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Forex - Der größte Marktplatz der Welt

Grundlagen Forex

[Traders' Mag] - Keine Frage – der Devisenhandel ist der größte Marktplatz der Welt – 24 Stunden geöffnet und das bei einem durchschnittlichen Tagesvolumenvon über 3,1 Billionen Euro. Dagegen sehen Aktien- und Terminmärkte alt aus. Und die Popularität des Forex-Handels wächst rapide. Nicht umsonst reizt viele Händler das schnelle Geschäft mit den Währungen dieser Welt. Mit hohen Hebeln und ausgefeilten Handelsplattformen locken Broker auch immer mehr und mehr private Händler auf diesen Markt. Traders´ Paradise? Wir haben verschiedene Aspekte dieses Marktes beleuchtet und einen Gesamtüberblick über die wichtigsten Themen zusammengetragen.

Der Handel mit Devisen hat nicht gerade eine lange Tradition. Seit nun knapp 30 Jahren sind Währungen überhaupt erst den Schwankungen freier Marktkräft ausgesetzt. Seit ungefähr zehn Jahren nimmt auch das Interesse privater Händler rapide zu. Broker-Firmen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Die Vorteile gegenüber herkömmlichen Instrumenten wie Aktien, Futures und Optionen sind zahlreich. Da wären zum einen die Margin-Bedingungen. Nirgendwo sind diese so gering wie im Devisenhandel. Im Extremfall lässt sich mit einem Hebel von 1:400 handeln. In anderen Worten: mit nur 0,25 Prozent Einsatz lässt sich schon von geringen Fluktuationen, den sogenannten
Pips, profitieren. Ein Pip entspricht übrigens der vierten Stelle hinter dem Komma und stellt die kleinstmögliche Preiseinheit dar.

Woran liegt es eigentlich, dass die erforderlichen Sicherheitsleistungen beim Devisenhandel geringer sind als auf anderen Märkten?
Dirk Piethe von E*Trade gibt eine Antwort: “Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Forex-Markt bei weitem nicht so hochvolatil wie der Aktien- oder Futures-Markt ist. Es ist eher selten, dass sich eine Währung intraday um fünf Prozent verändert, was bei Aktien und Futures keine Seltenheit ist.”

Außerdem neigen Devisen dazu, sich in ausgeprägten, langsam fortschreitenden Trends zu bewegen. Das gilt insbesondere für weniger beliebte Währungspaare, sogenannte “Exotics”, wie zum Beispiel Euro gegen Südafrikanischen Rand. Im Gegensatz zu den Majors, also den klassischen Währungspaaren wie EUR/USD, GBP/USD, GBP/EUR, USD/JPY oder JPY/EUR ist der Spread bei den Exotics aber gewöhnlich höher.

Pips statt Transaktionsgebühren

Ein weiterer attraktiver Punkt betrifft die Gebührenstruktur. Es gibt nämlich keine. Beim Handel mit Währungen werden von vielen Brokern weder Kommission noch Transaktionsgebühren veranschlagt.
Traders´ Paradise? Nun ja, nicht ganz. Von irgendetwas müssen die Broker natürlich auch leben. Und das tun sie über die Pips. Ganz ähnlich dem Spread liegt der Kaufkurs etwas höher als der Verkaufskurs.
Gewöhnlich liegt diese Spanne zwischen drei und fünf Pips bei etablierten Währungspaaren, den sogenannten Majors, und bis zu zehn Pips bei exotischen Devisen, die deswegen auch Exotics genannt werden.

Der Interbanken-Handel

Der Devisenhandel ist dezentralisiert. Das bedeutet, dass es im Gegensatz zu anderen Märkten keine zentrale Stelle wie eine Börse gibt, welche die Aufträge abwickelt. Der Handel läuft immer zwischen zwei Parteien ab. Gewöhnlich sind das zwei große Banken, weshalb man vom Interbankenhandel spricht. Die Forex-Broker fungieren als Mittelsmänner, die Beziehungen zu den entsprechenden Großbanken unterhalten. Eine Bank gehört zur Gemeinde der Interbanken, wenn
sie über die entsprechenden Kreditlinien verfügt und einen zweisei tigen Markt gewährleistet. Wenn ein Kunde also bei einem FX-Broker eine Order aufgibt, kontaktiert dieser die Bank und stellt eine Kursanfrage.
Der Broker erhält dann einen Kurs, der natürlich schlechter ist als der im Interbankenmarkt. Hierbei sollte man darauf achten, ob der auf der Plattform angezeigte Kurs garantiert oder nur „indikativ“ ist.
Ist der Kurs indikativ, muss zuerst ein „Request for Quote“ gesendet werden, um herauszufinden, ob tatsächlich zu diesem Kurs gehandelt werden kann.

Eine andere Möglichkeit stellen sogenannte COES (Currency Order Executing Systems) dar. Diese COES funktionieren ähnlich den ECN’s. Sie bringen Aufträgen von Kunden zusammen, „matchen“ sie und umgehen so den Interbankenhandel. Dadurch sind die Spreads kleiner.
Dafür fallen aber wiederum Transaktionsgebühren an.

Forex für Anfänger und Trading-Veteranen

Der Forex-Markt ist für Anfänger und erfahrene Händler gleichermaßen attraktiv. Trader, die zuvor im Aktien- oder Terminmarkt aktiv waren, finden im Devisenhandel noch bessere Konditionen. Die Liquidität ist höher, die Margin-Anforderungen geringer und gehandelt werden kann rund um die Uhr.

„Für erfahrene Händler sind vor allem die hohe Liquidität, die Volatilität und die ausgereiften Handelsplattformen attraktiv. Der Hebeleffekt ist sehr hoch und Gaps treten so gut wie nicht auf. Für einen technisch versierten Händler, der weiß, wie man Trends handelt, ist der Forex-Handel hoch interessant.“, sagt Tim Gort von der englischen Broker-Firma GFT. „Aber es gibt auch Nachteile, die insbesondere Händler zu spüren bekommen, die auf diesem Gebiet unerfahren sind. Zum Beispiel Händler, die es gewohnt sind, mit der Markttiefe zu arbeiten. Diese gibt es schlichtweg nicht im Forex-Handel.
Es existiert keine Zentrale, die Informationen über das Volumen oder Bid-/und Ask-Kurse zusammenstellt. Dafür aber ist zu geringe Liquidität kein Thema und die Gebühren halten sich in Grenzen.“

Anfänger haben über Mini- und Demo-Accounts die Möglichkeit, sich risikofrei mit dem Metier vertraut zu machen.

Hoher Hebel = hoher Gewinn? Vorsicht!

Der Hebel im Forex-Handel ist der höchste überhaupt auf den Finanzmärkten.
Während auf den Terminmärkten sich der Hebel meist im Verhältnis eins zu fünf befindet, sind im Forex-Geschäft Hebel bis zu eins zu 400 möglich! Doch Vorsicht – die Gleichung „hoher Hebel =
hoher Gewinn“ stimmt natürlich nicht bzw. geht gerade so oftmals nicht auf. Natürlich erleichtern die lockeren Margin-Anforderungen gerade nicht so kapitalstarken Händlern die Arbeit, aber wer denkt, dass er nur einen hohen Hebel benötigt, um Geld zu verdienen, liegt falsch. Ein hoher Hebel mit einer guten Strategie und kombiniert mit angemessenem Risiko- und Money-Management kann Wunder wirken.
Genauso verheerend aber kann er sich auswirken, wenn er von unerfahrenen Händlern falsch eingesetzt wird.

Deshalb sollte man nicht zwanghaft nach dem höchsten erhältlichen Hebel suchen. Viel wichtiger ist es, ein Risikoprofil zu entwickeln, das der eigenen Strategie und der Kapitalausstattung angemessen ist.

„Die Hebelwirkung ist mit Vorsicht zu genießen. Als Trader sollte man sich darüber Gedanken machen, mit welchem Hebel man sich wohlfühlt, anstatt sofort den höchsten Hebel zu wählen. Zu denken: Ich habe 5000 Euro – damit kann ich 500 000 Euro kaufen! Juhuu!, ist ein Fehler.“, meint Jayne Banks vom Forex-Broker CMC.

Geht der Hebel in die falsche Richtung, droht der Margin Call. Kathy Lien von FXCM:
„Wir bieten einen maximalen Hebel von 200 zu 1 an. Jeder Händler aber kann seinen Hebel selbst bestimmen. Solange der Kunde diesen nicht selbst wählt, setzen wir ihn auf ein Standard-Level, das auf der Kontogröße basiert. Die Margin-Anforderungen hängen vom Kapital des Kunden ab und können von Zeit zu Zeit geändert werden. Sie richten sich auch nach dem gehandelten Volumen und dem Marktumfeld. Sinkt das Kapital unter die für die offene Position erforderliche Margin, werden einige oder alle Positionen liquidiert. Das schützt den Händler davor, noch mehr Geld zu verlieren.“

Ein anderer Ansatz besteht darin, unterschiedliche Hebelwirkungen in seine Strategie zu integrieren. Tim Gort von GFT weist daraufhin: „Keine Frage, Hebelwirkung ist ein zweischneidiges
Schwert. Ein Schlüssel zum Erfolg liegt darin, herauszufinden, welche Marktbedingungen sich am besten für einen hohen Hebel eignen. Zum Beispiel kann es sehr hilfreich sein, den Hebel zu verkleinern, wenn wichtige Fundamentaldaten veröffentlicht werden. So kann man die Gesamt-Volatilität seiner Strategie verringern.“
Also, hoher Hebel in Phasen geringer Volatilität und kleiner Hebel, wenn sensible Marktentscheidungen anstehen. „Das Risiko des großen Hebels lässt
sich auch über die gehandelte Menge kontrollieren“, so Michael Frank, Geschäftsführer von adblue. „Für unsere Kunden ist es sehr wichtig, auch Kontraktgrößen von z. B. 10k, 70k oder 260k handeln zu können. So kann das Risiko Management wesentlich exakter gehandhabt werden.“

Mini-Accounts

Eine Besonderheit, die nur von Forex-Brokern angeboten wird, nennt sich „Mini-Account“. Ein Mini-Acount ist insbesondere für Anfänger gedacht, die sich mit dem Forex-Handel vertraut machen möchten. Kontoeröffnungen sind schon mit kleinen Summen ab $250 möglich.

Bei Mini-Accounts sollte der maximale Hebel geringer als bei normalen Konten sein. Manchmal sind auch nicht alle Währungspaare handelbar. Ansonsten aber gibt es keine Unterschiede zu einem Standard-Account. Das macht sie besonders attraktiv für Trader, die neu im Forex-Handel sind und sich erst einmal mit der Materie vertraut machen möchten. Laut Kathy Lien von FXCM lohnt es sich, erst einmal klein anzufangen: „Kunden, die mit einem Mini-Account beginnen, tendieren
dazu, mehr Disziplin zu entwickeln als Kunden, die sofort mit einem Standard-Account einsteigen. Sie sind sensibilisierter, was Gewinne und Verluste betrifft, und entwickeln konsistentere Strategien.“

Tim Gort von GFT aber mahnt auch bei den Mini-Accounts zur Vorsicht: „Manche Kunden, die mit einem Mini-Account beginnen, verfügen über nur wenig Kapital. Minis sind für sie der einzige Weg, Devisen zu handeln. Allerdings muss man bei manchen Broker-Mini- Accounts mit dem höchsten Hebel handeln und so riskiert man genauso viel, wie wenn man einen Standard-Account mit 100 000 Euro handeln würde.“ Er empfehlt einen Hebel zwischen fünf und zehn.

Viele Broker bieten außerdem Demo-Accounts an. Das Angebot richtet sich an Kunden, die vorerst nicht mit echtem Geld handeln möchten. Demo-Accounts sind eine gute Möglichkeit, sich mit der
Handelsplattform und den Mechanismen der Devisenmärkte vertraut zu machen, ohne dabei sein Kapital zu riskieren. Die meisten Demo- Accounts können bis zu einem Monat kostenlos genutzt werden.

(c) 2005 Traders´ media GmbH, Barbarastraße 31 , 97074 Würzburg
Homepage: www.traders-mag.com

 
 
 
 
 
 
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