zinsen für den Euro, muss aber Zinsen für den US-Dollar bezahlen.
Gerade für längerfristig orientierte Händler lohnt sich ein Blick auf die Zinssätze der gehandelten Währungen. Manchmal steckt der Teufel auch im Detail und es fallen versteckte Kosten für die Nutzung der Handelsplattform und ähnliches an. Deswegen sollte man sich die Mühe machen und das Kleingedruckte genau lesen.

(c) 2005 Traders´ media GmbH, Barbarastraße 31, 97074 Würzburg
Homepage: www.traders-mag.com

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